LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 09.08.07

Foto zur MitteilungDer LWL hat zwei bestehende Diaserien über die Wewelsburg aktualisiert und mit weiteren Materialien als CD-ROM mit Begleitheft, sowie den bisherigen Videofilm über die Burg als DVD herausgegeben.
Foto: LWL/Schüttemeyer/Neander


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Presse-Infos | Kultur

Neue Forschungsergebnisse und neue Medien:

LWL macht aus Diaserien eine CD-Rom über die Geschichte der Wewelsburg

Bewertung:

Büren (lwl). Die Wewelsburg bei Büren (Kreis Paderborn) ist für die Geschichte Westfalens während der nationalsozialistischen Herrschaft von zentraler Bedeutung: Die alte Zweitresidenz der Paderborner Fürstbischöfe war von Heinrich Himmler persönlich zur "Gralsburg" des SS-Ordens bestimmt worden. Ursprünglich als "Reichsführerschule" für nationalsozialistische Forschungszwecke gedacht, wurde die Wewelsburg seit 1936 zu einem Kultzentrum und zur Repräsentationsstätte der SS-Gruppenführer umgebaut. Wären die immer wahnwitzigeren Pläne umgesetzt worden, wäre das Dorf Wewelsburg gänzlich verschwunden. An diese Geschichte erinnert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) jetzt mit einer CD-ROM, die Fotos, Texte und erstmals Originaldokumente enthält sowie mit einer zweisprachigen DVD, die bereits im vergangenen Jahr den vergriffenen Video-Film abgelöst hat.

Im Frühjahr 1939 errichteten die Nazis ein Konzentrationslager in Wewelsburg. Das Lager "Niederhagen" sollte die für den umfangreichen Umbau notwendigen Arbeitskräfte zur Verfügung stellen. "Jeder Dritte der rund 3.900 KZ-Häftlinge, die unter unmenschlichsten Bedingungen die Burg um- und ausbauen mussten, starben während der Lagerhaft. Das Projekt gelangte nie zum Abschluss und fand sein Ende, als wenige Tage vor dem Zusammenbruch des Dritten Reiches die SS ihre Burg selber gesprengt hat", so Kirsten John-Stucke vom Kreismuseum Weselsburg.

1949 - 1979 erfolgte der Wiederaufbau. Heute befindet sich in der Wewelsburg eine Jugendherberge und seit 1996 das "Historische Museum des Hochstiftes Paderborn". Die 1982 im ehemaligen SS-Wachgebäude eröffnete Dokumentation "Wewelsburg 1933 - 1945, Kult und Terrorstätte der SS" erinnert an die Opfer des Konzentrationslagers Niederhagen. Derzeit wird an einer Neukonzeption der zeitgeschichtlichen Ausstellung gearbeitet, die neuere Forschungsergebnisse zu Grunde legt und die voraussichtlich im Jahr 2009 in erweiterten und neu gestalteten Räumen des ehemaligen Wachgebäudes eröffnet wird.

Das Kreismuseum Wewelsburg regte 1988 den LWL an, zwei Diaserien mit je zwölf Motiven zu den Themen "Das Konzentrationslager" und "Kultstätte des SS-Ordens" herauszugeben. Im Jahr 2000 erschien eine englische Übersetzung der beiden Diaserien, zusammengefasst in einem Textheft und mit den 24 Diapositiven. Die Medien entwickelten sich zu "Dauerbrennern" und so besorgte im Jahr 2002 der LWL die vierte, auf den aktuellen Forschungsstand gebrachte Auflage der Diaserien.

Obwohl Dias aufgrund der Entwicklung neuer Medien einen totalen Einbruch in der Akzeptanz bei den Mediennutzern erfahren haben, ist die Nachfrage nach Fotos und Textinformationen weiterhin sehr hoch. Aus diesem Grunde bringt nun das LWL-Medienzentrum für Westfalen in Zusammenarbeit mit dem Kreismuseum Wewelsburg die 24 Themen der Diaserien auf einer CD-ROM heraus. "Die CD ist zweisprachig und nutzt den Vorteil, nicht an eine bestimmte Bildzahl gebunden zu sein. So sind Bildmontagen der Diaserien in Einzelbilder aufgelöst, zum Teil durch aktuelle Aufnahmen ergänzt. Daneben sind Dokumente, wo es sinnvoll erschien, erstmals im Original wiedergegeben und nicht nur in Transskription und Übersetzung", nennt Dr. Hermann-Josef Höper vom LWL-Medienzentrum Vorteile des neuen Mediums.

In den vierundzwanzig Themen - jeweils mit einer unterschiedlichen Anzahl von historischen und aktuellen Fotos sowie Dokumenten versehen - zeigen die Autoren und die Autorin den Größenwahn des SS-Denkens auf. "Es gelingt ihnen, die unmenschliche Wirklichkeit des Lageralltags zu rekonstruieren und die Brutalität sichtbar zu machen, der die Häftlinge ausgesetzt waren", so Höper.

Auf der CD-ROM befinden sich sämtliche Texte und Bilder der Diaserie sowie einige Dokumente. Dabei können die Nutzer zwischen der deutschen und der englischen Fassung wechseln, Bilder aufrufen, die gerade beschrieben werden oder zwischen den Transskriptionen und der Abbildung der Originaldokumente pendeln. Die gedruckte Information gibt es wie bei den Diaserien als deutsches Textheft mit einer englischen Übersetzung.

Hintergrund:
1996 produzierte der LWL den Videofilm "Wewelsburg. Kult- und Terrorstätte der SS". Die Erfahrungen des ehemaligen politischen Häftlings Otto Preuss stehen im Mittelpunkt des Films. "Auf sehr eindrucksvolle Weise schildert Preuss seine Erlebnisse im Lager und während der Bauarbeiten im Dorf. Bis zu seinem Tode im Jahr 2003 suchte Otto Preuss immer wieder das Gespräch mit Jugendlichen und unterstützte die Arbeit des Kreismuseums", berichtet Höper.

Aufgrund der großen Nachfrage produzierte der LWL im Jahr 2000 eine VHS-Videokassette des Filmes mit englischer Kommentierung. Im vergangenen Jahr entschlossen sich dann das Kreismuseum Wewelsburg und der LWL beide Filmversionen unverändert auf einer DVD mit deutscher und englischer Sprachspur herauszubringen. "Da der Film, in dem Otto Preuss seine Erlebnisse und seine Sicht des Lagerlebens schildert, als Ganzes ein zeitgeschichtliches Dokument darstellt, bedurfte er keiner Veränderungen", erklärt Höper. Diese DVD ist im Frühsommer 2006 erschienen.

Die Wewelsburg 1933-1945
CD-ROM mit deutschem Textheft (2007)
9,90 € zuzüglich 2,60 € Versandkostenanteil
CD-Rom mit englischem Textheft (2007)
9,90 € zuzüglich 2,60 € Versandkostenanteil

Wewelsburg
Kult- und Terrorstätte der SS

Cult and Terror Centre of the SS (2006)
Film von 30 min auf DVD mit deutschem und englischem Kommentar
14,90 € zuzüglich 2,60 Versandkostenanteil
45 € mit öffentlichem Vorführrecht für Bildungseinrichtungen und Schulen.
Bezug: LWL-Medienzentrum für Westfalen (medienzentrum@lwl.org, Fax: 0251/591-3982) oder im Musdeumsshop des Kreismuseums Wewelsburg

Weitere Medienangebote sind zu finden im "Medienshop" unter: www.westfalen-medien.de.



Pressekontakt:
Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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