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Mitteilung vom 28.09.07

Foto zur Mitteilung19 Arbeiten von Karl Manfred Rennertz zeigt die Ausstellung im LWL-Industriemuseum.
Foto: LWL/Hudemann


Foto zur Mitteilung Im Juli hat Karl Manfred Rennertz sein Atelier auf der Zeche Zollern eingerichtet und die alten Lindenstämme in Skulpturen verwandelt.
Foto: LWL/Hudemann


Foto zur Mitteilung"Rote Splitter", 2007.
Foto: LWL/Hudemann


Foto zur MitteilungEins der "Drei Boote von Zollern", 2007.
Foto: LWL/Zache


Foto zur Mitteilung"Barbara", 2007.
Foto: LWL/Hudemann


Foto zur Mitteilung"Goldbaum aus Zollern", 2007.
Foto: LWL/Hudemann


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Presse-Infos | Kultur

Atelier.Industrie. SägeWerk

Skulpturen von Karl Manfred Rennertz auf der Zeche Zollern

Bewertung:

Dortmund (lwl). Im Frühjahr war die alte Lindenallee im Ehrenhof des LWL-Industriemuseums Zeche Zollern dem Sturm "Kyrill" zum Opfer gefallen. In der Ausstellung "SägeWerk", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab Sonntag, 30. September, in der Alten Werkstatt der Zeche Zollern zeigt, erweckt der international renommierte Bildhauer Karl Manfred Rennertz die gefällten Stämme nun zu neuem Leben.

Im Juli hat Rennertz sein Atelier auf der Zeche eingerichtet und die alten Baumstämme in Skulpturen verwandelt. Mit groben Schnitten formt der Künstler die Stämme zu feingliedrigen Skulpturen. Keiner der Bäume besteht für ihn dabei aus neutralem Material: Jeder ist bereits geformt und mit jedem einzelnen muss sich der Künstler wie mit einem Individuum immer wieder neu auseinander setzen. Seine Ideen skizziert Karl Manfred Rennertz zunächst auf Papier und überträgt sie zeichenhaft auf die Baumstämme. Er bearbeitet das Lindenholz mit Axt und Kettensäge, und nach und nach entstehen so aus den Linden Skulpturen unterschiedlichster Gestalt. Ihre Formen reichen vom gewachsenen Baumsegment des "Goldbaumes" über das spitze Oval der "Boote" bis hin zu den zerklüfteten Keilformen der hoch aufragenden Skulptur "Barbara". Diese überlebensgroße Figur wirkt trotz ihrer beeindruckenden Größe zierlich und fragil. Die Formensprache des Künstlers ist ebenso vielfältig wie vieldeutig: ausdrucksstark und elementar, offen und geheimnisvoll, bloßlegend und schützend, männlich und weiblich zugleich. Abschließend bearbeitet Rennertz seine Werke mit Farben oder schwärzt sie durch Feuer.

"Seine Skulpturen erschafft Rennertz in direkter Auseinandersetzung mit dem Material und mit den Orten, an denen sie entstehen. Seine Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Natur und Technik, Mensch und Industrie, Skulptur und Industriedenkmal", so Museumsdirektor Dirk Zache. Geschichte und Atmosphäre der Entstehungsorte fließen mit ein in die Werke des Bildhauers. Den Stamm des "Goldbaums aus Zollern" hat er zunächst geschwärzt und dann vergoldet: "Kohle und ihre Entstehung, Schwarz und Gold als Kontrast - man spricht ja auch vom schwarzen Gold - reizen mich", erklärt Karl Manfred Rennertz. So regen seine Arbeiten dazu an, sich mit dem künstlerischem Werk wie mit dem industriellen Museumsort auseinander zu setzen.

Die Ausstellung auf der Zeche Zollern präsentiert neun Arbeiten, die der Künstler dort schuf: Neben der "Barbara" und dem "Goldbaum" sind "Drei Boote von Zollern" zu sehen. Die "Roten Splitter" leuchten in kräftigem Rot, und zwei ausdrucksstarke Gesichter, männlich und weiblich, entstanden ebenso aus bemalten Lindenstämmen wie die Skulptur "Mandorla". Die Arbeiten treffen in der Ausstellung auf weitere monumentale Werke der letzten Jahre. Im Ehrenhof des Museums steht die Iroko-Säule, die für die Ausstellung aus Baden-Baden geholt und in einer spektakulären Aktion im August von Rennertz mit dem Flammenwerfer geschwärzt wurde. Ebenso zu sehen sind die wuchtigen "Drei Säulen Lichtentaler Allee" oder die zweiteilige Skulptur "Figur im Baum", die der Künstler aus einem Mammutbaum schuf.

Karl Manfred Rennertz studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Professor Alfons Hüppi und war Stipendiat der Villa Massimo in Rom. Seit fast 30 Jahren arbeitet er national und international als freier Bildhauer. Arbeitsaufenthalte führten ihn unter anderem nach New York, New Delhi, Luxor, Rom und Salzburg. Rennertz erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen für seine künstlerische Arbeit, die der zeitgenössischen Bildhauerei wichtige Impulse gab. Seit 2004 hat er eine Professur für plastisches Gestalten an der Fachhochschule in Detmold. Rennertz lebt und arbeitet in Baden-Baden und Zürich.

Das Projekt auf Zollern ist Teil des Ausstellungszyklus "Atelier.Industrie", der Rennertz in den nächsten Jahren zu allen acht Standorten des LWL-Industriemuseums führt. Den Auftakt machte im Juni das Ziegeleimuseum in Lage: Dort haben der Kunstprofessor und seine Detmolder Studenten eine Portraitgalerie aus Ton und einen mobilen Turm aus Ziegeln installiert. Anfang November führt ihn sein Weg zur Glashütte Gernheim, und im nächsten Jahr wird Karl Manfred Rennertz sein Atelier in weiteren Standorten des LWL-Industriemuseums einrichten. Einige der Arbeiten, die auf Zollern entstanden, werden im Rahmen von "Atelier.Industrie" eine weitere Entwicklung durchleben. So will der Bildhauer die Holzboote, die er aus den Linden gesägt hat, im nächsten Jahr am Museumsstandort Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop als brennende Skulpturen zu Wasser lassen.

Die Ausstellungseröffnung am Sonntag, 30. September, um 11 Uhr, wird der Musiker Gert Kilian aus Montesquieu/Südfrankreich mit dem Klang seines afrikanischen Balafons begleiten und auf den Skulpturen trommelnd durch die Ausstellung führen.

Atelier.Industrie. SägeWerk -
Skulpturen von Karl Manfred Rennertz

30.9. (Eröffnung 11 Uhr) bis 28.10.2007
LWL-Industriemuseum Zeche Zollern - Alte Werkstatt
Grubenweg 5, 44388 Dortmund
Öffnungszeiten: Di- So 10 - 18 Uhr



Pressekontakt:
Kathrin Wißmach, LWL-Industriemuseum, Tel. 0231 6961-127 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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