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Mitteilung vom 09.09.08

Foto zur MitteilungTitelbild des Films "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg".
Repro: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Derrick in Espelkamp

Film-Rarität aus den 1950er Jahren in der LWL-Ausstellung "Aufbau West"

Bewertung:

Lage/ Espelkamp (lwl). "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg." Dieses Motto galt nach Ende des Zweiten Weltkriegs für Neuanfang und Wiederaufbau. Diesen Titel hat auch ein Film aus dem Jahr 1953, der für die Flüchtlingsstadt Espelkamp im Kreis Minden-Lübbecke wirbt. In der Hauptrolle: der junge Horst Tappert, der später als Kommissar "Derrik" berühmt wurde. Der Film läuft in der aktuellen Sonderausstellung "Aufbau West. Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) noch bis zum 21. September in seinem Ziegeleimuseum in Lage präsentiert. Am kommenden Sonntag (14.9.) steht er im Mittelpunkt des Vortrages "Vom Militärgebiet zur Industriestadt. Flüchtlingsstädte in Westdeutschland".

Horst Tappert fährt in dem 15-Minuten-Streifen noch selbst den Wagen und hat in der Nähe von Espelkamp eine Panne. Während sein Auto repariert wird, laden Einheimische den Gestrandeten zu einem ausführlichen Spaziergang ein. Espelkamp wurde ab Juli 1949 auf dem ehemaligen Militärgelände einer Munitionsanstalt (MUNA) als Kooperationsprojekt der Evangelischen Kirche und des Landes NRW gegründet. Eigene Flüchtlingsstädte widersprachen eigentlich der Integrationspolitik des Landes. In Espelkamp sah man allerdings die Chance, einheimische Industrien dort anzusiedeln, wo motivierte und qualifizierte Kräfte auf Arbeit warteten. So entwickelte sich die Stadt zu einem modernen Industriestandort mit circa 28.000 Einwohnern.

Neben der staatlichen Hilfe trug insbesondere der Einsatz internationaler und nationaler Einrichtungen sowie karitativer und sozialer Organisationen dazu bei, den Vertriebenen in Espelkamp ein neues Zuhause zu geben. "Mit dem Engagement christlicher Hilfswerke wie der Schwedenhilfe oder den amerikanischen Mennoniten war auch die Basis zur Grundsteinlegung einer christlichen Siedlung gelegt. Man kann sagen, dass Espelkamp die erste soziale Stadtgründung der evangelischen Kirche war", erläutert Dr. Andreas Immenkamp vom LWL-Industriemuseum.

Zusammen mit Dr. Arnold Lassotta, ebenfalls Wissenschaftler am LWL-Industriemuseum, wird er am Sonntag (14.9.) einen Vortrag über Flüchtlingsstädte in Westdeutschland halten, denn was Espelkamp für Ostwestfalen-Lippe bedeutete, blieb in Deutschland kein Einzelfall. Vor allem in Bayern wurden neue Städte gegründet (z.B. Neugablonz oder Neutraubling), in denen Flüchtlinge und Vertriebene eine neue Heimat fanden und einen Neuanfang wagten. Der Vortrag informiert über die staatlichen und kirchlichen Anstrengungen, das Problem der Unterbringung von Flüchtlingen und Vertriebenen in den Griff zu bekommen.

Die Vortrags- und Filmveranstaltung beginnt um 14 Uhr im Ziegeleimuseum. Um 11 Uhr führen die beiden Referenten durch die Ausstellung "Aufbau West". Führung und Vortrag sind kostenlos, nur der Museumseintritt ist zu entrichten.

Aufbau West - Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder
bis 21.09.2008
LWL-Industriemuseum
Ziegeleimuseum in Lage
Sprikernheide 77 I 32791 Lage
Geöffnet Di - So 10 - 18 Uhr



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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