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Mitteilung vom 28.06.07

Foto zur MitteilungDie 1927 gebaute Lok 22 fährt demnächst zu musealen Zwecken wieder auf der Strecke der Extertalbahn.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungDie Stecke der Extertalbahn ist sehr gut erhalten wie hier am Haltepunkt Barntrup-Alverdissen.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Älteste Elektroloks Deutschlands fahren immer noch auf der Extertalbahn

LWL zeichnet Strecke als Denkmal des Monats Juni aus

Bewertung:

Barntrup/Extertal (lwl). Bei denkmalgeschützten Eisenbahnen denkt man an fauchende Dampfloks, die durch eine wildromantische Landschaft schnaufen. Ganz anders erscheint da die elektrisch betriebene Extertalbahn, die 1929 den Betrieb auf der Strecke zwischen Barntrup (Kreis Lippe) und Rinteln (Niedersachsen) aufgenommen hat. Weil die Extertalbahn nicht untergegangen ist wie die vergleichbare Herforder Kleinbahn und nicht modernisiert worden ist wie die Zugspitzbahn sondern auf Teilen immer noch die historischen Loks fahren, hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die Strecke als Denkmal des Monats Juni ausgezeichnet.

"Die beiden 1927 gebauten Gütertriebwagen Lok 21 und Lok 22 sind die ältesten erhaltenen Elektrolokomotiven in Deutschland, die immer noch auf ihrer Stammstrecke fahren. Außerdem sind der historische Schienenoberbau und die Fahrdrahtführung ebenso original erhalten wie alle Brücken der Strecke", nennt LWL-Denkmalpfleger Christian Hoebel Besonderheiten der Extertalbahn, die der LWL in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Extertal jetzt als erste komplette Bahnstrecke Westfalens unter Denkmalschutz gestellt hat.

Die Geschichte der Extertalbahn beginnt am 24. September 1924 mit der Gründung der "Extertalbahn Aktiengesellschaft" (EAG). Ziel war es, die Stecken Löhne - Hameln, Rinteln - Stadthagen und Lage - Hameln zu verbinden. Fünf Jahre später schlängelte sich die 28 Kilometer lange Strecke durch die Talaue der Exter entlang einer Landstraße. Das Ungewöhnliche für die Zeit: Auf der Strecke bewegten sich kastenartige Loks, die nicht dampften, sondern die nötige Energie in Form von Elektrizität aus einem Fahrdraht bezogen.

"Da das damalige Elektrizitätswerk 'Wesertal GmbH' aus Hameln Mitgesellschafter der EAG war, wurde die Strecke von Anfang an mit einem Gleichstrom von 1.500 Volt elektrifiziert. Die Vorteile liegen auf der Hand: Elektroloks sind einfacher zu handhaben als Dampfloks, sie können schneller beschleunigen und können auch größere Steigungen bewältigen. So konnte man beim Bau im Extertal aufwändige Erdbewegungen vermeiden", erklärt Hoebel. Der Gleichstrom hat allerdings im Vergleich zum Drehstrom den Nachteil, dass er nicht ohne Leitungsverluste über größere Entfernungen geführt werden kann. "Deshalb baute die EAG ihren Betriebssitz auf halber Strecke in Extertal-Bösingfeld und speiste hier den Gleichstrom ein", so Hoebel weiter.

Die EAG, die sich 1967 in "Verkehrsbetriebe Extertal" umbenannt hat, war von Anfang an auf den Personen- und den Güterverkehr ausgerichtet. Den regelmäßigen Personenverkehr hat sie 1969 eingestellt, der letzte Güterzug rollte 2001 über die lippische Strecke. Große Sorge bereitete den Denkmalpflegern in den vergangenen Jahren der Kupferklau, dem große Abschnitte des Fahrdrahtes zum Opfer fielen und der fast zum Untergang des Denkmals geführt hätte. Doch der Verein Landeseisenbahn Lippe hat erhaltene Abschnitte aus dem nördlichen Teil abgebaut und auf dem südlichen Teil wiederverwendet und die Strecke so gerettet.

Während heute auf dem nördlichen Teil zwischen Bösingfeld und der Landesgrenze Touristen auf handgetriebenen Draisinen fahren können, will der Verein Landeseisenbahn Lippe demnächst zu besonderen Anlässen die beiden historischen Loks auf die Südstrecke zwischen Bösingfeld und Barntrup schicken. Den nötigen Gleichstrom speisen nach wie vor zwei originale Quecksilberdampf-Gleichrichter ein.



Pressekontakt:
Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
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