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Mitteilung vom 18.03.08

Foto zur MitteilungDie Lemgoer Kirche St. Nikolai ist ein Sanierungsfall. Das Ausmaß der Schäden war für die Betroffenen lange nicht absehbar.
Foto: LWL/Kaiser


Foto zur MitteilungDie Fassade bröckelt: Auch die mittelalterlichen Kapitellsteine sind beschädigt.
Foto: LWL/Kaiser


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Presse-Infos | Kultur

Breites Engagement zur Rettung eines Wahrzeichens

LWL zeichnet St. Nikolai-Kirche in Lemgo als "Denkmal des Monats" aus

Bewertung:

Lemgo (lwl). Eine Stadt bangt um ihr ockerfarbenes Wahrzeichen: St. Nikolai, Heimat der evangelischen Gemeinde und schiefgeneigtes Bauwerk, muss saniert werden. Derzeit versucht eine Vielzahl von Akteuren, die finanzielle Belastung zu stemmen, um die Pfarrkirche inmitten der Hansestadt Lemgo (Kreis Lippe) zu retten. Diese Anstrengungen würdigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), indem er die Kirche als Denkmal des Monats auszeichnet. "Wir sind von dem breiten Engagement für den Erhalt des bedeutenden Kunstdenkmals sehr angetan", begründet LWL-Denkmalpflegerin Dr. Roswitha Kaiser die Auswahl.

Bei der derzeitigen Phase der Sanierung handelt es sich um den zweiten Bauabschnitt der statischen Sicherung des 800 Jahre alten Bauwerks. Umfang und Schwierigkeitsgrad der notwendigen Maßnahmen kamen für die Kirchengemeinde überraschend. "Eigentlich war nur eine Auffrischung der wertvollen spätmittelalterlichen Malerei und der Raumschale des Kirchenschiffes im Jahr 2001 geplant", so Kaiser. Doch neue Risse in Gewölbe und Mauerwerk beunruhigten den Küster. Statiker erarbeiteten in Abstimmung mit den Verantwortlichen vor Ort und dem LWL-Amt für Denkmalpflege ein Konzept.

Ursache für die Schieflage des Sakraldenkmals aus dem beginnenden 13. Jahrhundert ist der nicht ausreichend tragfähige Untergrund. Die nördliche und südliche Langhauswand sind jeweils um einen halben Meter aus dem Lot gewichen. "Beide Westtürme neigen sich wie Tulpen nach außen", veranschaulicht Kaiser die Situation. Durch die gewaltige Masse der Türme war eine Stabilisierung der Außenecken der Doppelturmfassade unumgänglich.

Mittlerweile ist die größte Gefahr gebannt und die Sanierungsarbeiten im Dachstuhl können erfolgen. Die gesamte technische, bauliche und denkmalpflegerischrestauratorische Herausforderung erfordert enorme finanzielle Mittel. Das Land, die evangelische Kirchenbaustiftung sowie zahlreiche Sponsoren halfen der Lemgoer Nikolaigemeinde, diese Belastung zu schultern. Zudem beteiligte sich die Stadt Lemgo tatkräftig an der Sanierung.

"Mit kreativen Ideen trug Pastor Andreas Lange von Beginn an zur Lösung des Finanzierungsproblems bei", lobt Kaiser auch die Arbeit des Geistlichen vor Ort. Besucher der Homepage der Gemeinde können zum Beispiel Pixel des Kirchenfotos erwerben und sich somit als Sponsoren listen lassen. In Kürze ersetzt eine elektronische Spendenbox den alten Opferstock. Bei Vorlage der Scheckkarte und Bestätigung des gewünschten Betrags wirft der Automat umgehend die Spendenbescheinigung aus.

Der Dachraum der Altstädter Kirche, der derzeit saniert wird, enthält ungeahnte steinerne und hölzerne Zeugen der Geschichte der Kirche. "Unter dem Staub der Jahrhunderte haften noch Reste romanischen Außenputzes der alten Basilika. Seit der Zeit um 1300 verbirgt sich die basikale Vorgängergestalt hinter dem westfälischen Typus einer dreischiffigen, vierjochigen Hallenkirche mit zweifach besetztem Turmjoch im Westen", so Kaiser.

Der im Dachraum verbliebene Rest des ursprünglichen, künstlerisch gearbeiteten Bogenfrieses an der Traufe ist vor Jahrzehnten vom Forscher Otto Gaul dokumentiert und in dem von Dr. Ulf Dietrich Korn 1983 erschienenen Bau- und Kunstdenkmälerband von Lemgo beschrieben worden. Dr. Markus Harzenetter, Leiter des LWL-Amts für Denkmalpflege in Westfalen machte bereits 2007 im Gespräch mit der Vertretung der Kirchengemeinde deutlich, dass diese und andere Befunde unbedingt erhalten und mit Hilfe der LWL-Denkmalpfleger erforscht werden müssen.



Pressekontakt:
Martin Holzhause, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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