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Mitteilung vom 16.09.08

Foto zur MitteilungDie 80 Jahre alte Wirkmaschine "Hänsel" läuft Sonntag zum letzten Mal im LWL-Ziegeleimuseum in Lage.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

"Hänsel" verabschiedet sich

Wirkmaschine läuft Sonntag zum letzten Mal im LWL-Ziegeleimuseum Lage

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Lage (lwl). Am kommenden Sonntag (21.9.) geht die Sonderausstellung "Aufbau West. Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder" zu Ende, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) während des Sommers in seinem Ziegeleimuseum in Lage gezeigt hat. Zum Abschluss wird die Wirkmaschine "Hänsel" ein letztes Mal in Bewegung gesetzt. Sie war 1950 das Startkapital des Familienbetriebes Dietzsch am neuen Firmensitz in Wuppertal. Das Unternehmen, das ursprünglich im Erzgebirge ansässig war, stellte auf der Maschine Borten, Schnüre und Quasten für den Besatz von Textilien her.

Über 10 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene kamen nach 1945 in die westlichen Besatzungszonen. 1960 lebten 2,5 Millionen von ihnen in NRW. "Aufbau West" zeigt, wie sie mit Arbeitskraft, Know-how und Unternehmergeist zum Wiederaufbau beitrugen und regt zu Fragen an, die auch für die heutigen Diskussion um Migration und Integration wichtig sind: Was bedeutet der Verlust von Heimat? Wie gehen wir mit Zuwanderern um? Was heißt eigentlich Integration? Schülerinnen und Schüler diskutierten diese Fragen am Beispiel der Flüchtlinge und Vertriebenen, deren Integration zu den Erfolgsgeschichten der jungen Bundesrepublik zählt.

Dass diese Integration nicht einfach war, daran erinnerten sich vor allem die Älteren. Viele hatten erlebt, wie sie nach der Vertreibung und mit nichts in der Hand in eine Wohnung zwangseingewiesen wurden, deren Besitzer sie nicht haben wollten. Andere mussten ihre Wohnung plötzlich mit Unbekannten teilen. Fremde Dialekte und die "falsche" Religion stempelten die Zuwanderer als Außenseiter ab, die erst Jahre später akzeptiert wurden. Die Ausstellung unterstrich aber vor allem die Erfolge gemeinsamer Anstrengungen. "Es ist gut, dass auch das endlich einmal gezeigt wird", kommentierten viele Besucher die Schau.

Am Sonntag endet "Aufbau West" - und lässt ein zufriedenes Ausstellungsteam zurück. "Den Besuchern hat 'Aufbau West' gut gefallen, gerade weil sie das Traurige und das Erfolgreiche deutlich gemacht hat", kommentiert Dr. Andreas Immenkamp, wissenschaftlicher Referent für das Ziegeleimuseum. Auch Projektleiterin Dr. Dagmar Kift freut sich über den Zuspruch: "Gerade während der Ferienmonate hatten wir überdurchschnittliche viele Besucher. Die Ausstellung, die nach ihrer Eröffnung in der Museumszentrale Dortmund auch im Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen zu sehen war und überregional beachtet wurde, hat sich damit auch in Lage als Publikumsmagnet erwiesen."

Schauvorführung "Wirkmaschine in Betrieb"
Sonntag, 21.9.2008, 11-17 Uhr

Aufbau West - Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder

bis 21.09.2008
LWL-Industriemuseum
Ziegeleimuseum in Lage
Sprikernheide 77 I 32791 Lage
Geöffnet Di - So 10 - 18 Uhr



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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