LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 24.09.09

Foto zur MitteilungMax Ernst mit seinem Hund Katchina.
Foto: Dorothea Tanning


Foto zur MitteilungEin Kristall, seine Witwe und sein Kind, 1961.
Foto: LWL-LMKuK/Sabine, Ahlbrand-Dornseif, © VG Bild-Kunst, Bonn 2009


Foto zur MitteilungDie Versuchung des Heiligen Antonius, 1945, Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum - Zentrum Internationaler Skulptur, Duisburg
© VG Bild-Kunst, Bonn 2009


Foto zur MitteilungDer Filmemacher Peter Schamoni, Kurator Dr. Erich Franz, Vorsitzender der Stiftung kunst³ Reinhard Hostmann, Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold, LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale und Pressesprecherin Claudia Miklis stellten die Ausstellung vor (v. r.).
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

"Max Ernst läßt grüßen"

Sonderausstellung im LWL-Landesmuseum von und mit Peter Schamoni

Bewertung:

Münster (lwl). Die Sonderausstellung "Max Ernst läßt grüßen". Peter Schamoni begegnet Max Ernst (27.9.2009 - 10.1.2010) feiert die Freundschaft des Jahrhundertkünstlers Max Ernst (1891 - 1976) mit dem Filmemacher Peter Schamoni. Es ist die Geschichte einer engen Freundschaft, die in den Filmen, Gemälden und Fotografien der Ausstellung im LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster zum Ausdruck kommt. Unter den rund 200 ausgestellten Werken im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) stammen wichtige Leihgaben aus Museen sowie aus Privatsammlungen, die noch nie zuvor öffentlich zu sehen waren. Zu den Hauptwerken der Ausstellung gehört unter anderem das Gemälde "Die Versuchung des Heiligen Antonius", das Max Ernst 1945 schuf.

Empfangen werden die Besucher in der Ausstellung von Max Ernsts Stimme. Auf großen Bildschirmen mit Ausschnitten aus Schamonis Filmen ist der Künstler in der Ausstellung präsent und führt persönlich in die Thematik eines jeden Raumes ein. Von der Collage und der Frottage über das Vogel-Thema bis hin zu den Felsenlandschaften in Arizona und der "illegalen Ausübung der Astronomie" erklären die Filmausschnitte in einer persönlichen, poetischen und gleichzeitig verständlichen Weise das Werk des Künstlers. "Bei einem Gang durch die Ausstellung erhält der Besucher den Eindruck, als erzähle ihm der Künstler Max Ernst selbst aus seinem unruhigen Leben und führe ihn durch sein facettenreiches Schaffen", erklärt LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale.

Der Filmemacher Peter Schamoni drehte seit den frühen 60er Jahren mit dem großen Surrealisten mehrere international preisgekrönte Filme. "Schamonis filmisches Werk wird in dieser Ausstellung erstmals direkt in Beziehung zu den Kunstwerken von Max Ernst gesetzt, was für eine einzigartige Präsenz dieses großen Künstlers des 20. Jahrhunderts sorgt", so Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold über das Konzept der Ausstellung. Auch zu Münster hat Schamoni eine enge Verbindung, da er hier einen Teil seiner Schüler- und Studentenzeit verbrachte. Mit dem authentischen Spielfilm "Alle Jahre wieder" (1967) setzte er gemeinsam mit seinem Bruder Ulrich Schamoni der Stadt Münster ein zeitgemäßes Denkmal.

In neun Kapiteln erzählt die Präsentation im historischen Museumsaltbau, wie Max Ernst von 1918 bis zu seinem Tod im Jahr 1976 zu der herausragenden kreativen Gestalt in den Kunstzentren Köln, Paris und New York avancierte. Gleichzeitig suchte er aber auch immer wieder die ländliche Einsamkeit in von ihm selbst geschaffenen Fluchtburgen. "Er empfand eine tief romantische Sehnsucht zur Natur, zur Dämmerung des Waldes, zu gewachsenen Strukturen der Pflanzen oder des Gesteins und zur animalischen Wildheit", so Dr. Erich Franz, Kurator der Ausstellung. In neuen Techniken erkundete Max Ernst die Wirklichkeiten des Unbewussten, des Visionären, Erotischen, Fantastischen und Bedrohlichen.

Zu diesen faszinierenden Erfahrungswelten gehören auch die Landschaftsbilder aus Arizona, die überwiegend in den 1940er bis 1950er Jahren entstanden. Sie verbinden visionäre Transparenz mit erstaunlich realistischer Schilderung. In der felsigen und kargen Einöde von Sedona, in der Max Ernst mit seiner Ehefrau Dorothea Tanning lebte, hatte er endlich die Natur gefunden, die er schon viele Jahre zuvor in seinen visionären Bildern gemalt hatte.

Einen Höhepunkt der Freundschaft zwischen Max Ernst und Peter Schamoni - und auch der Ausstellung im LWL-Landesmuseum - bildet die gemeinsame Arbeit an dem experimentellen Kurzfilm "Maximiliana" über einen Astronomen, der wegen seines fehlenden Diploms in Deutschland nicht anerkannt wurde. Max Ernst sah in dem Sternenforscher Ernst Wilhelm Leberecht Tempel (1821-1889) gewissermaßen sein Alter Ego. Hatte dieser doch ein "direktes echtes Sehen" vertreten, das noch nicht von "automatisch aufzeichnenden Instrumenten" ersetzt worden war.

Zur Ausstellung erscheint das gleichnamige Buch"Max Ernst läßt grüßen". Peter Schamoni begegnet Max Ernst im Coppenrath Verlag. Eher ein Künstlerbuch als ein Ausstellungskatalog führt das 172-seitige Werk auf unkonventionelle Weise in die Bilderwelten des großen Surrealisten ein. An der Museumskasse ist es für 25 Euro zu erhalten.

Hauptsponsor der Ausstellung "Max Ernst läßt grüßen" ist die neu gegründete Stiftung "kunst³". "Die Stiftung möchte die große Bedeutung des Landesmuseums herausstellen und die Anstrengungen des LWL unterstützen", fasst der Vorsitzende Reinhard Horstmann, Unternehmer und Förderer aus Münster, zusammen. Die Stiftung wurde gegründet, um große, publikumswirksame Ausstellungen in einer exklusiven Partnerschaft mit dem LWL-Landesmuseum zu fördern.

Ausstellungseröffnung: 27. September 2009, 11 Uhr

Öffnungszeiten:

Dienstag - Sonntag: 10 - 18 Uhr
Donnerstag: 10 - 21 Uhr
Montag geschlossen



Pressekontakt:
Claudia Miklis, Telefon: 0251 5907-168, claudia.miklis@lwl.org und Frank Tafertshofer, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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