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Mitteilung vom 16.06.07

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Foto zur MitteilungFotos: skulptur projekte Münster 07

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Presse-Infos | Kultur

Ausstellungseröffnung

skulptur projekte münster 07

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Nach fast dreijähriger Vorbereitungszeit eröffnen am Samstag, den 16. Juni 2007, die vierten Skulptur Projekte in Münster. 36 eingeladene Künstler haben in der Stadt 34 Projekte realisiert. Erstmals wurden auch die Medien Film und Video stärker mit einbezogen, performative Arbeiten spielen eine wichtige Rolle und das Internet als erweiterte öffentliche Plattform transportiert künstlerische Ideen über den städtischen Kontext hinaus. Das Kuratorenteam, Brigitte Franzen, Kasper König und Carina Plath, nennt die Ausstellung "eine Langzeitstudie", die zeigt, wie sich die künstlerische Auseinandersetzung mit Öffentlichkeit und auch die Öffentlichkeit selbst verändert. Zusammen mit der Kuratorin für Gegenwartskunst am LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Brigitte Franzen, und der assoziierten Kuratorin Carina Plath, Direktorin des Westfälischen Kunstvereins, leitet der 63-Jährige die skulptur projekte münster 07.

Seit 1977 untersuchen die Skulptur Projekte Münster im Abstand von zehn Jahren das ambivalente Verhältnis von Kunst und Öffentlichkeit, indem Kunstproduktion unmittelbar vor Ort geschieht: Sie setzt sich mit der städtischen Gemengelage auseinander und bezieht den "Bürger" aktiv mit ein. Mit dieser kritischen Fragestellung hat sich das Projekt seit 1977 in der Liga der großen internationalen Ausstellungen fest verortet.
Unter den vielen Projekten, die sich inzwischen mit "Kunst im öffentlichen Raum" beschäftigen, gilt Münster damit nicht nur als Pionier, sondern als die einzige Plattform, auf der seit 30 Jahren konstant das Thema aufgegriffen und zeitgemäß bearbeitet wird. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass städtischer Raum in den letzten Jahren von öffentlicher und privater Hand zunehmend vereinnahmt - oder aber bewusst vernachlässigt - wird, erscheint die Einladung an 36 internationale Künstlerinnen und Künstler umso dringlicher, um das Verhältnis von Kunst und Öffentlichkeit neu zu hinterfragen. "Heute ist der öffentliche Außenraum der Städte wie nie zuvor überdeterminiert und 'übergestaltet', von einer Renaissance der Kunstinstitutionen und einem neuen Zusammenklang von Gegenwartskunst und Museum ist die Rede. Das allgegenwärtige 'Kauf-mich' und 'Schau-mich-an' der Innenstädte hat dazu geführt, dass sich heutige Künstler oft 'undercover' und mit kritischer Distanz der Situation und dem Anspruch von Kunst im Außenraum nähern," erläutert Kuratorin Brigitte Franzen die gegenwärtige Situation.

Ihren Ausgangspunkt fanden die Skulptur Projekte 1977 in einem lokalen Konflikt um ein bevorzugtes Grundstück in der Stadt, der ein vorläufiges Ende mit einem Geschenk an die Stadt und ihre Bürger in Form einer zeitgenössischen Skulptur von George Rickey fand. Diese allerdings löste auf der Basis der vorangegangenen Ereignisse einen Sturm der Entrüstung aus. "Die Stimmung war damals so aufgeheizt, dass die lokalen Zeitungen wirklich gegen die Kunst Rabatz gemacht haben und Klaus Bußmann fühlte sich als Kustos des Westfälischen Landesmuseums und couragierter Aufklärer herausgefordert. Es war notwendig, Informationen über die sehr komplexe und nicht unbedingt populäre Geschichte der modernen Skulptur von Rodin bis in die Gegenwart zu geben. So entstand die Ausstellung innerhalb des Museums. Daneben gab es einen erweiterten Teil mit autonomen Skulpturen im Schlossgarten. Klaus Bußmann ist also der Initiator und hat mich dazu geholt. So ist der Projekte-Teil entstanden, und daraus haben sich dann mit Bußmann zusammen die drei Ausstellungen und jetzt mit uns Dreien die vierte Ausstellung entwickelt," resümiert Kasper König.

Münster ist nach der dreißigjährigen Geschichte von Skulptur Projekte nicht mehr nur eine typische mittelgroße deutsche Stadt, in der sich Lokales und Universelles beispielhaft verbinden. Vielmehr birgt die Stadt inzwischen auch eine historische Perspektive auf die Ausstellung. 39 Werke, die im städtischen Raum einen dauerhaften Ort gefunden haben, sind Zeugen der vergangenen Skulptur Projekte. Für die eingeladenen Künstler stellt das eine ganz besondere Situation dar, auf die sie reagieren. Die assoziierte Kuratorin Carina Plath meint: "Wir können nicht so tun, als wäre Münster ein Ort ohne Skulptur Projekte. Die Künstler, die in den 1960er und 1970er Jahren geboren worden sind, kennen das Spezifikum von Münster, dass es hier Skulptur Projekte gegeben hat, und sie beziehen sich zum Teil auch klar auf vorherige Projekte. Die Stadt ist ohne Kunst nicht mehr zu denken - und es gibt somit auch Arbeiten, die sich stärker auf die Ausstellung beziehen als auf Münster als 'carte blanche'."

Auch für skulptur projekte münster 07 waren die eingeladenen Künstler wieder aufgefordert, sich mit der Stadt und ihren Gegebenheiten auseinander zu setzen. Die intensive Durchdringung des Ortes und seiner spezifischen Bedingungen ist der Grund für die außergewöhnlich hohe Qualität und überraschende Einzigartigkeit der hier entstehenden Arbeiten. Ausgehend vom Domplatz verteilen sich die Projekte vor allem auf den Kern der Stadt innerhalb des Promenadenrings. Einige Projekte werden diesen Rahmen verlassen und an anderen Orten des Stadtgebietes angesiedelt sein, zum Beispiel am Aasee und an den naturwissenschaftlichen Instituten der Universität.

NRW-Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers schätzt die kritische Diskussion um das Thema Öffentlichkeit: "Ich begrüße diesen von Münster ausgehenden offenen Dialog sehr, handelt es sich doch um Fragestellungen, die uns alle angehen - unabhängig davon, ob sie im Medium der Kunst, der Architektur oder auch der Politik verhandelt werden. Wir alle müssen bereit sein, kreativ zu denken und mutig zu handeln." Das Land Nordrhein-Westfalen engagiert sich schon seit 1977 zusammen mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und der Stadt Münster für Skulptur Projekte. "Der LWL hat nicht nur die Aufgabe, westfälische Kultur zu präsentieren, er will auch die Welt nach Westfalen holen, und das tun wir mit der Ausstellung, die in diesem Jahr quasi ihren 30. Geburtstag feiert. Die Region und die Stadt - vertreten durch den LWL und die Stadt Münster - präsentieren sich mit ihrer Unterstützung für dieses Projekt als weltoffen und zeitgenössischen Ideen gegenüber aufgeschlossen", beurteilt LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch das langjährige Engagement des Landschaftverbandes für Skulptur Projekte. Auch Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann versteht die Ausstellung als große Bereicherung für die Stadt: "Die aktuelle Auflage von skulptur projekte münster 07 wird, genau so wie die vergangenen, ein Erlebnis auf höchstem künstlerischen Niveau sein, das den Besuchern und Besucherinnen die Stadt als wertvollen Kunst- und Kulturraum präsentiert. Münster wird sich als im Wortsinne 'kunstvolle' Stadt vielen tausend Besuchern aus aller Welt präsentieren, die diese einmalige Ausstellung von Kunst im öffentlichen Raum besuchen."

Zentraler Ausgangspunkt und Veranstalter des Projektes ist das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster. "Die Ausstellung hat 1977 ihren Ausgangspunkt im Westfälischen Landesmuseum genommen und ist seitdem fest mit dem Haus verbunden", erklärt der Direktor des Museums, Dr. Hermann Arnhold. "Die Skulptur Projekte stehen für die internationale Ausrichtung und Profilierung des Hauses in der Gegenwartskunst. Das Thema ,Kunst, Öffentlichkeit und städtischer Raum' wird auch in zehn Jahren noch aktuell und spannend sein."

Erstmals begleitet eine Archiv-Ausstellung im Lichthof des LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, kuratiert von Brigitte Franzen, die Skulptur Projekte und beleuchtet ihre Vergangenheit. Hier erwartet den Besucher eine umfangreiche Dokumentation der wechselhaften Geschichte der Ausstellung. Anhand von Original-Skizzen, Briefwechseln, Filmsequenzen und Modellen aus dem inzwischen umfangreichen Archivbestand wird die Entwicklung der Ausstellung nachgezeichnet. In einem vielfältigen Begleitprogramm werden außerdem verschiedene Perspektiven auf das Thema eröffnet. Filmvorführungen, Diskussionsrunden, Vorträge und Künstlergespräche beleuchten unterschiedliche Aspekte von Öffentlichkeit, Urbanität und städtischem Raum. Ein breit gefächertes Vermittlungsprogramm bietet Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen viele Möglichkeiten, sich aktiv in die Diskussion mit einzubringen und Öffentlichkeit zu gestalten. Dazu gehören neben öffentlichen und Gruppenführungen, vor allem auch die sommerakademie mit Angeboten für Kinder und die velo lounge als Forum für junge Erwachsene.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der neben einer ausführlichen Darstellung aller künstlerischen Projekte auch einen umfangreichen Theorieteil enthält. 134 Begriffe zum Untersuchungsgegenstand werden von 74 renommierten Autoren vorgestellt. Ergänzt wird der Katalog durch einen Kurzführer. Außerdem liefert das Kinderbuch "Was ist ein skulptur projekte? Fünf Touren für Kinder" spannende, lustige und unerwartete Informationen zu allen Kunstwerken, die farbig illustriert sind. Die erste Publikation zur Ausstellung, Vorspann, ist bereits im März in Kooperation mit der Kunstakademie Münster erschienen und enthält Gespräche mit beteiligten Künstlern sowie eine Podiumsdiskussion mit den Kuratoren der Ausstellung.

Träger der Ausstellung sind der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und die Stadt Münster. Förderer und Hauptsponsoren sind das Land Nordrhein-Westfalen, die Kulturstiftung des Bundes, die Kunststiftung NRW, die Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung und die Sparkasse Münsterland Ost.



Pressekontakt:
Claudia Miklis, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 oder 0251 5907-309
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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