LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 28.08.09

Foto zur MitteilungDer Künstler Otmar Alt nahm hier die steinzeitliche Felsgravierung eines "Bisonmannes" und den elfenbeinernen "Löwenmenschen" von der Schwäbischen Alb als Vorbild. "Die Beschwörung", Acry/Leinwand 2006.
Foto: Kehlmann.


Foto zur Mitteilung30.000 Jahre alte Frauenfiguren, wie sie unter anderem im russischen Kostienki gefunden wurden, haben hier den Künst-ler Otmar Alt inspiriert. "Die Schönen von Kostienki", Acryl/Bütten 2006.
Foto: Kehlmann.


Foto zur MitteilungDie "Venus von Kostienki" (Replik) ist nur eine von vielen Frauen im "Schlafzimmer" der Kunstausstellung.
Foto: LWL/S. Mosch.


Foto zur MitteilungMuttergottheit oder Sexsymbol? Die von Steinzeitmenschen hergestellte "Venus von Willendorf" (Replik) gibt den Archäologen Rätsel auf.
Foto: LWL/S. Mosch.


Foto zur MitteilungOtmar Alt: "Gönnersdorfer Frauenbewegung", 3-teilige Holztafel 2006.
Foto: LWL/S. Mosch


Foto zur MitteilungAuf der 15.000 Jahre alten Schiefergravierung aus dem rheinland-pfälzischen Gönnersdorf (Replik) sind vier weibliche Gestalten schematisch dargestellt. Die unvollständige Szene könnte die Frauen beim Tanzen oder auf der Nahrungssuche darstellen.
Foto: LWL/S. Mosch.


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Presse-Infos | Kultur

Jetzt wird's bunt - Moderne trifft Steinzeit

Otmar-Alt-Ausstellung eröffnet im LWL-Museum für Archäologie in Herne

Bewertung:

Herne (lwl). Wie sieht die Wohnung eines Archäologen aus? Eine Antwort präsentiert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab 29. August (bis 29.11.) in seinem LWL-Museum für Archäologie in Herne. Die Ausstellung "Otmar Alt - Die verzauberte Welt des unbekannten Archäologen" zeigt ein Zuhause, das vom Eingangsflur bis zum Schlafzimmer angefüllt ist mit archäologischen Objekten und deren farbenfroher Interpretation durch den Maler und Bildhauer Otmar Alt. In sieben Zimmern laden gut 20 Bilder und Skulpturen des Hammer Künstlers die Besucher zum Ent-rätseln von Steinzeit und Moderne ein.

"Die Besucher können sich in der Ausstellung von der kreativen Auseinandersetzung zwischen Kunst und Archäologie überraschen lassen", so Museumsleiter Dr. Josef Mühlenbrock. "Dabei stellen sich unerwartete Rätsel - was etwa hat ein Dinosaurier-Ei in der Küche zu suchen?"

Eine Dinosaurierplastik im Foyer, ein Dackel auf Rädern neben den Knochen eines Höhlenbären und viele Frauen im Schlafzimmer - auf 350 Quadratmetern stehen sich moderne Kunstwerke und archäologische Funde gegenüber. So schufen Menschen vor über 20.000 Jahren Höhlenmalereien und vor über 30.000 Jahren Statuetten aus Geweih, Elfenbein, Stein und Ton. Der Betrachter darf selbst spekulieren, ob sie einem spirituellen Zweck dienten oder reine Kunstwerke waren. Für den Künstler Otmar Alt jedenfalls waren sie Ideengeber für seine eigenen Gemälde: "Ich habe die Rolle eines Archäologen übernommen - mit Pinsel und Farben. Mit meinen Mitteln wollte ich diesen Jahrtausende alten Werken auf den Grund gehen und sie neu betrachten."

Kultige Tier-Mensch-Gestalten
So begegnen sich in dem Bild "Die Beschwörung" ein auf den Hinterhufen tänzelndes Bison und ein löwenköpfiger Mensch. "Während ich im linken Bildteil den Fels, also die Wirklichkeit andeuten will, kommt im rechten Drittel etwas ganz Handschriftliches von mir ins Bild", erklärt Otmar Alt sein Werk. "So verbinde ich nicht nur zwei steinzeitliche Werke unterschiedlicher Herkunft miteinander, sondern versetze sie mit meiner Sichtweise auch in die Moderne." Denn während der sogenannte Bisonmann auf eine Felsgravierung in der Höhle im französischen Le Gabillou zurückgeht, ist der Löwenmensch eine elfenbeinerne Figur von der Schwäbischen Alb. Die Umzeichnung beziehungsweise die Nachbildung der Steinzeitobjekte vervollständigen mit anderen Kultgegenständen und dem Alt-Werk die Kultecke in der Wohnung des unbekannten Archäologen.

Vollschlank als Schönheitsideal?
Die Einrichtung des Schlafzimmers besteht aus einem kargen Felllager. Im Gegensatz zum spartanischen Mobiliar hat der unbekannte Archäologe den Raum jedoch mit seinen Funden und bunten Gemälden ausgeschmückt. "Frauen" sind das vorherrschende Thema der Werke. So hängen über dem Bett "Die Schönen von Kostienki" von Otmar Alt. Das farbenfrohe Werk zeigt drei nackte weibliche Gestalten, von denen zwei opulente Körperrundungen, jedoch keinen Kopf haben. Vor den beiden kniet eine dritte Frau mit deutlich strafferen Formen.

Während die vordere Dame der Gegenwart entsprungen scheint, stimmen die beiden hinteren in ihrer abstrakten Formensprache mit steinzeitlichen Frauenstatuetten überein. Daher sind eine 30.000 Jahre alte Figur aus dem russischen Kostienki und die gleich alte "Venus von Willendorf" als Nachbildungen ebenfalls im Schlafzimmer zu sehen. Die Besucher dürfen wie die Wissenschaftler darüber nachsinnen, ob die Figuren wohl als "Muttergottheiten" verehrt oder Sexsymbole waren.

Im Esszimmer schwebt über dem rustikalen Tisch eine Lichtskulptur von Uli Haller. Der junge Künstler beschäftigt sich unter anderem mit Lichtarchitektur und interaktiven Lichtinstallationen.

Hintergrund:
Der als "Bürger des Ruhrgebietes" ausgezeichnete Künstler Otmar Alt wurde 1940 in Wernigerode im Harz geboren. Neben Grafiken und Gemälden gestaltet er unter anderem Keramiken und Glasplastiken und baut Skulpturen aus Polyester, Bronze oder Eisen. Von 1964 bis 1966 war er Meisterschüler bei Hermann Bachmann an der Berliner Kunstakademie. Der heute in Hamm lebende Künstler gründete 1991 die Otmar-Alt-Stiftung, die junge Talente fördert und ihnen ein Präsentationsforum bietet. In über 500 Ausstellungen wurde das Werk Otmar Alts bisher im In- und Ausland gezeigt.

Uli Haller wurde 1976 in Karlsruhe geboren. Er studierte Fotodesign an der Fachhochschule in Dortmund und realisierte in seiner Abschlussarbeit "iluist" erstmals sein Lichtkonzept mit inszenierter Langzeitbelichtung. 2007 erhielt er ein Stipendium der Otmar-Alt-Stiftung. Er verwirklichte bisher mehr als 20 Projekte und Ausstellungen, die sich mit Lichtarchitektur, Lichtchoreographie und Lichtinstallation beschäftigten. Eines seiner jüngsten Projekte war die Ausstellung "Lichtmalerei" in der Hammer Sparkasse (2008).

Termin:
29.8. - 29.11.2009:
Kunstausstellung "Otmar Alt - Die verzauberte Welt des unbekannten Archäologen"

Begleitbuch:
Das Begleitbuch ist im Museumsshop oder über jede Buchhandlung erhältlich.
"Wie bunt war die Vergangenheit wirklich? GANZ ALT - die Archäologie des Eiszeitalters, umge-setzt von Otmar Alt" - Sabine Gaudzinski-Windheuser, Regina Höfer, Olaf Jöris (Hrsg.), Mainz 2007, 103 Seiten mit 71 meist farbige Abbildungen, ISBN 978-3-88467-107-8, 18,50 €

Eintrittspreise:
Erwachsene 2,50 Euro, Ermäßigungsberechtigte 1,50 Euro, Familien 5 Euro
Kombiticket Dauer- und Kunstausstellung:
Erwachsene 5 Euro, Ermäßigungsberechtigte 2,50 Euro, Familien 10 Euro

Adresse:
LWL-Museum für Archäologie, Europaplatz 1, 44623 Herne
Tel. 02323 94628-0 oder -24, http://www.lwl-landesmuseum-herne.de
Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag 9 Uhr bis 17 Uhr, Donnerstag 9 Uhr bis 19 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertag 11 Uhr bis 18 Uhr
Geschlossen am 24., 25., 31.12. und am 1.1.



Pressekontakt:
Stefanie Mosch, LWL-Museum für Archäologie, Tel.: 0251 591-8921 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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