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Mitteilung vom 23.01.07

Foto zur MitteilungGemeinsam mit einer weiteren Tierkopfgravur ist dieses 17.000 Jahre alte geritzte Bild eines Pferdekopfes neu in der Ausstellung "Klima und Mensch".
Foto: LWL


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Eiszeitliche Pferdeherde in LWL-Klima-Ausstellung bekommt Zuwachs

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Herne (lwl). Vor 17.000 Jahren ritzte ein Mensch in der heutigen Höhle La Roche (Lalinde, Frankreich) den zottigen Kopf eines Wildpferdes in die Rippe eines Rentiers oder einer Saigaantilope. Damit das Bild auf dem hellen Hintergrund besser erkennbar war, füllte er seine Linien mit roter Erde oder Lehm aus. Dieses eiszeitliche Kunstwerk ergänzt ab sofort gemeinsam mit einer sogar 27.000 Jahre alten Tierkopfgravur die Ausstellung "klima und mensch. leben in eXtremen", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) noch bis zum 30. Mai in seinem Westfälischen Museum für Archäologie in Herne zeigt.

Als diese Gravuren entstanden, lebten die Menschen noch als Jäger und Sammler. Auf der Suche nach Beute durchwanderten sie riesige Gebiete, immer in der Nähe der großen eiszeitlichen Tierherden. Von diesen Menschen finden Archäologen heute noch Waffen und Geräte aus Feuerstein, aber auch Reste von Schmuck, Kleidung oder Behausungen. Eines der eindrucksvollsten Vermächtnisse ist aber ohne Zweifel ihr künstlerisches Schaffen, das vermutlich einen magisch-religiösen Hintergrund hatte. Hierzu zählen kleine Plastiken und Ritzungen von Frauen und verschiedensten Tieren, aber auch riesige farbige Wandmalereien von einzelnen Tieren und Herden auf Höhlenwänden.

Das Pferdchen aus der Höhle La Roche, das 1928 gefunden wurde, ist ebenso ein Teil dieser Kunst, wie eine Tierkopfgravur aus Laugerie-Basse, die sogar 27.000 Jahre alt ist. Beide Stücke wurden vom Museum für Vor- und Frühgeschichte in Berlin-Charlottenburg für die Ausstellung "klima und mensch. leben in eXtremen" zur Verfügung gestellt. Eigentlich sollten sie andere Tierdarstellungen aus Frankreich ersetzen, doch hat das französische Nationalmuseum in St. Germainen-Laye bei Paris seine Leihgaben aufgrund des großen Erfolges schließlich bis zum Ende der Ausstellung am 30. Mai 2007 verlängert.

Damit ergänzen die Berliner Stücke nun die hochrangige Kollektion eiszeitlicher Kunstwerke, denen die Ausstellung einen eigenen Teil widmet. Hier finden sich neben Tierdarstellungen von Pferd, Mammut, Rind, Bär, Elch, Rentier, Bison, Fisch, Steinbock und Vogel sowie hirschartigen Tieren auch Darstellungen üppiger Frauen sowie geheimnisvoller Knochenobjekte, die möglicherweise schon vor zehntausenden von Jahren als Kalender dienten. All diese Objekte und vor allem die sehr naturalistischen und detailgetreuen Tierdarstellungen zeigen, dass und wie die Menschen der Eiszeit ihre Umwelt wahrnahmen und sie in ihr Weltbild eingliederten.

Das LWL- Archäologiemuseum in Herne freut sich darüber, dass es in der Ausstellung "klima und mensch. leben in eXtremen" - im Bereich der Kunst des frühen Menschen "viele der hochrangisten Fundstücke überhaupt zeigen kann, die in dieser Zusammenstellung und Vollständigkeit noch nie zuvor an einem Ort ausgestellt worden sind", so Museumsleiterin Dr. Barbara Rüschoff-Thale.



Pressekontakt:
Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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