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Mitteilung vom 12.11.07

Foto zur MitteilungDie Lippische Rose als Brandzeichen der Sennerzucht erhielt am vergangenen Samstag das Fohlen "Milan".
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Stutbucheintrag für Sennerfohlen im LWL-Freilichtmuseum

Lippische Rose als Brandzeichen der Sennerzucht

Bewertung:

Detmold (lwl). Zwei Fohlen der seltenen Sennerpferde, von denen weltweit nur noch 42 Exemplare existieren, wurden in diesem Jahr geboren - eins davon im Detmolder Freilichtmuseum des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL). Am Samstag, 10. November, wurden "Merlin" und "Milan" ins Stutbuch eingetragen und erhielten als Zeichen der Sennerzucht die "Lippische Rose" als Brandzeichen. Mit dabei war auch Stephan Prinz zur Lippe, der Taufpate von Merlin ist.

Bis 1919 war das Sennergestüt immer mit dem Schicksal des lippischen Fürstenhauses verbunden. Auch heute fördert Dr. Armin Prinz zur Lippe alle Bemühungen um die Pferde des ehemaligen herrschaftlichen Privatgestüts und unterstützt das LWL-Freilichtmuseum bei den Forschungen zum Fürstlich-Lippischen Gestüt.

Merlin wurde am 27. April 2007 geboren. Seine Mutter ist die Stute Dorinah (geboren 1998), die seit 2001 im LWL-Museum zu Hause ist. Vater ist der französische Angloaraber-Hengst Tuti Fruti AA aus dem Sennergestüt der Familie Lackner. "Die Senner gehen auf eine sehr alte und seltene Stutenlinie zurück, die sie besonders erhaltenswert macht. Die Abstammung unserer Fohlen lässt sich über 27 Generationen bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen", erklärte Agnes Sternschulte, Landschaftsökologin des Museums. Hengst Milan kam am 7. Juli 2007 auf dem Gestüt Lackner in Borgholzhausen zur Welt. Sein Eltern sind Upan La Jarthe AA und Gilla.

Hintergrund
Seit 2001 werden im LWL-Freilichtmuseum Sennerpferde gezüchtet. Damals wurden die Sennerstuten Nadine und Dorinah, die Mutter von Merlin, angekauft. Doch die Verbindung zu den seltenen Pferden ist noch älter: "Ab 1850 diente das heutige Museumsgelände mit dem 'Tiergarten' als Außenstelle des fürstlichen Gestüts der lippischen Fürsten. Seit 1978 sind die Senner vom Gestüt Lackner im Sommer auf die Weiden des Museums zurückgekehrt - sozusagen als 'grasende Gäste', erläuterte Museumsleiter Dr. Jan Carstensen die besondere Beziehung zwischen Sennern und Freilichtmuseum.

Die traditionsreiche Rasse der Senner ist akut vom Aussterben bedroht. Über Jahrhunderte züchtete das Lippische Fürstenhaus Sennerpferde auf einem halbwilden Gestüt in der Senne. Mit der ersten urkundlichen Erwähnung 1160 gilt diese Pferderasse als die älteste Deutschlands, und bereits seit 1713 werden Gestütsregister geführt. In Blütezeiten gab es auf dem Gestüt bis zu 200 Tiere, die als Renn-, Jagd-, Wagen- und Reitpferde gefragt waren. Da sie frei in der Senne lebten, zeichneten sie sich durch ihre Robustheit, ihre Ausdauer und Langlebigkeit aus.

Schon nach dem Zweiten Weltkrieg schien das Aus für die Sennerzucht gekommen. Die Holländerin Julie Marie Immink hatte sich ab 1935 der Pferde angenommen. Sie musste angesichts des Futter- und Finanzmangels der Nachkriegszeit aufgeben. Zum Glück für die Senner fand der Detmolder Karl-Ludwig Lackner 1965 nach langer Suche einige Nachkommen der Senner. Seit 1971 züchtet er diese Rasse nach den überlieferten Prinzipien des Lopshorner Gestüts; das heißt, es werden neben Sennern auch Anglo Araber, Englische Vollblüter und Vollblutaraber zur Nachzucht mit den Sennerstuten eingesetzt. Von Lackner konnte das Freilichtmuseum 2001 die beiden Stuten Dorinah und Nadine übernehmen.

Der 2006 gegründete neue "Zuchtverband für Senner Pferde e.V." mit dem Vorsitzenden Mathias Vogt hat als einzige Organisation in Deutschland die offizielle Genehmigung vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW bekommen, das Ursprungszuchtbuch für die Senner zu führen. Um dem Qualitätsstandard gerecht zu werden, sieht das Zuchtprogramm die sorgfältige Auswahl der teilnehmenden Hengste und die Klassifizierung der Stuten vor. Auch für das Brennen der Fohlen mit dem Sennerbrand und für die Ausstellung des Pferdepasses mit dem Abstammungsnachweis ist der Verband allein zuständig.

Gemeinsam mit dem Zuchtleiter Karl-Ludwig Lackner und der Biologischen Station Senne arbeitet das LWL-Freilichtmuseum kontinuierlich daran, die Zukunft der traditionsreichen Senner zu sichern. In Kooperation mit dem Zuchtverband ist auch eine gemeinsame Aufzucht für Jungpferde in der Winterzeit geplant.



Pressekontakt:
Agnes Sternschulte, LWL-Freilichtmuseum Detmold, Tel. 05231 706-150 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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