LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 12.08.08

Foto zur MitteilungNissenhütten im Grenzdurchgangslager Friedland.
Foto: Innere Mission, Grenzdurchgangslager Friedland, Repro: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Vor 60 Jahren - Nachkriegszeit im Film

LWL-Ziegeleimuseum in Lage zeigt bewegende Rarität

Bewertung:

Lage (lwl). Menschen beim Überqueren der Zonengrenze, überfüllte Notunterkünfte, Irrfahrten durch Lager und Durchgangslager, endlose Überprüfungen, bei denen oft nur eine Fahrkarte zur nächsten Grenzstation herauskam - das sind Bilder, die der Dokumentarfilmer Rudolf W. Kipp vor 60 Jahren für seinen Film "Asylrecht" drehte. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zeigt die Rarität aus der Nachkriegszeit am kommenden Sonntag, 17. August, in seinem Ziegeleimuseum in voller Länge. In der Ausstellung "Aufbau West. Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder", die aktuell in Lage läuft, sind kurze Ausschnitte des Films zu sehen.

Warum "Asyl", wenn es hier doch fast ausschließlich um deutsche Flüchtlinge geht? "Wer die Zonengrenze überquert hatte, durfte nicht automatisch im Westen bleiben, nur weil er oder sie deutsch war. Viele wurden zurückgeschickt", erklärt Dr. Dagmar Kift, Projektleiterin der Ausstellung. "Klipp verdeutlicht, dass man politisch verfolgt oder aus einem sowjetischen Zwangsarbeiterlager gekommen sein muss oder Wohnung bzw. Arbeit nachweisen konnte, um im Westen bleiben zu dürfen. Er erzählt dies anhand von Einzelschicksalen und richtet dabei seine Kamera lange auf die Gesichter der Menschen, die vor dem Beamten mit dem entscheidenden Stempel stehen und auf ihr 'Urteil' warten", so Kift, die in den Film einführen wird.

Der Evangelische Film-Beobachter schrieb dazu 1949: "In welchem Maße aber ein Dokumentarfilm zu erschüttern vermag, erlebten die Anwesenden bei der Wiedergabe der Szenen, die sich in den Amtszimmern der Durchgangslager abspielen, in denen über Verbleib oder Rücksendung in die Sowjetzone entschieden wird."

"Asylrecht. Report on the Refugee Situation", so der vollständige Titel des Films, wurde zusammen mit der britischen "Film Section International Services" produziert und von der britischen Filmakademie 1949 zu den sechs besten Dokumentarfilmen gezählt. Die Filmbiennale in Venedig prämierte ihn im gleichen Jahr mit einer Sonderauszeichnung.

In Lage ist der 35-minütige Film am Sonntag, 17.8., ab 14 Uhr zu sehen. Der anschließende Kurzvortrag schlägt dann einen Bogen von der Ankunft zur Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen. Besucher zahlen nur den regulären Museumseintritt.

Aufbau West - Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder
bis 21.09.2008
LWL-Industriemuseum
Ziegeleimuseum in Lage
Sprikernheide 77 I 32791 Lage
Geöffnet Di - So 10 - 18 Uhr



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Tel. 0231 6961-127 und Frank Tafertshofer, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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