LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 23.04.10

Foto zur MitteilungCarl Eduard Blechen, Romantische Landschaft mit Ruine, um 1825, LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster.
Foto: LWL


Zum Herunterladen bitte mit der linken Maustaste auf das Foto klicken. Nachdem sich das neue Fenster geöffnet hat, bitte das Foto mit der rechten Maustaste speichern.

Die zum Download angebotenen Fotos dürfen nur mit Fotonachweis und gemeinsam mit der Pressemitteilung oder dem Thema verwendet werden, in deren Zusammenhang sie veröffentlicht wurden. Eine gesonderte Verwendung der Fotos ist nicht gestattet. Bei Ausstellungen ist die Reproduktion nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung zur Ausstellung erlaubt. Bei einer anderweitigen Nutzung sind Sie verpflichtet, selbständig die Fragen des Nutzungsrechts zu klären.

Presse-Infos | Kultur

Nach Rückgabe wieder im LWL-Landesmuseum

Blechen-Bild von den Erben erworben

Bewertung:

Münster (lwl). Das Gemälde "Romantische Landschaft mit Ruine" (um 1825) von Carl Eduard Blechen (1798-1840) zählt zu den Hauptwerken in der Sammlung des LWL-Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Münster. Es ist Teil eines Kunstbestandes, dessen Besitzer sich nach dem Zweiten Weltkrieg nicht direkt ermitteln ließen und der in den Besitz des Bundes überging. Das Bild kam Mitte der 1960er Jahre zusammen mit 40 weiteren Werken als Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland in das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Das Gemälde stammt aus der ehemaligen Kunstsammlung Julius Freund in Berlin. Dank der seit einigen Jahren verstärkt betriebenen Provenienzforschung konnte die Bundesvermögensverwaltung das Gemälde 2009 an die Erben von Julius Freund, dessen Enkel und Urenkel, zurückgeben. Nach der Kontaktaufnahme des Museums mit den Erben in Kanada hat der LWL das Werk 2010 für die Sammlung des Museums angekauft. Maßgebliche finanzielle Förderer dieser Erwerbung sind die Kulturstiftung der Länder, die Kunststiftung NRW und die NRW Bank.

"Neben der finanziellen Unterstützung war insbesondere der sehr sensible und offene Austausch der Museumsmitarbeiter mit der Erbengemeinschaft entscheidend dafür, dass wir dieses herausragende Gemälde weiterhin in unserem Museum präsentieren dürfen. Dafür bin ich allen Beteiligten sehr dankbar", so LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch.

Die Geschichte des Bildes zeigt beispielhaft, wie im Nationalsozialismus ganze Kunstsammlungen aus Notsituationen der Besitzer heraus verkauft werden mussten. So war die NS-verfolgte Familie Freund gezwungen, während des Zweiten Weltkriegs das Gemälde aufgrund von wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Schweiz zu veräußern. Bei einer Versteigerung wurde es zusammen mit circa 30 anderen Kunstwerken aus der Sammlung Freund vom Deutschen Reich für das geplante "Führer Museum" in Linz erworben. Die "Beratende Kommission für die Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter" unter Vorsitz von Prof. Dr. Jutta Limbach sprach 2005 der Bundesrepublik Deutschland die erste Empfehlung aus, das Gemälde an die Erben von Julius Freund zurückzugeben.

Carl Blechens großformatige "Romantische Landschaft mit Ruine" ist ein Meisterwerk aus den An-fangsjahren des in Cottbus geborenen Malers, das vor seiner stilverändernden Italienreise entstand. Das Bild vereint die Prinzipien romantischer Naturauffassung und Interpretation und verrät Blechens künstlerische Inspiration durch die Kunst Caspar David Friedrichs. Wie dieser schafft er hier durch symbolhaltige Bildelemente und eine scharfe Kontrastierung dunkler und lichtdominierter Bildzonen eine Vorstellung vom Weltverständnis der Romantik, in dem das Schaurige wie das Erlösende und Hoffnungsvolle den Naturphänomenen eingeschrieben ist.

Die "Romantische Landschaft mit Ruine" ist ein Schlüsselwerk der romantischen Malerei des LWL-Landesmuseums. In der Sammlung des 19. Jahrhunderts nimmt die deutsche Landschaftsmalerei hier eine besondere Stellung ein, denn sie stellt die Entwicklung der Gattung von romantisch geprägten Positionen über eine zunehmend realistische Erfassung der Natur hin zu einem frühen Impressionismus vor. Seine künstlerische Qualität macht das Gemälde zu einem für die deutsche Kunst bedeutenden Werk.




Pressekontakt:
Claudia Miklis, LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Telefon: 0251 5907-168 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


Der LWL auf Facebook:
http://www.facebook.com/LWL2.0







Ihr Kommentar




zu den aktuellen Presse-Infos