LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 03.09.07

Foto zur MitteilungAnsichtskarte "Boze chron; górnictwo" (Gott schütze den Bergbau)
Druck: Wiarus Polski, Bochum 1917 Muzeum Miejskie, Zabrze


Foto zur MitteilungBlick auf die Klosterstraße 2-12 in Bochum mit dem Bankhaus Rabotników, Sitz des Bunds der Polen in Deutschland - Zwiazek Polaków w Niemczech und anderen Organisationen der Ruhrpolen in den 1930er Jahren.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

"Der blinde Fleck" - Polen in der lokalen Geschichtsschreibung

Vortrag im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover

Bewertung:

Bochum (lwl). In der Sozialgeschichte des Ruhrgebiets sind die Polen seit dem 19. Jahrhundert fest verankert. Um 1871 kamen die ersten polnischen Arbeiter ins Ruhrgebiet, um in den Kohlezechen zu arbeiten. Dennoch ist ihre Geschichte im Revier weitgehend ein "blinder Fleck". So betitelt auch Wulf Schade seinen Vortrag am kommenden Donnerstag, 6. September, um 19.30 Uhr im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum. Der Referent geht der wenig untersuchten Geschichte der Ruhrpolen nach und zeigt, warum sie in der lokalen Geschichtsschreibung weitgehend fehlen. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung "Westfalczycy - Ruhrpolen" statt, die der Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) noch bis zum 28. Oktober in Bochum zeigt. Die Ausstellung kann vor Beginn des Vortrages besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Wulf Schade verweist in seinem Vortrag zunächst auf die Lücken in lokalen Schriften zur Geschichte Bochums und seiner Stadtteile. Dabei hat es gerade hier im 19. und 20. Jahrhundert ein reges polnisches Kultur- und Vereinswesens gegeben. Als Grundlage für seine Nachforschungen dienten dem Referenten politisch-soziologische Literatur sowie Stadt-, Kirchen- und Vereinschroniken. Aber auch in der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Regional- und Stadtgeschichtsschreibung fehlen die Polen fast vollständig. Die Ursachen sind nach den Untersuchungen Schades nicht in der schlechten Dokumentenlage zu finden, sondern eher soziologischer Natur. Zu den Hauptgründen zählten u.a. die tiefsitzenden Vorurteile, die Ablehnung des Fremden sowie Ignoranz und Überheblichkeit gegenüber den Polen.

Mit einem Einblick in die Sozialgeschichte der polnischen Zuwanderer in Bochum skizziert der Referent am Schluss wichtige und noch zu untersuchenden Aspekte. So waren die Polen im Revier Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts hervorragend auf vielen Ebenen organisiert. Die Gewerkschaft "Zjednoczenie Zawodowe Polskie" (ZZP) gab den polnischen Arbeitern halt. Die Zeitung "Wiarus Polski" informierte über Vorkommnisse in der Region. Ihr Erspartes konnten die Arbeiter in der polnischen Arbeiterbank "Bank Robotników" aufbewahren. Bochum selbst entwickelte sich als Sitz von polnischen Verbänden, Gewerkschaften und Verlagen zum Zentrum des polnischen Kulturlebens in Deutschland. Viele Spuren sind noch heute sichtbar.

Die Ausstellung "Westfalczycy - Ruhrpolen" läuft noch bis 28. Oktober im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover. Öffnungszeiten: Do 14-20 Uhr, Fr / Sa 14-18 Uhr, So 11-18 Uhr.



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Tel. 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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