LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 09.01.08

Foto zur MitteilungDer LWL hat den Film "In den Spuren Vater Bodelschwinghs" in Zusammenarbeit mit den Bodelschwinghschen Anstalten jetzt als DVD herausgebracht. Foto: LWL/Oblonczyk

Foto zur MitteilungPflegestation der v. Bodelschwinghschen Anstalten um 1930. Foto: Hauptarchiv und Historische Sammlung der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel

Foto zur MitteilungDreharbeiten zum Film: Maske für eine der Hauptdarstellerinnen. Foto: Hauptarchiv und Historische Sammlung der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel

Foto zur Mitteilung LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch (v.l.), Dr. Markus Köster, Leiter des LWL-Medienzentrums für Westfalen, Kerstin Stockhecke, Leiterin des Hauptarchivs und der Historischen Sammlung Bethel, und Pastor Friedrich Schophaus, Vorstandsvorsitzender der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel zeigen die neue DVD. Foto: Bethel

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Presse-Infos | Kultur

LWL-Reihe "Westfalen in historischen Filmen"

Bethel-Film "In den Spuren Vater Bodelschwinghs" aus dem Jahr 1931

Bewertung:

Bielefeld/Münster (lwl). Der 1931 entstandene Film "In den Spuren Vater Bodelschwinghs" über die v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel zeigt die diakonische Arbeit und die Betreuung von Menschen mit Behinderung vor mehr als 75 Jahren. In seiner Reihe "Westfalen in historischen Filmen" hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) den Spielfilm jetzt in Zusammenarbeit mit dem Hauptarchiv der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel als DVD herausgebracht.

Seit 1922 betrieb die Filmstelle Bethel eine besondere Öffentlichkeitsarbeit und Spendenwerbung für die v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel. Waren die ersten Filmproduktionen noch Kurzfilme mit dokumentarischem Charakter, so wurde 1931 mit "In den Spuren Vater Bodelschwinghs" erstmals ein Spielfilm im Auftrag der Filmstelle Bethel produziert. Doch auch dieser Spielfilm, der mit Laienschauspielern inszeniert wurde, enthält längere dokumentarische Szenen, um die Inhalte der Arbeit Bethels ausführlich darzustellen.

Bethel nutzte die Massenwirksamkeit des noch jungen und populären Mediums Film und produzierte "Werbefilme" in eigener Sache. Anfang der 1920er Jahre stand die Kirche zunächst der Film- und Kinokultur noch sehr skeptisch gegenüber. "Als eine der ersten protestantischen Einrichtungen erkannte Bethel den Wert des Films als Mittel der Selbstdarstellung und nutzte ihn zur Information breiter Bevölkerungskreise. 'In den Spuren Vater Bodelschwinghs' ist ein einzigartiges visuelles Zeugnis der Geschichte protestantischer Wohlfahrtspflege und ihrer Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit", würdigt LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch die Bedeutung der Filmarbeit von Europas größter diakonischer Einrichtung. In Bethel habe man damals bereits sehr früh die Bedeutung der neuen medialen Möglichkeiten erkannt. Die Bedeutung der Filmstelle Bethel unter fürsorgegeschichtlichen und filmhistorischen Aspekten sei für den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ausschlaggebend gewesen, einen der wichtigsten Betheler Filme jetzt als DVD neu herauszugeben, so Kirsch weiter.

Anhand der Hauptperson des jungen Theologen Karl Hilting, der nach Bethel geht, um dort "praktisches Christentum" zu leben, porträtiert der Film die Einrichtungen, das Leben und die normativen Werte der diakonischen Einrichtung Bethel.

Der Film thematisiert die Arbeitsfelder Epilepsie, Behinderung, psychische Erkrankung und allgemeine Versorgung im Krankenhaus. Er gewährt einen Einblick in den damaligen pflegerischen Alltag, die Einrichtung der Häuser, den Alltag der Bewohner und deren medizinische Versorgung.

"Beeindruckend ist auch, wie unvoreingenommen und zugleich einfühlsam sich die Kamera den zum Teil schwerst behinderten Menschen nähert. Hier werden die besondere Einstellung und Sichtweise gegenüber Menschen mit Behinderung deutlich, die Bethel immer geprägt haben", betont Bethels Vorstandsvorsitzender Pastor Friedrich Schophaus. "Der Film zeigt die Bewohner Bethels nicht als passive Objekte, sondern als Subjekte mit unantastbarer menschlicher Würde." Insofern stehe der Bethel-Film in krassem Gegensatz zum abschätzigen Bild von Menschen mit Behinderung, wie es wenige Jahre später in nationalsozialistischen Propagandastreifen gezeichnet werde, so Schophaus.

Hergestellt wurde "In den Spuren Vater Bodelschwinghs" von der Berliner Produzentin und Drehbuchautorin Gertrud David. Die vorliegende 80-minütige Fassung ist gekürzt um diejenigen Stellen, die wegen schlechter Bildqualität nicht mehr zu nutzen waren. Außerdem wurden aus dramaturgischen Gründen die Anfangs- und Schlusssequenzen gekürzt, weiterhin fehlt der zu dem ursprünglich 90 Minuten langen Film gehörende Teil über die Wanderer-Fürsorge in der "Arbeiterkolonie Wilhelmsdorf" (heute Eckardtsheim in Bielefeld); das entsprechende Filmmaterial ist verschollen. Die Zwischentexte des Stummfilms wurden durch einen gesprochenen Kommentar ergänzt, stellenweise wurde der Film mit Musik unterlegt, und er wurde durch einen einführenden Vorspann erweitert.

Seine Premiere hatte der Film "In den Spuren Vater Bodelschwinghs" am 6. März 1931 zum 100. Geburtstag von Friedrich von Bodelschwingh d. Ä. Der Film fand großen Anklang und bescherte Bethel für ein Jahr einen außerordentlichen Werbeerfolg. Die Neuaufführung des Films findet am 27. Januar um 14 Uhr im Lichtwerk im Ravensberger Park (Bielefeld) statt.

"In den Spuren Vater Bodelschwinghs.
Ein Film der diakonischen Einrichtung Bethel aus dem Jahr 1931"

DVD, Film ca. 80 Minuten + ca. 5. Min. Vorspann, schwarz/weiß, mit Begleitheft
14,90 EUR (zzgl. 2,60 EUR Versandkosten) bzw. 45,00 EUR (mit dem Recht zum nichtgewerblichen Verleih und zur öffentlichen Vorführung)
Bezug: LWL-Medienzentrum für Westfalen, Fürstenbergstr. 14, 48147 Münster, E-Mail: medienzentrum@lwl.org, Fax: 0251 591-3982, www.westfalen-medien.de
und Bethel-Buchhandlung,Königsweg 1, Bielefeld.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



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