LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 02.09.09

Foto zur MitteilungDieter Roth, Vogelfutterbüste, 1969. Porträtbüste des Künstlers in Schokolade gegossen auf Sperrholzplatte, Stiftung Sammlung Cremer.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungRobert Smithson, Insel aus Salzkristallen, Salt Lake Utha, o.J.
© VG Bild-Kunst, Bonn 2009


Foto zur MitteilungPeter Fischli & David Weiss, Der Lauf der Dinge, 1987, Video.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

"Latent sichtbar"

Studioausstellung mit Werken des 20. Jahrhunderts im LWL-Landesmuseum

Bewertung:

Münster (lwl). Mit dem Verschwinden, Zersetzen und Entmaterialisieren beschäftigt sich die neue Studioausstellung "Latent sichtbar. Tendenzen der Auflösung in Werken der Sammlung des 20. Jahrhunderts" (1. September - 1. November) im LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster . Bei dieser Ausstellung geht es nicht etwa um Kunstwerke, die beim Museumsumzug verschwunden sind, sondern vielmehr um die Flüchtigkeit des "Meisterwerkes" in der Kunst des 20. Jahrhunderts (Eröffnung: 1. September, 19 Uhr).

"Mit Auflösungsprozessen haben viele Künstler die Ansprüche an das Kunstwerk untergraben und dekonstruiert", so Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold. "Eine Auswahl von Arbeiten aus unserer Sammlung im LWL-Landesmuseum zeigt ein Spektrum, das von der extremen Reduktion des Bildes bis hin zu Kunst als Prozess reicht."

Mit seiner Arbeit "Vogelfutterbüste" von 1969 zeigte Dieter Roth bildhaft die Zersetzung eines Kunstwerkes. Die Skulptur ist ein Porträt des Künstlers als Vogelfutterbüste, das nicht nur aus dem vergänglichem Material Schokolade besteht, sondern auch von Vögel gefressen werden sollte. Damit unterwanderte Roth die Vorstellung von dem für die Ewigkeit geschaffenen Werk. Auch die "Große Insel" (1973) - die aus einer Ansammlung verschiedener Esswaren unter einer Plexiglashaube besteht - ist nie "vollendet". Denn aufgrund von natürlichen Verwesungsprozessen ist das Werk in permanenter Veränderung begriffen. Die Kunst wird prozesshaft.

Der italienische Künstler Piero Manzoni (1933-1963) verweigert sich mit seinen einfarbigen Bildern nicht nur dem Bild, sondern auch der Malerei. Er stellte ausschließlich grundierte Leinwände aus, in deren Weiß alle Farben enthalten sind, wie in dem Werk "Achrome" (1959) aus der Sammlung Cremer. "Bei Manzoni ging es um die Negation des Künstlers selbst. Die 'Hand des Meisters' ist auf seinen Leinwänden gänzlich abwesend", erklärt Ausstellungskurator Dr. Marcel Schumacher.

Auch Marcel Duchamp (1887-1968) war fasziniert von Prozessen und der Auflösung des Kunstwerks. Von Anfang an versuchte auch er, die 'Meisterwerke' selbst in Frage zu stellen, beispielsweise indem er auf Glas malte und dadurch sein Werk durchsichtig machte.

Die Ausstellung im Umgang des Museums-Lichthofes zeigt außerdem, wie Robert Smithson in seinem Werk mit Auflösung operiert, Alighiero Boetti Kunst in der Kommunikation existieren lässt, Reiner Ruthenbeck das Werk entmaterialisiert und Fischli und Weiss es dem "Lauf der Dinge" übergeben.



Pressekontakt:
Claudia Miklis, Telefon: 0251 5907-168, claudia.miklis@lwl.org und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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