LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 25.09.08

Foto zur MitteilungBlick von der Zeche Königin Luise zum Kraftwerk Zabrze in Polen.
Foto: LWL/Piotr Muschalik


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Presse-Infos | Kultur

"Montanrevier. Bilder aus dem Ruhrgebiet und aus Oberschlesien"

Ausstellung im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern

Bewertung:

Dortmund (lwl). Im Ruhrgebiet und in Oberschlesien haben Kohle und Stahl die Landschaft in ähnlicher Weise geprägt: Fördertürme und Hochöfen dominierten hier wie dort als neue Wahrzeichen des Fortschritts. Die Ausstellung "Montanrevier", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab Sonntag, 28.9., in seinem Industriemuseum Zeche Zollern zeigt, stellt reviertypische Bauten aus Oberschlesien und aus dem Ruhrgebiet einander gegenüber: Fotos von Martin Holtappels, Piotr Muschalik und Thomas Stachelhaus sowie historische Ansichtskarten zeigen Fördergerüste und Malakofftürme, Bergarbeiterkolonien und Gartenstädte, die Villa Hügel und Schloss Plawniowitz, die Essener Synagoge und die Christ-Königs-Kathedrale von Kattowitz. Mit der Ausstellung im Rahmen der Reihe "Galerie Industriearbeit" setzt das LWL-Industriemuseum seinen Themenschwerpunkt zur deutsch-polnischen Geschichte fort.

"Im Ruhrgebiet und in Oberschlesien weisen gründerzeitliche Zechen und Kolonien, aber auch Kirchen und Theatergebäude nicht selten die gleiche architektonische Handschrift auf", erklärt Dr. Thomas Parent, stellvertretender Museumsdirektor. Bis 1918 gehörten die beiden Montanreviere komplett zum Deutschen Kaiserreich. Die gleichen Konzerne engagierten sich deutschland- und europaweit. Einzelne Architekten übernahmen Bauaufträge in unterschiedlichen Industrieregionen. So schuf Carl Moritz nicht nur das Hotel Handelshof am Essener Hauptbahnhof und die Nikolauskirche in Essen-Stoppenberg, sondern auch das Stadttheater in Kattowitz. Johannes Franziskus Klomp betrieb um 1910 neben seinem Dortmunder Hauptbüro zwei Zweigbüros in Beuthen und Kattowitz. Im östlichen Ruhrgebiet errichtete er mehrere Sakralbauten - darunter die Dortmunder Dreifaltigkeitskirche im Borsigplatz-Viertel. In Oberschlesien schuf er die monumentale Pauluskirche in Ruda-Friedenshütte. Dort ist das Portal durch einen Bibelvers in deutscher und in polnischer Sprache verziert, der sowohl die Nazi-Herrschaft als auch die kommunistische Diktatur unzerstört überstand.

In der Ausstellung sind die Fotos und Ansichtskarten zu Bildfolgen angeordnet. Einander gegenübergestellt werden Hochöfen aus Hattingen und Ruda, Dampfmaschinen aus Bochum und Zabrze, Theatergebäude aus Duisburg und Beuthen. Als früher Stahlfachwerkbau überrascht der Bahnhof von Ruda-Morgenroth von 1900-1902 an der Strecke von Gleiwitz nach Kattowitz, der die prominente Architektur der Ruhr-Zechen Zollern und Zollverein vorwegnimmt.

Obwohl nach dem Zweiten Weltkrieg vielerorts Plattenbau-Siedlungen errichtet wurden, konnte Oberschlesien auf weite Strecken sein "reviertypisches" Erscheinungsbild bis heute bewahren. Dies dokumentieren die Fotos von Piotr Muschalik.

"Die Fotos und Ansichtskarten sollen zur Beschäftigung mit den beiden Montanrevieren anregen, mit ihrem typischen Landschaftsbild, ihrer Geschichte, ihrer aktuellen Umstrukturierung, ihren Zukunftsperspektiven", so Thomas Parent.

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband.

Montanrevier. Bilder aus dem Ruhrgebiet und aus Oberschlesien
Fotos von Martin Holtappels, Piotr Muschalik und Thomas Stachelhaus und Ansichtskarten aus dem Archiv des LWL-Industriemuseums
28.9.2008 bis 18.1.2009 (Eröffnung So, 28.9., 11 Uhr)
LWL-Industriemuseum Zeche Zollern I GALERIEINDUSTRIEARBEIT
Grubenweg 5 I 44388 Dortmund
Geöffnet Di - So 10 - 18 Uhr

+++ Hinweis für Redaktionen +++

Am Samstag, 27. September, kommen Mitglieder des "Freundeskreises Westfälisches Industriemuseum", der die Ausstellung "Montanrevier" unterstützt hat, sowie Vertreter aus den Fördervereinen der acht Standorte des LWL-Industriemuseums zum Gedankenaustausch auf der Zeche Zollern zusammen. Um 15 Uhr treffen sich die Förderer zur Vorbesichtigung der Ausstellung auf der Galerie in der Alten Werkstatt. Wir möchten Sie gleichzeitig zum Fototermin einladen. Für freuen uns auf Ihr Erscheinen und Ihre Berichtstattung.

Zur Ausstellung ist ein zweisprachiger Bildband erschienen:
Thomas Parent (hg.): Montanrevier. Bilder aus dem Ruhrgebiet und aus Oberschlesien, 128 Seiten, Klartext Verlag, Essen 2008 (LWL-Industriemuseum Quellen und Studien 16), 19,80 €



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Tel. 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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