LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 12.08.08

Foto zur MitteilungLWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch, LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale, Museumsdirektor Dirk Zache und Museumsleiter Dietmar Osses (v. l.).
Foto: LWL


Foto zur MitteilungDie "Zeche Knirps" gehört zu den Publikumsrennern im LWL-Industriemuseum in Bochum.
Foto: LWL/Torsten Janfeld


Foto zur MitteilungEine Burg für den Bergbau: Malakowturm und Maschinenhalle der Zeche Hannover.
Foto: LWL/Annette Hudemann


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Presse-Infos | Kultur

Neuer Schwung für Zeche Hannover

LWL plant Forum für Migration in seinem Bochumer Industriemuseum

Bewertung:

Bochum (lwl). Gute Neuigkeiten haben Dr. Wolfgang Kirsch, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), und die LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschhoff-Thale bei ihrem Besuch im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover am Dienstag (12.8.) mitgebracht. Kirsch kündigte an, dass der LWL an der Konzeption eines Forums für Migration für das Bochumer Industriemuseum arbeitet.

Die Zeche Hannover sei ein optimaler Standort für das Thema. "Sie liegt im Herzen des Ruhrgebiets, das im Laufe der Industrialisierung Menschen aus über 150 Nationen angezogen hat. Für fast jeden Vierten gehört Migration heute zur eigenen Geschichte oder zur Erfahrung der Elterngeneration. Diese Tradition zu zeigen, die Lebensleistung von Zuwanderern sichtbar zu machen und von ihren Erfahrungen zu lernen, ist die gesellschaftliche Aufgabe der kommenden Jahre. Dazu wollen wir mit dem Forum für Migration einen starken Beitrag leisten", so der LWL-Direktor.

"Was wir jetzt brauchen, um das Projekt zu realisieren, sind Partner aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen", ergänzte Kulturdezernentin Rüschhoff-Thale. Besonders die Selbstorganisationen der Migranten sollen sich schon bei der Konzeption des Forums mit einbringen.

Das LWL-Industriemuseum mit seinen acht Standorten bringt in das Forum für Migration spezifisches Know how ein. "In den vergangenen Jahren haben wir unter anderem mit viel beachteten Sonderausstellungen zu Italienern und Polen im Ruhrgebiet bereits Kompetenz beim Thema bewiesen. Darauf wollen wir aufbauen und das Museum zu einem kulturellen Schwergewicht im Bochumer Norden entwickeln", erklärte Museumsdirektor Dirk Zache. Er kann sich gut vorstellen, dass im neuen Forum auch bestehende Archive zur Migrationsgeschichte zusammengeführt werden könnten.

Als sichtbares Zeichen für die Zukunft des Museums pflanzte der LWL-Direktor im soeben fertig gestellten Arbeitergarten am Rübenkamp einen Kirschbaum. "Ich freue mich, dass es mit dem Bochumer Standort unseres Landesmuseums für Industriekultur jetzt schrittweise voran geht", so Kirsch.

Aber schon jetzt gibt es für Besucher wichtige Verbesserungen: Ab sofort ist die Zeche Hannover nicht mehr nur an Wochenenden geöffnet, sondern mittwochs bis samstags von 14 bis 18 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr. Und die Saison startet künftig schon im April statt wie bisher im Mai. Einen Vorgeschmack auf das nächste Jahr gab Museumsleiter Dietmar Osses: "Wir werden erneut das Thema Migration angehen und bereiten für den Sommer 2009 eine Ausstellung zur Geschichte der italienischen Eismacher im Ruhrgebiet vor."

Hintergrund:
Die Zeche Hannover wurde ab 1856 im Bochumer Norden errichtet. Bekannt wurde sie durch wichtige technische Entwicklungen wie die Erfindung der heute noch weltweit eingesetzten Koepe-Förderung durch den damaligen Zechendirektor Friedrich Koepe. 1973 wurde die ehemalige Kruppzeche als letztes Bochumer Bergwerk stillgelegt. Neun Jahre später übernahm der Landschaftsverband das Industriedenkmal in das heutige LWL-Industriemuseum, in den folgenden Jahren wurde es aufwändig restauriert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zum Museum gehören der Malakowturm, die Maschinenhalle, ein historisches Lüftergebäude und drei Bergarbeiterhäuser in der benachbarten Siedlung "Am Rübenkamp". Publikumsmagneten sind die älteste am Originalstandort zu sehenden Dampffördermaschine des Ruhrreviers von 1893 sowie das Kinderbergwerk "Zeche Knirps".

Infos unter www.lwl-industriemuseum.de



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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