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Mitteilung vom 10.09.08

Presse-Infos | Jugend und Schule

LWL fördert ab 2009 auch Erziehung von Kindern mit Behinderung unter drei Jahren

Pilotversuch belegt Erfolg

Bewertung:

Münster (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) will künftig auch die Erziehung von Kindern mit Behinderung, die unter drei Jahren alt sind, fördern. Der LWL-Landesjugendhilfeausschuss hat das LWL-Landesjugendamt am Mittwoch (10.09.) in Münster beauftragt, ein entsprechendes Konzept vorzubereiten. Die unter dreijährigen Kinder mit Behinderung sollen dann ab 2009 gefördert werden. Grundlage für den Beschluss ist ein vor einem Jahr begonnenes Modellprojekt, das von der Universität Bremen durchgeführt wurde und dessen Ergebnisse den Jugendpolitikern des LWL jetzt vorgestellt wurden. Frühzeitige Förderung im Kindergarten lohnt sich, so das Resultat der Studie.

LWL-Jugenddezernent Hans Meyer: "Ich freue mich, dass wir voraussichtlich ab dem nächsten Kindergartenjahr vielen Eltern und Kindern helfen können. In welchem Umfang wir fördern, steht noch nicht fest, das entscheidet sich in den anstehenden Haushaltsberatungen." Kinder mit Behinderungen über drei Jahre fördert der LWL seit langem: Im vergangenen Jahr unterstützte der LWL die Betreuung von fast 8000 Kindern mit 90 Millionen Euro.

Ein Beispiel aus dem Pilotprojekt: Ein zweijähriger Junge, der an einer halbseitigen Spastik leidet, kann sich nur mühsam robbend vorwärtsbewegen, oder er wird er von der Erzieherin getragen. Kontakte zu anderen Kindern waren bisher nur möglich, wenn ihm die Erzieherin half. Im Projekt wurde er von einer zusätzlichen und vom LWL finanzierten Erzieherin intensiv gefördert. Bereits nach wenigen Monaten war er in der Lage, sich ohne größere Probleme krabbelnd fort zu bewegen, er folgte anderen Kindern mit größtem Eifer, auch in andere Gruppenräume. Heute nimmt er mit anderen Kindern selbstständig Kontakt auf und spielt mit ihnen.

Dass die Förderung von Kindern unter drei Jahren allgemein für die persönliche und soziale Entwicklung der Kinder von hohem Wert ist, ist seit vielen Jahren einhelliger Standpunkt in der Jugendhilfe. Hans Meyer: "Damit der LWL eine zusätzliche Förderung für Kinder mit Behinderung gewähren kann, musste klar sein, dass die zusätzliche Hilfe die Behinderung mildert oder die Folgen der Behinderung kompensiert werden. Dies wurde durch das Modellprojekt überzeugend bewiesen, so dass die zusätzlichen Gelder gut angelegt sind."



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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