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Mitteilung vom 23.02.07

Foto zur Mitteilung

Foto zur MitteilungDie 1.000 Jahre alte "Frau von Peiting".
Fotos: LWL


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Moorleiche Rosalinde kommt nach Herne

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Herne (lwl). Seit Freitag (23.2.) ist die 1.000 Jahre alte "Frau von Peiting" zu Gast im LWL-Museum für Archäologie in Herne: Eine der am besten erhaltenen Moorleichen Deutschlands ergänzt damit bis zum 30. Mai die Klima-Ausstellung im Museum des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). "Rosalinde" haben die Forscher die Leiche einer etwa 25-jährigen Frau genannt, als sie vor 50 Jahren in einem oberbayrischen Moor bei Peiting gefunden wurde.

Die junge Frau ist um 1100 n.Chr. wahrscheinlich am Kindbettfieber gestorben und, gebettet in einen zwei Meter langen Sarg, im damaligen See versenkt worden. Es sind sowohl Haut und Haare als auch große Teile der Bekleidung erhalten. Vor allem ihre Schaftstiefel aus Ziegen- und Rindsleder sind fast vollständig erhalten und wirken nach der Konservierung mit einem Gerberfett fast unwirklich neu.

1957 wurde die Leiche bei Torfstechen im Schwarzlachmoor gefunden. Der grob gezimmerte Kiefernsarg war vermutlich mit Steinen beschwert worden, um ihn zu versenken. Der See vermoorte und die Frau, die kurz zuvor ein Kind bekommen hatte, wurde konserviert. Über die Umstände die zu der Bestattung im See führten, gibt es nur Vermutungen. LWL-Archäologin Svea Rathje: "Offenbar war es nach damaligen Wertmaßstäben nicht möglich, die Frau auf einem christlichen Friedhof zu bestatten. ."

"Der Erhaltungszustand der Leiche ist sensationell", schätzt Rathje den Fund ein, der aus dem Textilmuseum Tuch und Technik in Neumünster kommt und seit Freitag in Herne zu sehen ist. Nicht nur Haut und Haare, sondern auch Teile der Kleidung und die Schuhe sind noch fast vollständig vorhan-den. Außer einem hellen Kleid aus Wollstoff fanden die Wissenschaftler auch Reste einer Unterbekleidung aus Leinen. In ihrem kinnlangen Haar trug die Frau ein gewebtes Haarband.

Der Fund "Rosalinde" ist auch wegen seines jungen Alters interessant. Die meisten Moorleichen stammen aus der Zeit zwischen etwa 600 v. Chr. und 500 n. Chr.
Rosalinde löst im LWL-Museum die Moorleiche "Moora" aus Niedersachsen ab, die nach Hannover zurückkehrt. Nach dem Ende der Ausstellung in Herne wird auch die "Frau von Peiting" für weitere wissenschaftliche Untersuchungen nach Bayern reisen.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, Telefon: 0251 591-235
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