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Mitteilung vom 23.07.08

Foto zur MitteilungKäthe-Kruse-Puppe aus den 1960er Jahren.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Puppe mit "Migrationshintergrund" im LWL-Industriemuseum

Ausstellung in Lage erinnert an Unternehmerin Käthe Kruse

Bewertung:

Lage (lwl). Vor fast genau 40 Jahren, am 19.7.1968, verstarb die Puppenmacherin Käthe Kruse im bayerischen Murnau. Eine ihrer heute weltberühmten Puppen ist derzeit in der Sonderausstellung "Aufbau West - Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder" zu sehen, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Ziegeleimuseum in Lage zeigt.

Im Mittelpunkt der Schau stehen die Leistungen der Flüchtlinge und Vertriebenen, die nach 1945 mit Arbeitskraft, Know-how und Unternehmergeist zum Wiederaufbau im Westen beitrugen - und die Spuren, die sie hier hinterließen.

Käthe Kruse wurde 1883 im schlesischen Breslau als Katharina Simon geboren und wuchs als uneheliche Tochter einer Näherin in ärmlichen Verhältnissen auf. Nach der Schule nahm sie Schauspielunterricht und erhielt als Hedda Somin mit 17 Jahren ihr erstes Engagement in Berlin. Kurz danach lernte sie den Bildhauer Max Kruse kennen, mit dem sie 1902 zusammenzog und den sie 1910 heiratete. 1905 fertigte sie für die gemeinsamen Töchter ihre erste Puppe an. Sie bestand aus einer Kartoffel für den Kopf und einem mit Sand gefüllten Stoffstück für den Körper. Arme und Beine formte Käthe Kruse aus den vier Ecken des Stoffstückes.

Weitere Puppen folgten. Ihre anschmiegsamen Körper und lebensnah gestalteten Gesichter entsprachen den zeitgenössischen Vorstellungen der Reformpädagogik und machten Käthe Kruse rasch berühmt. Wegen der starken Nachfrage, sogar aus den USA, gründete Käthe Kruse einen eigenen Betrieb in Bad Kösen in Ostdeutschland und sicherte sich 1925 in einem Aufsehen erregenden Prozess das Urheberrecht an ihren Puppen. 1937 nahm sie an der Weltausstellung in Paris teil. Nach dem Krieg verließ die Familie - wie viele andere Unternehmerfamilien - die sowjetisch besetzte Zone, die spätere DDR. Im Bad Pyrmont und Donauwörth gründete Käthe Kruse ihren Betrieb neu. Auch dort wurden die Puppen weiterhin per Hand hergestellt.

Die in der Ausstellung "Aufbau West" gezeigte Puppe stammt aus Bayern. Sie wird zusammen mit anderen Konsumgütern ehemaliger "Ostfirmen" präsentiert, die heute ganz selbstverständliche Bestandteile unsere Warenangebots sind.

Aufbau West - Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder
bis 21.09.2008
LWL-Industriemuseum
Ziegeleimuseum in Lage
Sprikernheide 77 I 32791 Lage
Geöffnet Di - So 10 - 18 Uhr



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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