LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 25.09.08

Foto zur MitteilungDr. Dirk Zache (v. l.), Direktor des LWL-Industriemuseums, Tagungsleiter Dr. Eckhard Schinkel und Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer diskutierten mit den Teilnehmern über Helden als Konfliktfiguren.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Die Helden-Maschine

Tagung und Vortragsabend im LWL-Industriemuseum

Bewertung:

Dortmund (lwl). Von Achill bis Zorro, von den Sporthelden im Schlaglicht der Medien zu den unbekannten Helden des Alltags: Das Helden-Feld ist weit. Haben Helden Konjunktur? Seit es Helden-Bilder gibt, wird über ihre Bedeutung nachgedacht und gestritten. Sind Helden dasselbe wie Stars, Ideale, Vorbilder? In Helden-Bildern nehmen die Träume, Wünsche und Sehnsüchte Gestalt an, genauso wie Erziehungsideale und Feindbilder. In der Tagung "Helden-Maschine", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) von Mittwoch, 24. September, bis Freitag, 26. September, in seinem Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund veranstaltet, diskutieren 18 Referenten aus den Kultur-, Sozial- und Geisteswissenschaften über Helden als Konfliktfiguren und Spiegel der Leit- und Streitkultur ihrer Zeit (Programm s.u.). Die Erkenntnisse aus der Tagung fließen ein in die kulturhistorische Ausstellung "Helden. Von der Sehnsucht nach dem Besonderen", die das LWL-Industriemuseum im Kulturhauptstadtjahr 2010 an seinem Standort Henrichshütte Hattingen zeigt.

Thesen

Für Tagungsleiter Dr. Eckhard Schinkel vom LWL-Industriemuseum sind Heldenbilder, um die es vorrangig bei den Diskussionen in Dortmund geht, eng mit der Kulturgeschichte verwurzelt und konstitutiv für individuelles wie für kollektives Selbstverständnis. Im Focus des wissenschaftlichen Interesses stehe heute nicht die Frage "Was ist ein Held?", sondern eher die Frage nach den Wandlungen und Funktionen des Heldenbildes. "Helden und Heldinnen sind dargestellte Krisen- oder Konfliktfiguren", lautet deshalb eine zentrale These der Tagung.

Welche Rolle Heldenbilder in Nation und Gesellschaft spielten und spielen, ist Thema mehrerer Vorträge. So legt Prof. Dr. Uwe Hasebrink vom Hans-Bredow-Institut in Hamburg dar, wie nationale Helden in den Mitgliedsstaaten in der grenzüberschreitenden Kommunikation zur Ausbildung einer länderübergreifenden europäischen Identität beitragen können. Priv. Doz. Dr. Christian Schneider (Universität Kassel) erklärt in seinem Beitrag "Wozu Helden?", dass Helden in erster Linie Produkte der Idealisierung durch andere seien. "Helden sind - auch für komplexe - Gesellschaften notwendig", so sein Fazit. Prof. Beatrice Heuser (Universität Reading / GB) fragt in ihrem Vortrag über Kriegshelden: "Wie können Kriegerhelden, die oft für Sachen gekämpft haben, die meist einer Welt des Nationalismus und des Rechts des Stärkeren entstammen, mit den Werten der postmodernen Demokratien vereinbart werden?"

Auf die Helden der Kinder und Jugendlichen geht Prof. DR. Ingrid Paus-Hasebrink (Universität Salzburg) ein. "Je weiter der Prozess der Diversifizierung auch des Medienangebots fortschreitet, desto mehr gewinnen Stars, Helden und Idole für den Einzelnen und seine jeweiligen Kontexte gerade für jüngere Kinder, aus ihrem Verlangen nach emotionaler Stabilität heraus, an Attraktivität."

PROGRAMM

Erster Tag: Mittwoch, 24. September 2008


15.00 Uhr Anmeldung

16.00 Uhr Begrüßung: Museumsdirektor Dirk Zache
Einführung: Dr. Eckhard Schinkel, LWL-Industriemuseum

Panel 1: Helden-Dispositive - Eckpunkte der Moderne
Moderation: Dr. Eckhard Schinkel

16.30 Uhr Prof. Dr. Uwe Hasebrink: Medien-Helden und europäische Öffentlichkeiten

17.10 Uhr Prof. Dr. Ulrike Brunotte: Helden des Todes. Enthusiastisches Sterben, Opfer und Krieg um 1900

17.50 Uhr Pause / Informeller Empfang; Fortsetzung der Anmeldung

19.00 Uhr Öffentliche Abendveranstaltung

Grußwort: Maria Seifert, Vorsitzende der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe

Das Helden-Projekt - der Beitrag des LWL-Industriemuseums für die "Ruhr 2010. Kulturhauptstadt Europas": Dietmar Osses, MA (Projektleiter; LWL-Industriemuseum)

19.30 Uhr Vortrag von Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer: Triumph und Tod des Helden. Heroenkult und (Selbst-)Zerstörung in der NS-Zeit.

Ab 20.30 Uhr Ausklang Imbiss

Zweiter Tag: Donnerstag, 25. September 2008

8.45 Uhr Fortsetzung Anmeldung

Panel 2: Identitäts-Bildung I - Individuum und Gesellschaft
Moderation: Dr. Eckhard Schinkel

9.15 Uhr PD Dr. Christian Schneider: Wozu Helden?

9.55 Uhr Prof. Dr. Heinz Dieter Kittsteiner: "Heroische Moderne" - ein Epochen-Begriff?

10.35 Uhr Kaffeepause

Panel 3 : Identitäts-Bildung II - Gender, Konfession, Konflikt
Moderation: Dr. Dagmar Kift

10.55 Uhr Prof. Dr. Sylvia Schraut: Helden im Schatten der Nation - Der Zusammenhang von Heldendefinitionen, Geschlecht und Konfession (18. bis frühes 20. Jh.)

11.35 Uhr Prof. Dr. Peter Burschel: Glaubenshelden

12.15 Uhr Prof. Dr. Beatrice Heuser: Der Krieger-Held in den postmodernen Demokratien Europas

13.00 Uhr Mittagspause

Panel 4 : Konstruktionsorte - Geschichte, Kollektives Gedächtnis, Neue Medien
Moderation: Anja Kuhn, MA

14.00 Uhr Prof. Dr. Anja Klöckner: An ihren Feinden sollt ihr sie erkennen. Zur Konstruktion von Held und Antiheld in griechischen Mythenbildern

14.40 Uhr Prof. Dr. Monika Schmitz-Emans: Literarische Heroen und ihre Darstellung im Comic - Reflexionen über Helden und Heldentum in gezeichneten Versionen von "Moby Dick"

15.20 Uhr Kaffeepause

15.40 Uhr Prof. Dr. Christoph Jamme: Postmoderner Held oder Antiheld?

16.20 Uhr Dr. Jürgen Schmidt: Stolz auf das Geleistete - aber ein Held? Umschreibungen und Aneignungen des "Heldenhaften" in Arbeitserfahrungen und im politischen Engagement der Arbeiterschaft um 1900

17.00 Uhr Prof. Dr. Stefan Goch: Heldenhafter Widerstand der Ruhr-Arbeiterschaft gegen das NS-Regime?!

bis 17.40

Dritter Tag: Freitag, 26. September 2008

Panel 4 : Konstruktionsorte - Geschichte, Kollektives Gedächtnis, Neue Medien (Fortsetzung)


9.15 Uhr Prof. Dr. Ingrid Paus-Hasebrink: Die Helden der Kinder und Jugendlichen

9.55 Uhr JProf. Dr. Christoph Klimmt: Helden-Maschine für daheim: Das Recycling überkommener Heldenvorstellungen in Computerspielen zum Zweck der Unterhaltung

10.35 Uhr Kaffeepause

Panel 5 : Prägnanz und Pluralisierung - Helden im Alltag
Moderation: Dr. Olaf Schmidt-Rutsch

10.55 Uhr Dr. Sigrid Ruby: Heldinnen - Heroinen - kämpfende Frauen: Diagnose eines Rollenbildes in der zeitgenössischen Kunst am Beispiel von Bettina Rheims' "Héroïnes"

11.35 Uhr Dr. Eckhard Schinkel: "Deutschlands Geisteshelden": Anselm Kiefers Auseinandersetzung mit einem deutschen Topos

12.15 Uhr Mittagspause

13.20 Uhr Dr. Silke Meyer: Helden des Alltags

14.00 Uhr Prof. Dr. Christiane Eisenberg: Der deutsche Sportheld

14.40 Uhr Abschluss-Diskussion

15.00 Uhr Ende der Tagung


Alle Infos unter http://www.helden-tagung.de



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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