LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 22.05.09

Foto zur Mitteilung Übergabe des Siegelstempels in Cappenberg am 20. Mai: von links Frau Hechte, Prof. Dr. Norbert Reimann (Archivar des Stein-Archivs), Sebastian Graf von Kanitz (11xUrenkel des Ritters Engelbrecht vom Stein), Andreas Hechte (Finder des Siegelstempels, mit dem Stück), Dr. Gerd Dethlefs (LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster, Betreuer der Stein-Ausstellung).
Foto: LWL/U.Runeberg


Foto zur MitteilungSiegelstempel des Ritters Engelbert vom Stein (+ 1491), um 1470-1490 gefunden von Andreas Hecht bei Freinsheim in der Rheinpfalz in einem Weinberg.
Foto: LWL/U. Runeberg


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Presse-Infos | Kultur

Alter Siegelstempel auf Schloss Cappenberg

LWL-Ausstellung erhält archäologischen Fund

Bewertung:

Selm (lwl). Die Ausstellung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Schloss Cappenberg "Der Freiherr vom Stein und Cappenberg" wird um ein spannendes Objekt zur Familiengeschichte der Freiherren vom Stein ergänzt: um den Siegelstempel eines Vorfahren des großen deutschen Staatsmannes, nämlich seines siebenfachen Urgroßvaters Engelbrecht vom Stein.

Der aus Bronze sorgfältig gravierte Siegelstempel - ein "Typar", wie Historiker sagen - ist ein archäologisches Fundstück aus einem Weinberg bei Freinsheim in der Rheinpfalz: Andreas Hecht (56), ein Hobby-Archäologe, der regelmäßig die Weinberge um Freinsheim nach historischen Objekten absucht, fand das über 500 Jahre alte Stück im Herbst 2004. Er hat ihn nun dorthin gegeben, wo er historisch hingehört: in den Besitz eines direkten Nachfahren, Sebastian Graf von Kanitz. Graf Kanitz, ein Ururururenkel des Freiherrn Carl vom Stein und ein elffacher Urenkel des Engelbrecht vom Stein, ist Eigentümer des Stammhauses der Freiherren vom Stein in Nassau.

Das Typar diente dazu, Briefe mit Wachs zu verschließen und Urkunden zu beglaubigen. Es misst 26 Millimeter im Durchmesser und hat einen kleinen geösten Tragegriff auf der Rückseite. Man konnte ihn an einem Band um den Hals tragen - und eben auch verlieren.

Was den Ritter Engelbrecht zu dem Aufenthalt in der Rheinpfalz bei Freinsheim bewogen hat - schließlich besaß er am Rhein bei Lorch eigene Weinberge, die ebenfalls noch in Familienbesitz sind - darüber läßt sich nur spekulieren. War er als Mitglied der rheinischen Reichsritterschaft in deren Angelegenheiten unterwegs, oder für einen anderen Herren tätig, den Kurfürsten von Mainz oder den Kurfürsten von der Pfalz?

Das ungewöhnliche Stück wird nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht - Graf Kanitz hat das Stück als Leihgabe in die Stein-Ausstellung in Schloss Cappenberg gegeben, wo es nun neben der Ansicht der Stammburg bei Nassau für die ältere Geschichte der reichsfreiherrlichen Familie steht.



Pressekontakt:
Claudia Miklis, LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Telefon: 0251 5907-168 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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