LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 30.08.07

Foto zur MitteilungDer zeitgenössische Stich des Architekten Bruno Möhring zeigt das Portal der Maschinenhalle mit dem ursprünglichen baldachinartigen Dach. Aus: Bruno Möhring: Stein und Eisen, Mappenwerk, Berlin 1903.
Repro: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Maschinenhallen-Architekt Bruno Möhring und der Deutsche Werkbund

Ausstellung zum 100-jährigen Werkbund-Jubiläum im LWL-Industriemuseum

Bewertung:

Dortmund (lwl). Das 100-jährigen Gründungsjubiläum des Werkbundes wird 2007 mit verschiedenen Veranstaltungen gefeiert. Auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) beteiligt sich daran, denn das LWL-Industriemuseum besitzt mit der Maschinenhalle der Dortmunder Zeche Zollern II/IV ein Baudenkmal, das von den Werkbund-Ideen von Kunst, Industrie und Handwerk beeinflusst wurde. In dieser Halle zeigt das Museum ab Samstag, 1.9., die Ausstellung "Bruno Möhring und der Deutsche Werkbund".

Eine "Veredelung der gewerblichen Arbeit im Zusammenwirken von Kunst, Industrie und Handwerk" - das hatte sich der Deutsche Werkbund bei seiner Gründung im Jahr 1907 auf die Fahnen geschrieben. Dabei ging es um eine grundlegende Reform der Architektur und des Kunsthandwerks. Der Werkbund polemisierte vor allem gegen die historisierende Stilarchitektur, die ohne Rücksicht auf konstruktive Vorgaben nur Kulissen schuf. An deren Stelle sollte eine Baukunst treten, die "ehrliche", d.h. in ihrer Bauweise klar zu erfassende Gebäude errichtete. Ebenso forderte man, die Funktion der Bauwerke stärker zu berücksichtigen und die Eigenarten der Materialien zu respektieren. Man beabsichtigte, den Geschmack der Konsumenten zu beeinflussen, aber auch den Erfolg deutscher Produkte auf dem Weltmarkt zu fördern.

Der Berliner Architekt Bruno Möhring hat das Erscheinungsbild der Maschinenhalle von Zollern II/IV 1902/03 entscheidend geprägt, indem er dort das Querhaus, die Portale, die marmorne Schaltwand im "Neuen Stil" gestaltete. Fünf Jahre später war Möhring in München bei der Gründung des Werkbunds anwesend. Der Architekt der Zollern-Halle gilt als ein Wegbereiter der Werkbund-Ideen: Er engagierte sich im Ingenieurbau und forderte grundsätzlich eine konstruktionsgerechte Architektur. Die "aufgeklebten" Verzierungen historischer Stile lehnte er ab und bezeichnete z.B. die Monotonie der üblichen gotischen Ausschmückungen im Hausbau als "Jammergotik".

Die Dortmunder Ausstellung gibt einen Überblick über das Gesamtwerk Bruno Möhrings, das nicht nur im Fall der Dortmunder Maschinenhalle die Ideale des Deutschen Werkbunds aufgreift. Vorgestellt werden Brücken und Bahnhöfe, Wohnhäuser und Ausstellungsbauten. Dazu zählt z.B. der kombinierte Ausstellungs-Pavillon der Gutehoffnungshütte und der Deutzer Gasmotorenfabrik, der 1902 auf einer großen Industrieausstellung in Düsseldorf aufgrund seiner unverkleideten Stahlfachwerk-Architektur großes Aufsehen erregte und Vorbild für die Dortmunder Halle war. Außerdem behandelt die Ausstellung die Kunstverglasungen Möhrings und stellt auch seine Innenraum- und Möbelentwürfe vor.

Das LWL-Industriemuseum lädt für Samstag, 1.9., um 11 Uhr zur Ausstellungseröffnung in der Maschinenhalle herzlich ein. Professor Roland Günter aus Oberhausen-Eisenheim, einer der "Gründerväter" der Industriedenkmalpflege und Industriekultur im Ruhrgebiet, wird den Einführungsvortrag halten.

Bruno Möhring und der Deutsche Werkbund
Jubiläumsausstellung Deutscher Werkbund 1907-2007
1.9. (Eröffnung 11 Uhr) bis 30.9.2007
LWL-Industriemuseum Zeche Zollern - Maschinenhalle
Grubenweg 5, 44388 Dortmund
Öffnungszeiten: Di- So 10 - 18 Uhr

Begleitende Veranstaltungen:

Di, 25.9., 19.30 Uhr
Vortrag auf der Zeche Zollern von Kurt C. Reinhardt mit dem Thema "Von der Basilika zum Bauhaus. Der Industriebau als Gesamtkunstwerk"

So, 30.9., 15 Uhr
Finissage der Ausstellung: Die Kunsthistorikerin bietet Dr. Katrin Holthaus eine Ausstellungsführung mit anschließender Architekturführung durch die Maschinenhalle an



Pressekontakt:
Kathrin Wißmach, LWL-Industriemuseum, Tel. 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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