LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 02.11.06

Foto zur Mitteilung

Foto zur MitteilungMenschen vor einer Wechselstube in Gelsenkirchen (1923).
Repro: Musée Albert Kahn


Foto zur MitteilungDer französische Mäzen Albert Kahn.
Repro: Musée Albert Kahn<


Foto zur MitteilungFranzösische Soldaten mit Panzern beim Einmarsch in Dortmund (1923).
Repro: Musée Albert Kahn


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Presse-Infos | Der LWL

LWL-Landesmedienzentrum gibt seltenes Filmdokument über den Ruhrkampf als DVD heraus

Bewertung:

Gelsenkirchen (lwl). An die wichtige Episode des Ruhrkampfes zwischen den beiden Weltkriegen erinnert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in Zusammenarbeit mit dem französischen Musée Albert Kahn mit der rund einstündigen DVD "Der Ruhrkampf - La Bataille de la Ruhr". Der Film mit seltenen Aufnahmen aus den frühen 1920er Jahren feierte jetzt in Gelsenkirchen Premiere.

"Mit dem Film kehren die Aufnahmen nach über 80 Jahren nach Westfalen und ins Rheinland zurück. Es gibt in deutschen Archiven kein vergleichbares Filmmaterial über den Ruhrkampf. Viel unmittelbarer und anschaulicher als schriftliche Quellen und Fotos das können, führen sie uns nicht nur die dramatischen Ereignisse dieser Jahre vor Augen. In ihnen spiegelt sich auch das Arbeitsleben sowie die Alltags- und Kulturgeschichte von der Mode bis zu Freizeitvergnügen", so Markus Köster, Leiter des LWL-Landesmedienzentrums.

In den vier Jahren zwischen 1921 und 1925 drehten zwei französische Kameramänner im Auftrag des französischen Bankiers Albert Kahn im gesamten Ruhrgebiet. "Herausgekommen ist dabei ein authentisches und vielschichtiges Bild des Ruhrgebietes. Mit einem außergewöhnlichen Gespür für Situationen ist es den Kameramännern gelungen, viele wesentliche Stränge der politischen, aber auch der sozialen und kulturellen Wirklichkeit der damaligen Zeit festzuhalten", lobt Köster.

Die so entstandenen 5.000 Meter Film, die etwa drei Stunden Laufzeit entsprechen, wurden aber nicht weiterbearbeitet: Während der Weltwirtschaftskrise geriet auch Kahn in den Ruin und konnte sein Projekt nicht weiterführen. So geriet das Material in Vergessenheit. Erst Anfang der 1990er Jahre wurde es in Frankreich wieder entdeckt. Bald darauf produzierte das Musée Albert Kahn mit dem Stummfilm-Material, zu dem auch Aufzeichnungen der Kameraleute über Drehorte und Zeit gehören, die Dokumentation "La Bataille de la Ruhr". Gemeinsam mit Robert Weiss vom Musée Albert Kahn entwickelte Dr. Volker Jakob, Leiter des Filmarchivs im Westfälischen Landesmedienzentrum, die Idee dieses frühe Filmdokument in einer deutschen Version in Westfalen und im Rheinland zu verbreiten. Die DVD enthält neben dem deutschen Kommentar auch die französische Originalfassung sowie ein ausführliches Begleitheft.

Der Film zeichnet die Abschnitte des Ruhrkampfes und seine Auswirkungen auf Städte wie Gelsenkirchen, Duisburg, Düsseldorf und Aachen detailliert nach: Zunächst sind Bilder des pulsierenden Lebens zu sehen. Ab 1923 kommen dann immer häufiger französische und belgische Soldaten ins Bild. Denn die wirtschaftlich, politisch und sozial instabile Republik konnte die im Versailler Friedensvertrag von 1919 vereinbarten Verpflichtungen zu Reparationszahlungen und Kohlelieferungen nicht ganz erfüllen. Anfang 1923 verzögerte die deutsche Regierung die Lieferung der fälligen Reparationsleistungen. Daraufhin besetzten französische und belgische Truppen das Ruhrge-biet, das sie als "produktives Pfand" ansahen. Darauf reagierte die Bevölkerung mit passivem Widerstand, der zeitweise alle Räder still stehen ließ und mitunter auch in Sabotageakte ausartete.

Der Film zeigt zunächst unbewaffnete Soldaten, die flanieren, Blumen kaufen und Boot fahren. Doch mit der Verschärfung des Konfliktes, bestimmen Gewehre und Panzer das Bild. Massendemonstrationen, bei denen Demonstranten zu Tode kommen und anschließende Kundgebungen bei den Begräbnissen lösen die friedlichen Bilder ab. Wo zunächst der Überfluss zu dominieren schien, sieht man jetzt notleidende Menschen. Schließlich ist zu sehen, wie die Soldaten marschierend, reitend fahrend oder radelnd das Ruhrgebiet wieder verlassen.

"Die Bilder des Films sind selten, sensationell und Spiegelbild einer bewegten Epoche. Sensationell sind sie, weil die Kameramänner mit einem Blick für das Wesentliche viele höchst bemerkenswerte Aspekte der Sozialgeschichte des Rhein-Ruhr-Raumes für die Nachwelt festgehalten haben", so der Filmhistoriker Dr. Hans Gerhold, der als Autor für das Begleitheft verantwortlich zeichnet.

Der Ruhrkampf
La Bataille de la Ruhr

Französische Filmaufnahmen aus Westfalen und dem Rheinland 1921 - 1925
DVD ca. 60 Minuten, schwarz/weiß, deutsch-französisch, ausführliches Begleitheft
14,90 EUR (zzgl. 2,60 EUR Versandkosten)
Bezug: Westfälisches Landesmedienzentrum, 48133 Münster, medienzentrum@lwl.org,
Fax: 0251 591-3982



Pressekontakt:
Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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