LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 04.12.09

Foto zur MitteilungMax Ernst, Pyramid Lake, 1946; Spies/Metken 2504, Privatsammlung München.

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Presse-Infos | Kultur

"Seelenlandschaften"

LWL-Landesmuseum zeigt Ausstellung über Max Ernst und Peter Schamoni

Bewertung:

Münster (lwl). Das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster kombiniert in einer außergewöhnlichen Ausstellung die Kunst von Max Ernst mit dem filmischen Werk von Peter Schamoni. Das Kunstmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) beleuchtet in der Ausstellung "Max Ernst läßt grüßen." Peter Schamoni begegnet Max Ernst (bis zum 31. Januar) mit rund 200 Exponaten sowie Großfotos und Filminstallationen die tiefe Freundschaft des Dadaisten und Surrealisten mit dem Film-Produzenten. In einer Serie stellt der LWL ausgewählte Exponate der Ausstellung vor.

Max Ernsts Vater Philipp war es, der mit seinen romantischen Landschaftsbildern aus der freien Natur den kleinen Max nachhaltig beeindruckte. In seinen autobiografischen Notizen "Wahrheitgewebe und Lügengewebe" berichtet Ernst später: "Gemischte Gefühle, als er (Max Ernst) zum ersten Mal den Wald betritt, Entzücken und Bedrückung. Und das was die Romantiker 'Naturgefühl' getauft haben. Die wunderbare Lust, frei zu atmen im offenen Raum, doch gleichzeitig Beklemmung, ringsum von feindlichen Bäumen eingekerkert zu sein. Draußen und drinnen zugleich, frei und gefangen." Als Student zeichnete Max Ernst auch einige romantische, traditionelle Wald-Bilder.

Doch nach vier Jahren stumpfsinnigen Militärdienstes im Ersten Weltkrieg entwickelte der Künstler eine individuelle Bildsprache für surreale Landschaftsbilder. Einschneidend beeinflusste ihn dabei die Dada-Antikunstbewegung, die den Mehrwert der Künstlerhandschrift verleugnete und stattdessen zitierte und montierte. So begann auch Max Ernst, seine Landschaftsbilder aus vorgefundenen 'Materialfunden' zu komponieren. "Frottage" hieß das Zauberwort, das Durchreiben texturreicher Oberflächen auf den Malgrund. Die verschiedenen, abgepausten Elemente ordnete der Künstler dabei so geschickt auf der Bildfläche an, dass sie zusammen ein stimmiges und zugleich fantastisches Ganzes ergaben.

Seit seiner Übersiedlung nach Sedona in Arizona 1946 zusammen mit Dorothea Tanning, die er noch im selben Jahr heiratete, beherrschten die Berg- und Vulkanlandschaften seiner neuen Heimat seine Bilder. Als 'Grattage' (frz. Kratzen) ahmt er den Abpaus-Effekt seiner Frottagen hier im Ölbild durch gezieltes Ein- und Abkratzen von Farbschichten nach. So erhält das zentrale Bergmassiv in "Pyramid Lake" seine charakteristische, fleckige Struktur. Die verschwommenen Flächen des Himmels und des Wassers dagegen entstanden mit der Dekalkomanie, dem Abziehen und Übertragen nasser Farben von einem auf den anderen Maluntergrund.



Pressekontakt:
Julia Haseloff, Telefon: 0251 5907-209, presse.landesmuseum@lwl.org und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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