LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 18.11.08

Presse-Infos | Kultur

Frauen im Aufbruch zu Amt und Würden

LWL-Industriemuseum sucht Zeitzeuginnen

Bewertung:

Dortmund (lwl). "Wie wir wurden, was wir nicht werden sollten. Frauen im Aufbruch zu Amt und Würden", lautet der Titel einer Ausstellung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab Juli nächsten Jahres in seinem Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund präsentiert; anschließend soll sie durch NRW touren. Der Anlass: Vor genau 100 Jahren konnten sich erstmals Frauen an deutschen Hochschulen einschreiben. Zehn Jahre später erhielten sie auch Zugang zu politischen Ämtern.

Das LWL-Industriemuseum sucht jetzt Frauen, die aus ihrer eigenen Lebensgeschichte oder der Biografie ihrer weiblichen Vorfahren über Studium, Beruf oder politische Laufbahnen von den 1920er bis 1960er Jahren berichten können. "Ganz besonders interessieren uns solche Lebenswege, die nicht zum Ziel führten und Geschichten über die Umstände, die das verhinderten", erklärt Museumsleiterin Dr. Ulrike Gilhaus.

Willkommen sind auch Leihgaben aller Art zu diesem Thema: Vom Examenszeugnis über Zettelkästen der Diplom- oder Doktorarbeiten, Bewerbungen, Arbeitsverträge, Gegenstände aus dem Berufsalltag wie Arzttaschen, Kittel, Roben oder Türschilder - kurz: alles, das an die Frauengeneration im Aufbruch erinnert. "Gern würden wir Frauen für Filminterviews gewinnen, um ihre ganz persönliche Pionierleistung würdigen zu können", ergänzt die Museumsleiterin. Aber auch Männer seien willkommen, die aus dem Leben ihrer Ehefrauen, Mütter, Schwiegermütter oder Tanten berichten möchten.

Hintergrund

Als sich die Universitäten vor 100 Jahren auch weiblichen Studierenden öffneten, entschieden sich zunächst nur wenige junge Frauen für die akademische Laufbahn. Frauen mit akademischem Abschluss besetzten vor allem Positionen in Verwaltung, Verbänden und Journalismus. Beliebt war die Ausbildung zur Lehrerin. "Wer heiratete, musste in der Regel die berufliche Position aufgeben. Über Jahrzehnte waren Ehe und Beruf unvereinbar", erklärt Ulrike Gilhaus. Ab den 1920er Jahren wurde das Studium für "Töchter aus gutem Hause" jedoch zunehmend Voraussetzung für eine standesgemäße Ehe. Die examinierte Frau und Mutter, die jedoch nicht in ihrem Beruf arbeitete, galt als neues Leitbild. Andere Frauen nahmen ein Studium auf, konnten es aber wegen finanzieller Engpässe, Kriegsereignisse oder anderer Umstände nicht beenden.

Kontakt für Zeitzeuginnen und Zeitzeugen:
Dr. Ulrike Gilhaus, Tel. 0231 6961-148, E-Mail: ulrike.gilhaus@lwl.org
Dr. Anne Kugler-Mühlhofer, Tel. 0231 6961-211, E-Mail: anne.kugler-muehlhofer@lwl.org



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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