LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 13.04.07

Foto zur MitteilungBehinderte Kinder der Pflegeanstalten Bethel bei einem Ausflug mit dem Ochsenkarren (um 1925).
Foto: Hauptarchiv Bethel


Foto zur MitteilungDer Film "Saat und Segen in der Arbeit von Bethel" wurde in zahlreichen Gemeinden öffentlich vorgeführt.
Foto: Hauptarchiv Bethel


Zum Herunterladen bitte mit der linken Maustaste auf das Foto klicken. Nachdem sich das neue Fenster geöffnet hat, bitte das Foto mit der rechten Maustaste speichern.

Die zum Download angebotenen Fotos dürfen nur mit Fotonachweis und gemeinsam mit der Pressemitteilung oder dem Thema verwendet werden, in deren Zusammenhang sie veröffentlicht wurden. Eine gesonderte Verwendung der Fotos ist nicht gestattet. Bei Ausstellungen ist die Reproduktion nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung zur Ausstellung erlaubt. Bei einer anderweitigen Nutzung sind Sie verpflichtet, selbständig die Fragen des Nutzungsrechts zu klären.

Presse-Infos | Der LWL

Auf den Spuren Vater Bodelschwinghs - LWL-Medienzentrum sucht nach verschollenen Bethel-Filmen

Bewertung:

Münster/Bethel (lwl). In Zusammenarbeit mit den von Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel plant der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) eine DVD-Edition von drei Werbefilmen, die in den 1930er Jahren für diese größte diakonische Einrichtung Westfalens entstanden sind. Dazu sucht das LWL-Medienzentrum für Westfalen nach Originalrollen der Bethel-Filme aus den 1930er Jahren, da sie auch den Umgang mit dem sensiblen Thema "Rassenhygiene und Verhütung erbkranken Nachwuchses" in der NS-Zeit dokumentieren. Nach 1945 wurden diese Sequenzen im Zuge der Entnazifi-zierung herausgeschnitten.

"Die einzigartigen Filme zeigen die diakonische Arbeit in Bethel und die Pflege von Menschen mit Behinderung vor mehr als siebzig Jahren", so Kerstin Stockhecke, Leiterin des Hauptarchivs Bethel. Die überlieferten Stummfilmaufnahmen seien visuelle Quellen zur Geschichte der protestantischen Wohlfahrtspflege und ihrer Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit. Zugleich zeige ihre Entstehungsgeschichte das Dilemma der kirchlich-diakonischen Werbearbeit während der Zeit des Nationalsozialismus.

Zwar konnte die Filmstelle der von Bodelschwinghschen Anstalten nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ihre Filmarbeit fortführen, doch war dies nur unter sehr rigiden Vorgaben möglich: Nach dem ersten Spielfilm "In den Spuren Vater Bodelschwinghs", der 1931 zum 100.Geburtstag Friedrich von Bodelschwinghs entstand, wurden noch die beiden Spielfilme "Ringende Menschen" (1933) - ein Drama um das Schicksal einer Epileptikerfamilie, die in Bethel Hilfe sucht- und "Saat und Segen in der Arbeit von Bethel" (1937) produziert. Vor allem der letzte Film "Saat und Segen in der Arbeit von Bethel", der die Betreuung und Pflege von Epilepsiekranken in Bethel thematisiert, entstand in enger Zusammenarbeit mit dem NS-Propagandaministerium in Berlin.

In einem Einführungsfilm der DVD-Edition, der eine Collage aus diesen drei Bethel-Filmen bilden wird, sollen die Themen und Inhalte der Filme diskutiert und in ihren historischen Zusammenhang eingeordnet werden. Ob und, wenn ja, auf welche Weise sich die Betheler Filmstelle mit den Werbefilmen den nationalsozialistischen Ideologien angepasst hat, wird in diesem Film zu klären sein.

Trotz intensiver Recherchen in Film- und Kirchenarchiven sind bisher nur unvollständige Kopien der drei Bethel-Filme überliefert, da sie nach 1945 um diejenigen Inhalte gekürzt worden sind, die in der Zeit des Nationalsozialismus Bedingung für eine Veröffentlichung waren. "Das ist vor allem bei dem Film 'Saat und Segen in der Arbeit von Bethel' für den historischen Wert der Quelle bedauerlich, da er um den brisanten Teil gekürzt wurde, der die geltenden 'rassenhygienischen' Vorstellungen zeigte. Wann genau diese veränderten Kopien entstanden sind, lässt sich leider nicht nachvollziehen. Sicher ist nur, dass der Film ab 1950 in dieser 'entnazifizierten' Version wieder gezeigt wurde", so Gesa Kok vom LWL-Landesmedienzentrum für Westfalen.

Das LWL-Medienzentrum und das Hauptarchiv der von Bodelschwinghschen Anstalten rufen daher dazu auf, in Gemeindearchiven und privaten Nachlässen nach weiteren Kopien der Filme zu stöbern und sich zu melden. "Vielleicht ist der Film ja in irgendeiner Gemeinde, in der er vorgeführt wurde, noch vorhanden und wartet darauf, entstaubt zu werden. So könnten die Filme über die diakonische Einrichtung Bethel bewahrt worden sein und nun wieder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden", hofft Kok. Die LWL-Filmexpertin steht unter Telefon 0251 591-3913 als Ansprech-partnerin zur Verfügung.



Pressekontakt:
Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


Der LWL auf Facebook:
http://www.facebook.com/LWL2.0







Ihr Kommentar




zu den aktuellen Presse-Infos