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Mitteilung vom 09.10.06

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Presse-Infos | Der LWL

Berühmtes Mammutbaby auf dem Heimweg

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Herne (lwl). Das Mammutbaby "Dima" hat am Montag (9.10.) seine Heimreise aus Herne nach St. Petersburg angetreten. Die Mumie des 115 Kilogramm schweren Tieres zählte zu den Höhepunkten der bundesweit bisher größten Klima-Ausstellung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Westfälischen Museum für Archäologie in Herne (noch bis 30. Mai 2007) zeigt. Anstelle des Original-Fundes wird im LWL-Museum eine Kopie aus Moskau ausgestellt. Das mit Haut und einigen Haaren erhaltene Tier war vor 35.000 Jahren im sibirischen Sumpf stecken geblieben.

Den Leichnam ins LWL-Museum nach Herne zu bekommen, war gar nicht so einfach. "Die Verhand-lungen mit dem Leihgeber, dem Zoologischen Museum der Russischen Akademie der Wissenschaften St. Petersburg, und die Formalitäten in Russland dauerten buchstäblich bis zur letzten Minute der Ausreise nach Deutschland", sagte LWL-Museumsleiterin Dr. Barbara Rüschoff-Thale beim Austausch der Kopie gegen das Original in Herne. Den Gips-Abguss, der bis Mai im Museum in Herne bleibt, haben russische Präparatoren in Moskau hergestellt.

Mikhail Sablin, Kurator des Zoologischen Museums der Russischen Akademie der Wissenschaften, wird Dima auf seinem Flug zurück nach St. Petersburg begleiten. "Obwohl Dima schon auf Reisen war, ist ein Transport immer wieder eine aufregende und riskante Angelegenheit. Wir sind jedes Mal erleichtert, wenn das Mammutbaby wohlbehalten in St. Petersburg angekommen ist. Dann wird es wieder seinen Platz in unserer Ausstellung einnehmen", so Sablin.

Die Geschichte von "Dima"
"Die Mammut-Herde bewegte sich durch die sibirische Tundra, mitten drin ein männliches Mammut-Baby, 90 Zentimeter groß, etwa sieben Monate alt", rekonstruiert Museumsleiterin Dr. Barbara Rüschoff-Thale das Unglück vor Jahrtausenden. "Der Kleine war krank, hatte eine Fußverletzung und war von Parasiten befallen. Er schleppte sich etwas hinter den anderen Tieren her. Plötzlich ein unbedachter Schritt und das geschwächte Kalb fiel in eine Schlammkuhle. Die anderen Tiere zogen weiter, nur die Mutter blieb."

Das Muttertier wartet, bis ihr Junges erlöst wird, passt auf, dass keine Raubtiere zu nahe herankommen, die sich schon von allen Seiten nähern - bis das Mammut endlich im Schlamm versinkt, dauert es mehrere Tage.

Die traurige Geschichte des Mammut-Babys Dima ist ein Glück für die Forscher: "Denn nur wegen der eisigen Temperaturen wissen wir auch, warum Dima so schwach war und ums Leben gekommen ist", sagt Rüschoff-Thale. "Der sibirische Dauerfrostboden ist eine natürliche Gefriertruhe, die zahlrei-che Tierleichen bis heute bewahrt hat."

Nicht nur Dimas Tod, sondern auch die Entdeckung des Mammut-Babys vor 30 Jahren war etwas Besonderes. Eine Gruppe von Goldsuchern buddelte im Sommer 1977 direkt über Dimas Leichnam, der von einer dicken Schicht aus knochenhartem, gefrorenen Schlamm bedeckt war. Immer wieder riss die Schaufel eines Baggers den Boden auf, holte Kies und Sand nach oben, bis plötzlich der Baggerfahrer etwas Ungewöhnliches erblickte. Er stieg von seinem Fahrzeug herunter, schaute in das Loch und entdeckte das Mammut.

"Zum Glück informierten die russischen Goldgräber Wissenschaftler vor Ort, die den Fund sicherten", sagt Barbara Rüschoff-Thale. Eile war geboten, denn das am besten erhaltene Mammutbaby, das jemals gefunden wurde, drohte aufzutauen und zu verwesen. Die Forscher tauchten den Leichnam in Paraffin, das den Körper konservierte.



Pressekontakt:
Dr. Yasmine Freigang, Telefon: 0251 5907-267, Mobil: 0173 8301752
presse@lwl.org




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