LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 18.07.08

Foto zur MitteilungMittelalterlicher Kerzenleuchter aus Bronze.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungRekonstruktion des Renaissanceschlosses Horst in Gelsenkirchen.
Grafik: Maßwerke, Münster


Foto zur MitteilungRekonstruktionszeichnung der Hattinger Isenburg von G. Schwätzer auf einem Luftbild von H. W. Bühne.
Fotomontage: S. Leenen.


Foto zur MitteilungDas Hermannsdenkmal (Teilansicht) im Teutoburger Wald, errichtet 1838-1875, Detmold, Kreis Lippe.
Foto: Sagurna/ LWL-Medienzentrum für Westfalen


Foto zur MitteilungGötz George als Horst Schimanski, 1997
Foto: Falke/WDR/ARD


Foto zur MitteilungEisernes Kreuz, Orden "für besondere Tapferkeit vor dem Feind", Jahr: 1918
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

LWL-Ausstellungen über Burgen und Helden als Ruhr. 2010-Projekt anerkannt

Förderung für Museumsprojekte in Herne und Hattingen in Aussicht

Bewertung:

Herne/Hattingen (lwl). Zwei Ausstellungen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Herne und in Hattingen sind in das offizielle Kulturhauptstadt-Programm Ruhr.2010 aufgenommen worden. Insgesamt hätten die Veranstalter den Ausstellungen über das Mittelalter im Ruhrgebiet ("AufRuhr! Anno1225" in Herne) und über Helden ("Helden - von der Sehnsucht nach dem Besonderen" in Hattingen) eine Förderung in sechsstelliger in Aussicht gestellt, berichtete LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch am Freitag (18.7.). Kirsch: "Wir freuen uns, dass unsere Ausstellungen zu den Leuchtturmprojekten der Kulturhauptstadt gehören."

Zusammen werden die Schauen, die im Februar (Herne) und im März (Hattingen) 2010 starten, rund 3,9 Millionen Euro kosten. Der LWL ist mit seinen Kulturdiensten und mit acht Museen im nördlichen Ruhrgebiet präsent.

"Die zehnmonatige Burgenausstellung im LWL-Museum für Archäologie in Herne soll den Besuchern kompakt auf 1.200 Quadratmetern historische Geschehnisse näher bringen, die bereits weit vor der Zeit der Industrialisierung eine entscheidende Grundlage für die Entwicklung des Ruhrgebietes schufen", so LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale. Mit rund 1.000 hochwertigen archäologischen Exponaten und der dann seit 20 Jahren größten Schau zum Thema Mittelalter im Ruhrgebiet solle ein tieferes Verständnis für eine der reichsten Burgenlandschaften Europas vermittelt werden.

Zu der gut 1,7 Millionen Euro teuren Ausstellung gehört ein umfangreiches Begleitprogramm, zum Beispiel der Nachbau einer "Motte" - einer hochmittelalterlichen Holzburg auf einem aufgeschütteten Turmhügel -, die in Originalgröße auf dem Außengelände des LWL-Museums für Archäologie in Herne stehen wird. Eine 500 Quadratmeter große Aktionsfläche bietet zudem Raum für museumspädagogische Programme.

Neben der Burgen-Ausstellung in Herne zeigt der LWL 2010 eine weitere Ausstellung in seinem LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen. Die Ausstellung über Helden und die "Sehnsucht nach dem Besonderen" soll zeigen, wie Heldenfiguren im jeweiligen zeitlichen und gesellschaftlichen Zusammenhang entstehen, wie sie funktionalisiert und wie sie vermittelt werden. Rüschoff-Thale: "In der Antike wurden sie in Stein gemeißelt, heute sind sie oft nur flüchtige Erscheinungen in den Medien. Ob Herkules oder Superstar - jede Zeit hat ihre Helden."

Die Ausstellung auf 1.200 Quadratmetern wird mit einem Aufwand von 2,2 Millionen Euro populäre Heldenbilder von der Antike bis zur Gegenwart aufgreifen - in Mythen und Märchen, in der bildenden Kunst und Literatur, im Fernsehen und im Cyber-Space.

Hintergrund zur Burgen-Ausstellung in Herne
In der zwölf Meter hohen Sonderausstellungshalle des LWL-Museums für Archäologie wird "AufRuhr! Anno 1225" für die Besucher mit der missglückten Entführung des Erzbischofs Engelbert von Köln beginnen. "Entführungen waren im Mittelalter nichts Ungewöhnliches", so Rüschoff-Thale. Friedrich von Isenberg, dessen Stammsitz die Isenburg in Hattingen war, und sein Gefolge überfielen Engelbert an einem kalten Novembertag des Jahres 1225 nahe dem westfälischen Gevelsberg. Während die Männer des Erzbischofs flohen, setzte dieser sich zur Wehr und fiel im Kampf.

Zunächst bekam vor allem Friedrich von Isenberg die Folgen dieser Tat zu spüren: Er wurde gefangen, für ein Kopfgeld von 2100 Mark - damals fast eine halbe Tonne Silber - an die Kölner Partei verkauft, verurteilt und grausam hingerichtet.

Das ganze Ruhrgebiet wurde durch dieses Ereignis bis heute nachhaltig geprägt. Durch die folgende Schwächung des Kölner Einflusses in der Region gelangte eine Vielzahl lokaler Mächte zu größerer Bedeutung. Zur Festigung ihrer Positionen bauten sie so viele Burgen, dass heute jede Stadt im Ruhrgebiet gleich mehrere davon besitzt. Die Region zersplitterte dadurch in viele kleine Machtbereiche. Diese Entwicklung im Ruhrgebiet bis zur Nutzung der Burganlagen durch die Kohlebarone bildet einen der inhaltlichen Schwerpunkte der Ausstellung.

Die Sonderausstellung thematisiert aber auch ausführlich das konkrete Leben der Menschen des Mittelalters: von der Geburt bis zum Grab, von der Heiratspolitik bis zur Hinrichtung. Wie lebte man als Adeliger, Burgherrin, Erzbischof, Bäuerin oder Ritter vor fast 800 Jahren? Wie baute man Burgen? Welche Bedeutung hatten der Papst, Rom und das Heilige Römische Reich? Mit den Antworten auf diese Fragen will die Ausstellung zeigen, dass die Region schon lange vor der Industrialisierung Geschichte schrieb.

Hintergrund zur Helden-Ausstellung in Hattingen
Gerade in Zeiten des Wandels spielen Helden eine besondere Rolle. Sie sind sowohl Vorbilder und Identifikationsfiguren als auch Hoffnungsträger. Die Ausstellung im LWL-Industriemuseum Hen-richshütte Hattingen zeigt ein Heldenpanorama - angefangen bei den klassischen Nationalhelden in Europa, über den Kult um Kriegshelden und Helden des Widerstands, bis hin zu Helden und Idolen des Sports und der Medien.

Darüber hinaus schafft die Ausstellung aber auch Raum für die Helden des Alltags und die eher stille Verehrung der kleinen Helden der Gegenwart. Am authentischen Ort der Arbeit, dem ehemaligen Eisen- und Stahlwerk Henrichshütte in Hattingen, gilt ein besonderes Augenmerk den "Helden der Arbeit" in Propaganda und Alltag.

Im Kulturhauptstadtjahr untersucht das LWL-Industriemuseum spezifische Formen des Heldentums und schlägt damit einen Bogen nach Europa und in die Welt. Schließlich leben im "Schmelztiegel" Ruhrgebiet Menschen aus rund 160 Nationen und viele haben die Helden ihrer Heimat mitgebracht.

Bereits im Sommer 2008 startete ein umfassendes Schulprojekt: Mit zehn weiterführenden Schulen der Region werden in einer Pilotphase Unterrichtsprojekte zum Thema Helden erprobt. In einer zwei-ten Phase in den Jahren 2009/10 soll das Projekt auf das ganze Ruhrgebiet ausgedehnt werden. Das Ziel: In jeder der 53 Städte des Reviers läuft an mindestens einer Schule eine "Heldenwerkstatt", deren Ergebnisse in einem Internetportal veröffentlicht und auch in die Ausstellung einbezogen werden.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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