LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 06.06.07

Foto zur MitteilungPräparierte Taube in der Ausstellung "Das Glück fliegt in der Luft".
Foto: LWL


Foto zur MitteilungTaubenauflass zum Wettflug: Am 16. September starten Brieftauben zum Preisflug des LWL-Ziegeleimuseums.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungKonstatieruhr aus dem Uhrenmuseum Villingen / Schwenningen, 1950er Jahre.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungStolzer Züchter mit preisgekrönter Taube, 1940er Jahre.
Repro: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Das Glück fliegt in der Luft

Ausstellung zur Geschichte des Brieftaubensports im LWL-Ziegeleimuseum

Bewertung:

Lage (lwl). Zu fast jedem Zechenhaus gehörte früher ein Taubenschlag. Heute sind die Rennpferde des kleinen Mannes aus den Siedlungen vielerorts verschwunden. Im Ziegeleimuseum in Lage hat der Brieftaubensport für drei Monate jetzt eine Heimat gefunden: Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) präsentiert unter dem Motto "Das Glück fliegt in der Luft" vom 10. Juni bis 23. September 2007 eine kleine Kulturgeschichte des Brieftaubensports in Westfalen. Zum Begleitprogramm gehören u.a. ein Wettflug, Treffen mit Züchtern, eine Versteigerung und Vorträge, z.B. über "Doping im Taubensport".

"Laien kommen bei uns genauso auf ihre Kosten wie alte Hasen des Taubensports", kündigt LWL-Museumsleiter Willi Kulke an. Die Schau zeigt historische Fotos, Filme und zahlreiche Leihgaben aus Vereinen. Interviews mit Züchtern vermitteln lebendige Einblicke in den aktuellen Taubensport: In Westfalen hegen und pflegen heute noch 25.000 Züchter rund drei Millionen Tiere.
Kenner lockt die Ausstellung unter anderem mit einer hochkarätigen Sammlung von Konstatieruhren. Willi Kulke: "Diese Stücke verdanken wir dem Uhrenindustriemuseum Villingen-Schwenningen, mit dem wir eng zusammengearbeitet haben". Die komplexen Messgeräte waren jahrzehntelang die einzig gültige Instanz der Zeitermittlung bei Wettflügen. Heute erfolgt die Auswertung mit Hilfe von Computern und Satellitennavigation.

Das Spektrum der Themen reicht aber vor allem in die Zeit zurück, als Tauben die Rolle von Botschaftern, Nachrichtenübermittlern oder sogar Spionen spielten. Wer weiß heute noch, dass die Nachrichtenagentur "Reuters" einst mit einem Brieftauben-Depeschendienst begann? Außerdem erfährt der Besucher, wie der einmalige Orientierungssinn der Vögel funktioniert oder warum Liebe und Leidenschaft eine wichtige Rolle für die geflügelten Heimkehrer spielen.

Eine besondere Attraktion ist der "Stammtisch" als Mittelpunkt des Züchteruniversums: Dort findet der Besucher historische Fotos, Siegertafeln und Trophäen der Bochumer Reisevereinigungen. Er erinnert daran, dass das Vereinslokal stets eine besondere Bedeutung hatte: Die Züchter fieberten dort den Ergebnissen der Wettflüge entgegen, fachsimpelten über Zuchtgeheimnisse und Trainingsmethoden. "Brieftaubensport war und ist eben immer noch eine gesellige Angelegenheit", so der Museumsleiter.

Bereits seit den 1880er Jahren ist Westfalen ein Zentrum des Brieftaubensports in Deutschland. Seinen Höhepunkt erlebte der Volkssport in den 1960er Jahren mit mehr als 100.000 aktiven Züchtern in Deutschland. Den rasanten Aufschwung hat der Brieftaubensport vor allem zwei Faktoren zu verdanken: In den Arbeiterkolonien boten Gärten und Dachböden ideale Voraussetzungen für Taubenschläge. Auf der anderen Seiten hatte so mancher junge Industriearbeiter die Hoffnung, bei den Wettflügen das schnell Glück zu machen. Denn die Preisgelder konnten bei erfolgreichen Züchtern durchaus den hart verdienten Wochenlohn übersteigen.

Mit Unterstützung der Brieftauben-Reisevereinigung Lage/Lippe ist es dem LWL-Museum gelungen für die Zeit der Ausstellung auch einen Brieftaubenschlag auf dem Geländes des Museums zu haben. Die Tauben werden dort brüten, ihre Jungen aufziehen und im August/September auch zu Wettflügen starten. In der Ausstellung können die Besucher auch die Schätze der Brieftauben-Reisevereinigung Lage/Lippe bestaunen: Ein Vereinsschrank des Militärbrieftauben-Liebhabervereins Kriegspost Lemgo, die Pokalvitrine des Reisetaubenzüchtervereins "Zur alten Hansestadt Lemgo" und den Wanderpreis des Vereins "Lippische Rose" aus Lage von 1948.

Begleitend zur Ausstellung erwartet die Besucher ein umfangreiches Programm:

10. Juni 11 Uhr
Ausstellungseröffnung

10. Juni 15 Uhr
Die Tauben kommen
Einsetzen der Jungtauben in den Taubenschlag auf dem Gelände des Museums. Die Tauben werden in den nächsten 3 Monaten auf dem Gelände des Museums leben und im Herbst auch an Wettflügen teilnehmen.

17. Juni 15 Uhr
Die Tauben schlüpfen
Die Brieftaubenpaare haben 18 Tage ihre Eier bebrütet. Die ersten Jungen sind bereits geschlüpft. Mitglieder der Brieftaubenreisevereinigung Lage/Lippe berichten über die Aufzucht der Tauben.

15. Juli 14 Uhr
Brieftauben: Von Gesundheit und verbotenen Mitteln
Der Leiter der einzigen deutschen Taubenklinik, Dr. Ludger Kamphausen, berichtet über die Gesunderhaltung und Reisevorbereitung von Brieftauben. Dirk Zoland, Dopingbeauftragter des Verbandes Deutscher Brieftaubenzüchter, referiert über die Methoden des Nachweises von Dopingmitteln.

15 Juli 16 Uhr
Auszug der Jungtauben
Die im Museum geschlüpften Brieftauben werden jetzt von den Mitgliedern der Brieftaubenreisevereinigung Lage/Lippe von ihren Eltern zu den anderen Jungtauben gesetzt. Jetzt sind sie Selbstversorger und lernen das Fliegen.

22. Juli 10 - 17 Uhr
Der Kabinenexpress macht Station
Der Kabinenexpress der Brieftaubenreisevereinigung Lage/Lippe ist auf dem Gelände des Museums zu Gast. Die Mitglieder des Vereins erklären den Aufbau und die Funktion und die Besucher können sehen, wie die Tauben in den Wagen eingesetzt werden bevor sie auf ihre große Reise gehen.

28. Juli 2007 14 - 17 Uhr
Fliegende Holztauben
Zusammen mit Museumspädagoginnen Charlotte Gauss und Silke Schäfer basteln die Kinder im Alter von 6 - 11 Jahren Brieftauben aus Sperrholz, malen sie an und lassen sie anschließend in der Luft schweben. Anmeldung erforderlich! Teilnahmegebühr inkl. Material 5,- Euro.

29. Juli 2007 15 Uhr
Der erste Flug
Die im Museum gebrüteten Tauben können jetzt fliegen und starten zu ihren ersten Flügen rund um das Museum. Mitglieder der Brieftaubenreisevereinigung Lage/Lippe berichten über die Aufzucht und das weitere Leben der Tiere.

12. August 2007 14 Uhr
Von Flugrouten und großen Siegen
Der Brieftaubenexperte Eckhard Rüter berichtet über das Orientierungsvermögen der Brieftauben auf ihrem Heimweg und die Wahl ihrer Flugwege. Alfons Klaas, Gewinner beim "Million Dollar Pigeon Race" im südafrikanischen Sun City und Hartwig Sieweke, Sieger des "World Ace Chalenge Las Vegas" berichten über die Teilnahme an internationalen Wettbewerben.

2. September 2007 14 - 16 Uhr
Brieftaubenwettflug für Kinder
Die Kinder können die Brieftauben im Taubenschlag des Museums begutachten und anschließend auf eine dieser Tauben setzen. Die Tauben werden dann um 16.30 Uhr in 10 Kilometer Entfernung freigelassen. Gegen 16.45 Uhr erwarten wir die Tauben wieder im Museum. Wer auf die richtige Taube gesetzt hat, gewinnt einen Preis.

15. September 2007 14 - 17 Uhr
Fliegende Holztauben
Zusammen mit Museumspädagoginnen Charlotte Gauss und Silke Schäfer basteln die Kinder im Alter von 6 - 11 Jahren Brieftauben aus Sperrholz, malen sie an und lassen sie anschließend in der Luft schweben. Anmeldung erforderlich! Teilnahmegebühr inkl. Material 5,- Euro.

16. September 2007 13 - 16 Uhr
Der Brieftaubenpreisflug des Industriemuseums
Die Jungtauben, die seit dem 10. Juni auf dem Gelände des Museums leben, starten zu ihrem ersten Wettflug und werden heute Nachmittag in ihrem Schlag zurückerwartet. Mitglieder der Brieftaubenreisevereinigung Lage/Lippe erläutern bei der Ankunft der Tauben den Ablauf der Preisflüge und ihre Auswertung.



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Tel. 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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