LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 31.10.07

Foto zur MitteilungEinmal selbst Archäologe sein! Foto: LVR/Ströter, Gerhards.

Foto zur MitteilungNach dem Ausgraben geht's ans Untersuchen der Funde. Foto: LVR/Ströter, Gerhards.

Foto zur MitteilungDieser aufwendig verzierte Kegel aus reinem Gold ist fast 3.000 Jahre alt. In der Mitmachausstellung in Herne steht er für den Mythos von der Archäologie als Schatzgräberei. Foto: Museum für Vorö und Frühgeschichte, Berlin/Plamp.

Foto zur Mitteilung"Achtung Ausgrabung!" gewährt auch Einblicke in aktuelle Ausgrabungen in Westfalen wie hier in Borken (Kreis Borken). Foto: LWL.

Foto zur MitteilungDiese mit Delphinen verzierte Schnalle hat wahrscheinlich ein in römischen Diensten stehender Soldat in der Mitte bis zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts verloren. Foto: LWL/Brentführer.

Foto zur MitteilungDie Hörder Burg wird archäologisch untersucht, bevor das gesamte Gelände in ein Naherholungsgebiet umgewandelt wird. Foto: Stadtarchäologie Dortmund/Lammers.

Foto zur MitteilungDas Ausgraben in einer Höhle ist sehr mühselig, weil es kalt, dunkel und eng ist. Foto: Historisches Centrum Hagen/Orschiedt.

Foto zur Mitteilung2004 von Höhlenforschern gefunden und Anlass für weitere Ausgrabungen in der Blätterhöhle in Hagen: Dieser Schädel eines anatomisch modernen Menschen gehört mit einem Alter von 10.700 Jahren zu den frühesten Nachweisen für den anatomisch modernen Menschen in Westfalen. Foto: Historisches Zentrum Hagen

Foto zur MitteilungWer kann sich vorstellen, welche Menge eine römische Legion aus 5.500 Legionären eigentlich bildeten? Die "Sendung mit der Maus" zeigt es - mit Spielzeugfiguren. Foto: Foto: LVR/Ströter, Gerhards.

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Presse-Infos | Kultur

Museum zum Mitmachen:

Neue Archäologie-Ausstellung in Herne

Bewertung:

Herne (lwl). Eine Ausstellung zum Mitmachen veranstaltet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab dem 1. November im LWL-Museum für Archäologie in Herne, gemeinsam mit den Partnern Westdeutscher Rundfunk (WDR) und der MAUS OLEUM Ausstellungsgesellschaft. "Achtung Ausgrabung!" warnt der Titel der Ausstellung vor zu feiner Sonntagskleidung beim Museumsbesuch. Denn große und kleine Besucher können selbst zu Schaufel und Pinsel greifen und als "Archäologen für einen Tag"
Funde aus Knochen, Keramik, Metall oder Holz bergen und bestimmen.

Im sogenannten Maus-Raum warten archäologische Sachgeschichten aus der "Sendung mit der Maus" auf die Besucher, zum Beispiel Kleidung aus der Steinzeit oder eine Legion aus der Varusschlacht - 6.000 Playmobil-Legionäre. Einblicke in vier aktuelle westfälische Ausgrabungen in Dortmund, Borken, Castrop-Rauxel (Kreis Recklinghausen) und Hagen ergänzen die Ausstellung, die bis zum 10. August kommenden Jahres läuft.

Die 800 Quadratmeter große Ausstellungshalle im LWL-Museum für Archäologie verwandelt sich in ein authentisches Grabungsfeld mit der angeschlossenen Forscherwerkstatt. Besucher entdecken mit Pinsel, Kelle, Messlatte und Zeichenstift die Spuren der Vergangenheit. In einem großen Werkstattbereich sortieren, untersuchen und bestimmen sie ihre Fundstücke, die dann zur Aufbewahrung ins Magazin wandern.


Mythos Archäologie

"Wir wollen mit dem Mythos von der Archäologie als Schatzgräberei aufräumen. In der Archäologie ist auch Gold wert, was nicht glänzt", erläutert Museumsleiterin Dr. Barbara Rüschoff-Thale die Ausstellung. Das Ausstellungsteam des Museums stellt deshalb an den Anfang der Ausstellung Bilder und archäologische Funde, die den Gegensatz zwischen Mythos und Realität symbolisieren: Indiana Jones und Heinrich Schliemann stehen einem heutigen Grabungsteam gegenüber, ein goldener Hut einer Sammlung von winzigen Feuersteingeräten gegenüber.

Dazu liefert die Ausstellung Hintergrundinformationen. Die Besucher erfahren zum Beispiel, dass Archäologen überhaupt
nicht ausgraben, sondern die im Boden verborgenen einzigartigen
Geschichtsquellen für nachfolgende Generationen erhalten wollen. Ausgegraben wird nur, wenn eine Fundstelle bedroht ist, etwa durch eine Baumaßnahme.

Aktuelle Ausgrabungen in Westfalen

Was während einer Ausgrabung passiert, zeigt die Ausstellung an vier aktuellen Beispielen in Westfalen. Die neuen Funde und Zwischenergebnisse bringen die Archäologen ins Museum und aktualisieren laufend die Ausstellung.

In Borken gräbt die LWL-Archäologie für Westfalen Siedlungen aus der Zeit von 500 v. Chr. In die frühe Neuzeit aus. Sie liegen auf der Trasse der zukünftigen Bundesstraße 67n.

In der Flur Ickern in Castrop-Rauxel (Kreis Recklinghausen) liegen die Überreste eines etwa 2000 Jahre alten Gehöfts. Bis Mitte 2009 haben die LWL-Archäologen Zeit für die Untersuchung der zehn Hektar großen Fläche, bevor die Emschergenossenschaft hier ein Hochwasser-Rückhaltebecken baut.

In Dortmund-Hörde untersucht die Stadtarchäologie Dortmund die Hörder Burg und ihr Umfeld. Denn das gesamte Industriegelände, in dem die im 12. Jahrhundert gegründete Burg heute liegt, wird zu einem Naherholungsgebiet umgewandelt.

In der Blätterhöhle in Hagen-Holthausen haben Höhlenforscher im Jahre 2004 menschliche Knochen entdeckt. Die ältesten sind über 10.000 Jahre alt und gehören damit zu den frühesten Nachweisen des anatomisch modernen Menschen in Westfalen. Nun wird die Blätterhöhle unter Leitung des Historischen Centrums Hagen systematisch untersucht.


Terminhinweis
Am kommenden Sonntag (4.11.) begrüßt die Maus ganz besonders die jüngsten Museumsbesucher.

Begleitbuch

Zu der Ausstellung erscheint das reich bebilderte Begleitheft "Wie funktioniert Archäologie" zum Preis von 5 Euro.

Achtung Ausgrabung!
Mitmachausstellung vom 1.11.2007 bis 10.8.2008

Eintrittspreise:

Nur Mitmachausstellung "Achtung Ausgrabung":
3,50 Euro Erwachsene
3,00 Euro Erwachsene in Gruppen ab 16 Personen
2,00 Euro Kinder und Jugendliche von 6-17 Jahren
8,00 Euro Familien
2,00 Euro Ermäßigungsberechtigte

Kombiticket für Dauer- und Mitmachausstellung "Achtung Ausgrabung":
5,00 Euro Erwachsene
4,50 Euro Erwachsene in Gruppen ab 16 Personen
3,00 Euro Kinder und Jugendliche von 6-17 Jahren
12,00 Euro Familien
3,00 Euro Ermäßigungsberechtigte

LWL-Museum für Archäologie, Europaplatz 1, 44623 Herne, Tel. 02323 94628-0, www.lwl-landesmuseum-herne.de. Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag 9 Uhr bis 17 Uhr, Donnerstag 9 Uhr bis 19 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertag 11 Uhr bis 18 UhrMitgliedern aus den Kommunen kontrolliert.



Pressekontakt:
Dr. Yasmine Freigang, Tel. 0251 5907-267 und Frank Tafertshofer, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



Links:
http://www.lwl-landesmuseum-herne.de



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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