LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 19.10.07

Foto zur MitteilungMenschen mit geistigen, körperlichen oder psychischen Behinderungen arbeiten in 60 Werkstätten in Westfalen-Lippe.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungDer LWL finanziert in Westfalen-Lippe 31.000 Plätze in Werkstätten.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungWFB-Einzugsgebietskarte

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Presse-Infos | Soziales

Mehr Menschen mit Behinderungen sollen außerhalb der Werkstätten arbeiten

Landschaftsverband und Freie Wohlfahrtspflege schließen Vereinbarung

Bewertung:

Dortmund (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und die westfälischen Spitzenverbände der Freien Wohlfahrt haben sich darauf geeinigt, dass bis 2010 mehr Menschen als bisher außerhalb der Werkstätten für behinderte Menschen arbeiten sollen. Mit der umfassenden Vereinbarung sind die westfälischen Partner Vorreiter in Deutschland.

"Oft sind die Werkstätten die einzige Möglichkeit für behinderte Menschen, eine sinnvolle Beschäftigung zu finden - aber nicht immer", sagte LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch am Freitag (19.10.) in Dortmund bei der Unterzeichnung der Vereinbarung. Der LWL und die westfälischen Wohlfahrtsverbände wollen danach behinderte Menschen, die meisten von ihnen geistig oder schwer körperlich eingeschränkt, stärker in den so genannten ersten Arbeitsmarkt bringen oder ihnen Alternativen zur Werkstatt öffnen. Kirsch: "Integration heißt: Wer auf den ersten Arbeitsmarkt passt, sollte dort auch arbeiten." Das sei für diese Menschen ein weiterer Schritt in ein weitgehend selbstbestimmtes Leben.

Nach einer Modellrechnung des LWL können innerhalb der nächsten drei Jahre (Vereinbarungszeitraum 2008 bis 2010) rund 900 Menschen mit Behinderung aus den Werkstätten in Betriebe wechseln oder nach der Schule gar nicht erst in eine Werkstatt gehen. Weitere 1.200 der insgesamt 35.000 Werkstattbesucher in Westfalen-Lippe könnten bis 2010 auf Werkstattplätzen arbeiten, die aber in Firmen des ersten Arbeitsmarktes ausgelagert würden.

Die Einsparung aus der Vereinbarung bezifferte Kirsch auf insgesamt zehn bis 15 Millionen Euro, Das sei auch ein "wichtiger Beitrag, den Kostenanstieg für die Städte und Kreise, die uns bezahlen, zu dämpfen", so Kirsch.

Diözesan-Caritas-Direktor Volker Odenbach betonte, dass die Werkstätten ein unverzichtbares Angebot zur Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben darstellten. Odenbach: "Die Werkstätten sind ein Erfolgsmodell, da sie auch schwermehrfach behinderte Menschen integrieren. Wir müssen die Leistungsfähigkeit der Werkstätten sichern, auch dadurch, dass wir behinderten Menschen neue Angebote zur Teilhabe am Arbeitsleben außerhalb der Werkstatt ermöglichen." Gelingen könne dies letztlich aber nur dann, wenn auch die Bundesanstalt für Arbeit ihren Beitrag dazu leiste und über Kombi-Lohn-Modelle Arbeit finanziert werde.

Hintergrund:
Die Freie Wohlfahrtspflege betreibt 60 Werkstätten in Westfalen und Lippe, der LWL finanziert sie überwiegend mit jährlich rund 350 Millionen Euro. Jedes Jahr kommen 1.000 neue Werkstattbesucher dazu. Ein Platz in der Werkstatt kostet im Durchschnitt 33 Euro am Tag.

Nach der Vereinbarung wollen die Vertragspartner LWL und die Freie Wohlfahrtspflege (Arbeiterwohlfahrt, Diakonie, Caritas, Der Paritätische) zum Beispiel stärker mit Integrationsfirmen (selbständige Firmen mit maximal gleicher Zahl behinderter und nichtbehinderter Beschäftigter) zusammenarbeiten und neue Projekte gründen. Werkstätten sollen mit Unterstützung des LWL-Integrationsamtes Betriebe ansprechen und neue Arbeitsplätze akquirieren oder Werkstattplätze auslagern.

Beim Wechsel in den ersten Arbeitsmarkt sollen in allen Werkstätten "Integrationsassistenten" helfen. Schon vor dem Eintritt in eine Werkstatt werden die beratenden Gremien (Fachausschüsse) prüfen, ob für einen Menschen mit Behinderung nicht neben der Werkstatt ein anderer Berufsweg möglich ist. Stärker als bisher wird in Zukunft in den Werkstätten Teilzeitarbeit möglich sein.

Der Bedarf für Werkstattplätze steigt: Seit dem Jahr 2000 arbeiten rund 8000 Menschen mehr als vorher in westfälischen Werkstätten (plus 30 Prozent). Insgesamt sind in Westfalen-Lippe aktuell rund 35.000 (NRW: 64.000) Menschen in den Werkstätten beschäftigt.

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit steigt in Deutschland die Zahl der behinderten Personen mit Betreuungsbedarf Jahr für Jahr an, jährlich um rund 10.000 Personen, in Westfalen-Lippe um zirka 1.000. Der medizinische Fortschritt und Unterstützung tragen dazu bei, dass heutzutage erfreulicherweise auch viele sehr schwer behinderte Menschen ein normales Lebensalter erreichen.

Die Zahlen zu den jeweiligen Kreisen und kreisfreien Städte finden Sie in der Anlage.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



Anlagen:
Anlage 1: Zahlen zu den Werkstätten für Menschen mit Behinderung nach Kreisen und kreisfreien Städte.pdf



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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