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Mitteilung vom 26.06.08

Foto zur MitteilungDer Affe tröstete Susanne Scholz bei der Vertreibung aus Schlesien.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Stoffaffe wurde im Waggon zum Seelentröster und Spielgefährten

Ausstellung "Aufbau West" im LWL-Ziegeleimuseum

Bewertung:

Nordwalde/Dortmund (lwl). Etwas traurig sieht der Affe schon aus, der in der Ausstellung "Aufbau West" in einer Vitrine sitzt: Das braune Kunstfell hat viele kahle Stellen, der Stoff ist farblos. Auf den ersten Blick sieht man, dass das Kuscheltier schon einiges mitgemacht hat. Der Affe begleitete 1946 die damals neunjährige Susanne Scholz, als sie mit ihren Eltern aus dem schlesischen Bunzlau in den Westen vertrieben wurde. Der Affe ist eines von vielen Objekten, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) derzeit in seinem Ziegeleimuseum in Lage in der Sonderausstellung "Aufbau West - Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder" zeigt.

Im Mittelpunkt der Schau stehen die Leistungen und Erfahrungen der Flüchtlinge und Vertriebenen aus dem Osten und der Sowjetischen Besatzungs-Zone, die nach 1945 mit Arbeitskraft, Know-how und Unternehmergeist zum Wiederaufbau im Westen beitrugen. Unter dem Stichwort "Fluchtgepäck" zeigt die erste Ausstellungsabteilung, was die Flüchtlinge und Vertriebenen bei ihrem plötzlichen Aufbruch aus ihrer Heimat mit in den Westen brachten.

In einem engen Güterwaggon wurde die kleine Susanne Scholz mit ihren Eltern und über 30 weiteren Personen 1946 in den Westen deportiert. Auf dem Weg ins Ungewisse waren der Neunjährigen ein weißer Stoffelefant sowie ein kleiner Kuschelaffe - links und rechts unter die Arme geklemmt - treue Begleiter und spendeten dem Mädchen Trost.

Ihre Spielgefährten brachte Susanne Scholz mit in die Barkhofsiedlung nach Nordwalde (Kreis Steinfurt), wo sich ihre Familie nach der Vertreibung aus Schlesien eine neue Existenz aufbaute und die junge Frau einige Jahre später auch ihren heutigen Ehemann Hermann Wiesner kennen lernte. "Leider war der weiße Elefant während der Fahrt im Waggon vor lauter Dreck richtig schwarz geworden und meine Mutter musste ihn nach unserer Ankunft in Nordwalde wegwerfen", bedauert sie. Den Kuschelaffe bewahrt sie daher als Andenken an ihre Kindheit in Schlesien ganz besonders vorsichtig auf. "Ich hebe den Affen zu Hause in einem Schrank auf. So konnte ich ihn damals gut vor meinem Sohn und heute vor unseren Enkeln retten. Er soll nicht noch mehr zerfleddert werden", erklärt Susanne Wiesner.
Gut aufgehoben ist das Kuscheltier auch derzeit in der Sonderausstellung "Aufbau West" im Ziegeleimuseum in Lage, wo er noch bis zum 21. September 2008 in einer Vitrine mit weiterem "Fluchtgepäck" von vertriebenen Familien zu sehen ist.

Aufbau West - Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder
bis 21.09.2008
LWL-Industriemuseum
Ziegeleimuseum in Lage
Sprikernheide 77 I 32791 Lage
Geöffnet Di - So 10 - 18 Uhr



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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