LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 03.09.08

Foto zur MitteilungMit einer spektakulären Ganzteiltranslozierung holte das LWL-Museum das Haus Remberg in neun Großteilen nach Detmold. Das Haus soll wieder aufgebaut werden, damit hier Schüler im Museum für einige Tage wohnen können.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Projekt Kirchenbau, Tankstelle und Übernachtungsmöglichkeit für Schüler:

LWL-Freilichtmuseum plant für die Zukunft

Bewertung:

Detmold (lwl). Eine Kirche, eine Tankstelle, ein Aussichtsturm und eine Scheune für die extrem seltenen Sennerpferde sind die wichtigsten Bauprojekte die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in den nächsten Jahren in seinem Detmolder Freilichtmuseum verwirklichen will. Außerdem sollen Schulklassen ab dem Jahr 2011 die Möglichkeit erhalten, im Museum zu übernachten und beim Blick hinter die Kulissen die Museumsarbeit kennen zu lernen. Diese Projekte sind Teil des Museumsentwicklungskonzeptes, das der LWL-Kulturausschuss bei seiner Sitzung am Mittwoch (03.09.) im LWL-Freilichtmuseum beschlossen hat (der Personalausschuss, der Umwelt- und Bauausschuss, der Finanzausschuss und der Landschaftsausschuss müssen noch zustimmen). Dieser Plan sieht auch vor, dass das Freilichtmuseum auf lange Sicht ein neues Eingangs- und Ausstellungsgebäude erhält und so größere Sonderausstellung zeigen und das ganze Jahr über geöffnet bleiben kann.

"Das LWL-Freilichtmuseum Detmold ist eines der führenden Freilichtmuseen in Deutschland. Es spielt auch im Konzert der großen Freilichtmuseen Europas eine bedeutende Rolle. Mit dem neuen Ideen des Museumsentwickelungsplan beschreiten wir neue Wege, die auch für andere Kulturinstitutionen Maßstäbe setzen und dem Tourismus neue Impulse geben können. So kann das Museum auch künftig seinen kulturellen Auftrag als eines der führenden volkskundlichen Museen wahren", sagte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale.

Ab 2010 sollen bis zu 30 Schüler im LWL-Freilichtmuseum übernachten können. Ohne Fernsehen und Computer werden sie in einem historischen Haus aus dem Sauerland übernachten und die Museumsarbeit hautnah erleben können. Dazu baut der LWL das Haus Remberg aus Frinnentop-Fretter (Kreis Olpe) im Museum wieder auf. Das in neun Teile zerlegte 200 Tonnen schwere Haus hat der LWL vor fünf Jahren in einem spektakulären über 290 Kilometer weiten Transport nach Detmold geholt.

Neuer Aussichtsturm
Auf dem Königsberg, dem höchsten Punkt des Museums, baut der LWL einen historischen Aussichtsturm. "Aussichtspunkte sind touristisch immer eine Attraktion. Wir wollen den Besuchern aber nicht nur ein informatives Landschaftserlebnis ermöglichen, sondern gleichzeitig den frühen Tourismus im Sauerland um 1925 darstellen", so Rüschoff-Thale. Damit die Besucher im Museum Selbsterlebtes wiederfinden, legt das LWL-Museum beim weiteren Ausbau der Baugruppe aus dem Siegerland die Zeit um 1960 zu Grunde. So soll als nächstes Gebäude eine Tankstelle aus Siegen an die Zeit des Wirtschaftswunders und der Massenmotorisierung erinnern.

Kirche geplant
Gleich zwei Ziele will das Museum mit einen anderen Projekt erreichen: Unter dem Titel "Wir bauen eine Kirche" soll im Paderborner Dorf des Museums in mehreren Jahren eine Kirche entstehen. "Dabei verfolgen wir das Konzept einer lebendigen Baustelle, bei dem es auch darum geht, über einen längeren Zeitraum den Besuchern historische Baumethoden zu zeigen", erklärt Rüschoff-Thale. Das Museum ist schon seit langer Zeit auf der Suche nach einem historischen Gotteshaus, doch die Kirchen, die den hohen musealen Ansprüchen genügen stehen "zu Recht", wie Rüschoff-Thale betont, unter Denkmalschutz.

Scheune für die Sennerpferde
Ein weiteres Museumsprojekt beschäftigt sich mit den seltenen Sennerpferden: 1160 erstmals ur-kundlich erwähnt gelten sie als älteste deutsche Pferderasse, mit weltweit nur 42 Tieren gelten sie als extrem vom Aussterben gefährdet. Damit die drei Senner des Museums künftig auch im Winter im Museum bleiben können, baut das Museum im kommenden Jahr ein Scheune aus Paderborn-Sande im Museum wieder auf. Ab 2010 informiert außerdem eine Dauerausstellung über die Senner. Diese Ausstellung wir in der 1836 erbauten ehemaligen Fasanerie eingerichtet, die ab 1849 als Außenstelle des fürstlichen Sennergestüts Lopshorn genutzt wurde.

In den vergangen 50 Jahren hat das LWL-Freilichtmuseum über 300.000 Exponate zur Volkskunde, Kultur- und Alltagsgeschichte Westfalens gesammelt, das Museum verfügt aber neben den historisch eingerichteten Museumsgebäuden nur über 200 Quadratmeter Ausstellungsfläche. "Das reicht nicht annähernd aus. Vergleichbare Freilichtmuseen haben 2.000 bis 2.500 Meter große Flächen für Sonderausstellungen", begründete Rüschoff-Thale den Wunsch des Museums nach einem neuen Eingangs- und Ausstellungsgebäude. Hier sollen auch die Besucherinformation, der Museumsshop, Arbeitsräume für Schulklassen, eine Mediathek, Tagungsräume und eine Cafeteria untergebracht werden. Der Kulturausschuss unterstützt diese Idee.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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