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Mitteilung vom 20.10.09

Presse-Infos | Kultur

Neuerwerbung im LWL-Landesmuseum

"Étude" von Simon Hantaï angekauft

Bewertung:

Münster (lwl). Das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster hat mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen ein großformatiges Gemälde von Simon Hantaï (1922 - 2008) angekauft. Das Land gab zu dem Preis von 220.000 Euro den Betrag von 120.000 Euro hinzu und unterstützte damit, das Gemälde auf Dauer für die Sammlung des Kunstmuseums des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zu sichern.

"Ich freue mich, dass das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte mit dem Erwerb dieses Bildes seine Sammlung der Gegenwartskunst ausbauen kann", sagte LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch bei der Übergabe des Gemäldes am Dienstag (20.10.09) im münsterischen LWL-Museum. Auch Hans-Peter Boer, Kulturdezernent der Bezirksregierung Münster, zeigte sich erfreut: "Der Ankauf des Gemäldes ist das Ergebnis einer glücklichen Konstellation und eines zügigen gemeinsamen Handelns der Staatskanzlei, der Bezirksregierung Münster und dem Landesmuseum. Er zeigt was bei konstruktiver Zusammenarbeit möglich ist."

"Mit der Unterstützung des Ankaufes für das LWL-Landesmuseum hat das Land Nordrhein-Westfalen seine Verantwortung im Bereich der Kultur wahrgenommen."

Die "Étude" aus dem Jahr 1968 erweitert die Sammlung französischer Kunst im LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte mit Werken von François Morellet, Pierre Soulages, Yves Klein und anderen um eine weitere wichtige Position. Abstrakte blaue Farbflächen und unruhige weiße Aussparungen versetzen das 2,70 m hohe und 2,40 m breite Bild in einen Spannungszustand zwischen aggressiver Bewegung und einheitlicher Gleichförmigkeit. "Mit seiner Farbigkeit ist das Bild ein wichtiger Bestandteil des Raumes ,Blau' der neuen Dauerausstellung ,Aufgemischt - Meisterwerke der Sammlung im Dialog'", erklärte der Direktor des LWL-Landesmuseums Dr. Hermann Arnhold. Dort hängt es unter anderem neben Derick Baegerts "Anbetung des Kindes" von 1480 und Yves Kleins monochrom tiefblauen Bild "Monochrome bleu" von 1957.

Der in Ungarn geborene Simon Hantaï ließ sich 1949 in Paris nieder und wurde dort in den 60er Jahren zur zentralen Figur für die Erneuerung des Tafelbildes. Er malte nicht mehr Formen auf eine Leinwand, sondern er benutzte die Leinwand als Material, das er in knittrige Falten zusammenschob und in diesem Zustand mit Farbe überstrich. Auseinandergezogen entstand eine einheitliche Struktur ohne begrenzte Formen und mit einer Gleichwertigkeit von Farbe und Zwischenraum.

Diese Entgrenzung der Form und die positive Betonung des ungeformten Zwischenraums sind die wichtigsten Leistungen von Simon Hantaï. Er vollzog sie gleichzeitig mit Yves Kleins monochrom-blauen Bildern und dessen künstlerischer Thematisierung der Leere. Hantaï verband Anregungen des Amerikaners Jackson Pollock und des Franzosen Henri Matisse. Für viele jüngere französische Künstler wie z. B. Daniel Buren oder Claude Viallat war Hantaï ein entscheidender Anreger.



Pressekontakt:
Claudia Miklis, Telefon 0251 5907-168, claudia.miklis@lwl.org und Frank Tafertshofer, Telefon 0251 591-235
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