LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 27.05.09

Foto zur MitteilungDie Hermannschlacht. Ein Stummfilm in 5 Akten.
Foto: LWL-Medienzentrum


Foto zur MitteilungSzenenfoto "Hermann und Tusnelda".
Foto: LWL-Medienzentrum


Foto zur MitteilungSzenenfoto: Römischen Legionäre erblicken die germanischen Angreifer.
Foto: LWL-Medienzentrum


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Presse-Infos | Kultur

Hermann als Stummfilmstar

LWL-Medienzentrum präsentiert historischen Spielfilm

Bewertung:

Münster/Haltern (lwl). Im Varusjahr hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) den Film "Die Hermannschlacht", einen historischen Streifen aus der Frühzeit des westfälischen Kinos, zu neuem Leben auf DVD erweckt. Bei den aufwendigen Dreharbeiten in den Jahren 1922 und 1923 im Raum Detmold wirkten mehr als 1000 Statisten und knapp 200 Pferde mit. Im Mittelpunkt steht Hermann der Cherusker, der eigentlich Arminius hieß. "Der Sieger der Schlacht im Teutoburger Wald avancierte zumindest vorübergehend zum Filmstar", sagte LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch bei der Vorstellung des Films am Mittwoch (27. Mai) im LWL-Römermuseum in Haltern am See.

"Großartige Bildhaftigkeit der Szenen, glänzende Massenregie und hervorragende Darstellung der Hauptrollen sichern dem Film eine erste Stelle unter den historischen Großfilmen der letzten Zeit", schrieb der Generalanzeiger in Würzburg nach der Uraufführung am 27. Februar 1924 im Detmolder Landestheater, zu der die gesamte lippische Politprominenz erschien. Dr. Volker Jakob vom LWL-Medienzentrum für Westfalen ist der Geschichte des Streifens nachgegangen. Sein Urteil: "Künstlerisch ist der Film eher schwach und aus heutiger Sicht oft unfreiwillig komisch. Umso prägnanter artikuliert sich die politisch-propagandistische Intention."

Regisseur Dr. Leo Koenig, der langjährige Theater- aber keine Filmerfahrung besaß, habe den Auftrag bekommen, eine politische Botschaft zu vermitteln, so Jakob. "Die Hermannschlacht" lieferte eine Antwort auf die Situation im Jahr 1923, als Frankreich und Belgien das Ruhrgebiet besetzt hielten, um ausbleibende Reparationszahlungen Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg zu erzwingen. Jakob: "Dass dieser Film zwar von den Römern sprach, aber die damaligen 'Erzfeinde', die Franzosen meinte, wurde von dem begeisterten Premierenpublikum sofort verstanden." Ihnen sollte der Film verdeutlichen, dass sich jede "Fremdherrschaft" durch ein geeintes Volk unter einem starken Führer beenden lasse.

Das damals als großartiges Stummfilmepos gefeierte Werk verklärte den Sieger der Varusschlacht - gemäß dem verbreiteten Mythos - zum Befreier eines vereinten Germaniens und zum Gründervater der deutschen Nation. "Auch über 80 Jahre nach seiner Entstehung ist der Film noch immer ein interessantes Untersuchungsobjekt in der kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte nationaler deutscher Identitätssuche im 19. und 20. Jahrhundert", so der Chef des LWL-Medienzentrums, Dr. Markus Köster.

Bereits ein Jahr nach der Erstaufführung verschwand "Die Hermannschlacht" wieder von der Bildfläche. "Nachdem sich die politische und wirtschaftliche Situation 1924 beruhigt hatte, geriet der ganz dem Zeitgeist verpflichtete Film rasch in Vergessenheit", erklärt Köster. Erst 1990 tauchte der Streifen wieder auf - doch nicht etwa in westfälischen Archiven, sondern im zentralen Filmarchiv der ehemaligen UdSSR in Moskau. In den Wirren des Kriegsendes 1945 muss die sowjetische Armee die Originalkopie beschlagnahmt haben.

Das LWL-Medienzentrum hat das Ausstellungsprojekt "Imperium Konflikt Mythos. 2000 Jahre Varusschlacht" in Haltern, Kalkriese und Detmold zum Anlass genommen, den Film wiederzubeleben. Die Zwischentitel wurden neu gesetzt und der Detmolder Pianist Daniel Wahren untermalte das Werk, das bei seiner Uraufführung noch von einem Orchester begleitet worden ist. Ein umfangreiches Begleitheft zur DVD informiert über zeitgeschichtliche Hintergründe und Zusammenhänge sowie über die Geschichte des Films selbst.

Die Hermannschlacht. Ein Stummfilm in fünf Akten aus dem Jahr 1924. Reihe: Westfalen in historischen Filmen. Spielzeit ca. 54 Minuten, Schwarz-Weiß, DVD mit Begleitheft, Preis 14,90 Euro.

Eine Produktion des LWL-Medienzentrums für Westfalen. Fürstenbergstraße 14, 48147 Münster, medienzentrum@lwl.org

Der Film ist für Museumsbesucher im LWL-Römermuseum in Haltern am See, im Lippischen Landesmuseum Detmold und im Museum und Park Kalkriese erhältlich.

Eine öffentliche Vorführung des Films findet am 26. Juni um 19:30 Uhr im Lippischen Landesmuseum in Detmold statt, Ameide 4, 32756 Detmold. Der Eintritt kostet 5 Euro (Ermäßigung: 3 Euro). Karten gibt es an der Abendkasse oder können unter Telefon: 02531 9925409 vorbestellt werden.



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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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