LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 17.09.07

Foto zur MitteilungRainer Klenner vom NRW Bauministerium, Museumsleiterin Dr. Ulrike Gilhaus und Prof. Dr. Ute Dallmeier, Geschäftsführerin NRW-Tourismus e.V., vor der neuen ERIH-Plakette auf Zollern.
Foto: LWL/Hudemann


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Presse-Infos | Kultur

Konferenz der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH) im LWL-Industriemuseum

Zollern erhält ERIH-Plakette als Ankerpunkt der Route

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Dortmund (lwl). Die Jahreskonferenz des Netzwerks European Route of Industrial Heritage (ERIH) fand am Freitag, 14.9., im LWL-Industriemuseum, Zeche Zollern statt. Die Zeche Zollern ist Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur und zeigt dies seit der vergangenen Woche auch mit einer ERIH-Plakette am Museumseingang.

So vielfältig wie das Thema selbst sind auch die Ansätze, Industriekultur erlebbar zu machen. Dies wurde auf der Jahreskonferenz deutlich.100 Vertreter des ERIH-Netzwerkes aus sieben Ländern und an Industriekultur Interessierte aus Politik, Wirtschaft und Tourismus hatten sich im LWL Industriemuseum Zeche Zollern zum Erfahrungsaustausch getroffen. Im Mittelpunkt der Konferenz standen "best practice" Beispiele zur Entwicklung regionaler Routen sowie Ideen, wie mit neuen Technologien Industriekultur zeitgemäß vermittelt werden kann. Im Rahmen der Konferenz wurde außerdem die Plakette, die die Zeche Zollern offiziell als ERIH-Ankerpunkt kennzeichnet, enthüllt.

ERIH ist ein europäisches Netzwerk, das aus vielen Bausteinen besteht. Wer Industriekultur als Tourist wirklich "erfahren" will, der findet vor allem bei den Regionalen Routen Anregungen, um sich selbst Touren zusammenzustellen. Wie unterschiedlich die Ansätze dieser Regionalen Routen sind, das wurde auf dem Kongress bei der Vorstellung zweier "best practice" Beispiele gezeigt: So zielt die Ostengland-Route auf eine breite Darstellung der Industriekultur ab. Besucher können hier etwa in Hertfordshire dem Pfad des Papiers folgen, im Warner-Textilarchiv in Essex eine Sammlung von über 80.000 Kleidungsstücken aus Seide, Brokat und Samt bestaunen oder im East-Anglian-Eisenbahnmuseum von Colchester 150 Jahre Eisenbahngeschichte erleben.

Die Energie-Route Lausitz hat sich dagegen auf einen Teilbereich der Industriegeschichte konzentriert und zeigt, wie facettenreich wiederum ein einziges Thema präsentiert werden kann. Stationen sind etwa der ehemalige Tagebau Meuro, die imposante Braunkohlegrube, die im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA See geflutet wird, das Besucherbergwerk F60 mit der größten noch erhaltenen Abraumförderbrücke sowie das Kraftwerk Plessa, eines der ältesten Braunkohlekraftwerke Europas, das in der ursprünglichen Bausubstanz erhalten ist.
"Altes" zeitgemäß zu präsentieren und damit auch neue Zielgruppen anzusprechen - das ist ein wichtiges Anliegen des ERIH-Netzwerks. Daher wurden auf der Tagung auch interessante Beispiele vorgestellt, wie Industriegeschichte mit neuen Technologien besser erlebbar gemacht werden kann. So können Besucher etwa im Industriemuseum Nordwolle in Delmenhorst dank GPS noch tiefer in die Industriegeschichte eintauchen - Moritz ("Mobile Rundgänge in Europäischen Textilindustrie Zentren") macht's möglich. Hierbei dient ein PDA (Personal Digital Assistant) mit Touchscreen-Funktion als interaktiver Museumsführer und erläutert nicht nur Ausstellungen sondern auch Industrieanlagen, Geschichte des Ortes und technische Abläufe (www.mobile2culture.com). Und im Ruhrgebiet wird derzeit eine virtuelle Zeitreise entwickelt, die über Google Earth die historische Entwicklung eines Standortes im Internet dokumentiert (www.zeitreise-ruhr.de).

Auch über die Zukunft des Gesamtprojektes ERIH, dessen aktuelle Förderphase im April 2008 ausläuft, wurde gesprochen. War das Projektgebiet durch die derzeitigen Förderprogramme räumlich eingeschränkt, so soll in einer neuen Projektphase das Netz noch weiter auf Gesamteuropa ausgeweitet und touristisch beworben werden. ERIH deckt mit den rund 65 Ankerpunkten in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden vor allem den Nord-Westen Europas ab. Im Rahmen der Europäischen Themenrouten werden aber schon heute auf der Internetseite www.erih.net über 550 touristisch und industriehistorisch interessante Standorte aus 28 Ländern aufgeführt. Eine Liste möglicher neuer Ankerpunkte und potentieller Partner wurde erstellt. Mit Industrieregionen in Spanien und Polen wurden bereits Kooperationen geschlossen.



Pressekontakt:
Kathrin Wißmach, LWL-Industriemuseum, Tel. 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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