LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 23.12.08

Foto zur MitteilungDer erste Fotograf Westfalens: Friedrich Hundt 1885.
Foto: Sammlung Hundt, LWL-Medienzentrum


Foto zur MitteilungDemonstration von Psychologiestudierenden der Westfälischen Wilhelms-Universität, 1. Februar 1968.
Foto: Willi Hänscheid, Stadtmuseum Münster


Foto zur MitteilungTypisch westfälisch? Ein Bauernmädchen mit zwei Pumpernickelbroten 1919.
Foto: Heinrich Genau, LWL-Medienzentrum


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Presse-Infos | Kultur

"Fotografie in Westfalen"

LWL gibt in neuem Buch Überblick über die Foto-Geschichte der Region

Bewertung:

Westfalen (lwl). Die Fotografie blickt in Westfalen auf eine über 150-jährige Geschichte zurück. Schon wenige Monate, nachdem im August 1839 die Nachricht um die Welt gegangen war, Louis Jacques Mandé Daguerre habe ein neues technisches Verfahren zur Abbildung der Wirklichkeit erfunden, trat mit Friedrich Hundt in Münster der erste Fotograf Westfalens auf den Plan. Trotz dieser langen fotografischen Tradition ist die Geschichte der Fotografie in Westfalen bisher nur in Ansätzen erforscht. Mit dem neusten Band seiner Westfälischen Forschungen nimmt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) sich jetzt dieser Forschungslücke an.

Die weitgehend ungehobenen Potenziale einer Verknüpfung von Regional- und Fotogeschichte waren für den LWL der Anstoß, das Thema "Fotografie - Region - Geschichte" zum Schwerpunkt der Westfälischen Forschungen 2008 zu machen. Die Anregung dazu kam vom früheren LWL-Kulturdezernenten, Prof. Dr. Karl Teppe. Gemeinsame Herausgeber des vom münsterschen Aschendorff-Verlags verlegten Bandes sind das LWL-Institut für Westfälische Regionalgeschichte und das LWL-Medienzentrum für Westfalen.

"Eines unserer Anliegen war es, die unterschiedlichen methodischen Herangehenswiesen verschiedener Disziplinen an die Fotografie zu zeigen", erklärt Dr. Volker Jakob vom LWL-Medienzentrum, der gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Markus Köster für den Themenschwerpunkt verantwortlich zeichnet. "Neben regional- und fotohistorischen Ansätzen nimmt das Buch besonders Anstöße aus der Kunstgeschichte und der Volkskunde auf, die seit jeher ein enges Verhältnis zum fotografierten Bild pflegen."

Hintergrund:
Die 26 Beiträge des Themenschwerpunktes entwerfen ein breites Kaleidoskop der Geschichte der Fotografie in Westfalen - und darüber hinaus. Anschaulich spiegeln sie die Entwicklungsdynamik des Mediums, seine Modernität und Vielgestaltigkeit.

Neben grundlegenden Beiträgen, die zum Beispiel danach fragen, ob denn Bilder überhaupt Geschichte zeigen, wie sich die Fotografie in Westfalen im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte und in welchen Archiven die visuellen Schätze der Region überliefert sind, nehmen zahlreiche Autoren einzelne Aspekte der Fotografie als Gegenstand der Regionalgeschichte in den Blick. So setzen sich mehrere Aufsätze damit auseinander, welches Bild von Westfalen und seinen Bewohnern Fotos zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Medien zeichneten.

Andere untersuchen, wie bestimmte soziale Gruppen - etwa das Großbürgertum, Handwerker oder auch Psychiatriepatienten - sich auf Fotos präsentierten oder präsentiert wurden. Und auch die fotografische Darstellung der traditionsreichen westfälischen Schützenfeste wird in einem Beitrag ins Bild gerückt. In ganz andere Gefilde begibt sich ein Aufsatz, der unter dem Titel "Die Ferne im Blick" westfälisch-lippische Sammlungen zur Fotografie aus Mission und Kolonien analysiert.

Ein eigener Themenschwerpunkt ist Fotos als Quellen der Zeit- und Sozialgeschichte gewidmet. Hier reicht das Spektrum der untersuchten Bildbestände vom Fotonachlass eines Veteranen des Ersten Weltkriegs über private Urlaubsfotos der 1960er Jahre ("Auf nach Rimini") und die fotografische Berichterstattung der Zeitungen in Münster zur Studentenrevolte von 1968 bis zu einer beklemmenden Fotoserie über die Judendeportation in Bielefeld im Dezember 1941.

"Beiträge wie dieser verdeutlichen, dass Fotografien sehr aufschlussreiche Quellen der regionalen Zeitgeschichte sein können. Für die Sozial-, Kultur- und Alltagsgeschichte Westfalens sind sie per se von besonderer Bedeutung, weil sie bewusst oder en passant zahlreiche Details vom Leben und Arbeiten der Menschen des 19. und 20. Jahrhunderts festgehalten haben, die in Schriftquellen oft nur spärlich oder gar nicht erfasst sind", so Mitherausgeber Köster.

Fotografie - Region - Geschichte
Band 58 (2008) der Westfälischen Forschungen
803 Seiten, 224 Abbildungen
Münster 2008 ISBN 978-3-402-15391-8, 69,60 EURO



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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