LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 18.09.06

Foto zur MitteilungContinuity - ein Objekt der Künstlerin Sand-ra de Clerck. Foto: Ivo Teuwen

Foto zur MitteilungReflexie III" von Bo de Baets. Foto: Ivo Teuwen

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Presse-Infos | Der LWL

20+1 Jahr Glaskunst aus Belgien
Ausstellungseröffnung im LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim

Bewertung:

Petershagen (lwl). Belgische Glaskunst aus den vergangenen 21 Jahren des "Instituut voor Kunst en Ambacht" (IKA) präsentiert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab dem 24. September 2006 in seinem Industriemuseum Glashütte Gernheim. Schon vor einem Jahr bot das IKA im Kulturzentrum von Mechelen zu seinem zwanzigjährigen Jubiläum eine große Retrospektive, dessen kleinere Fassung unter dem Titel "20+1 Jahr Glaskunst aus Belgien" nun - nach dem Gorcum Museum in den Niederlanden - auch in Petershagen zu sehen ist. Die Ausstellung, in der 36 Künstler vertreten sind, bietet einen Überblick über die Arbeiten heutiger und früherer Lehrer, Studenten und Absolventen seit der Entwicklung des Studiengangs "Glaskunst in Flandern".

Das IKA wurde im Jahr 1958 gegründet. Es verfügt heute über Abteilungen für Schmuckgestaltung, Buchbindertechnik, Keramik, Glas, Photographie sowie Film und Video. Die Glasabteilung, der jüngste Zweig, wurde 1985 auf Initiative des damaligen Direktors des IKA, Georges Beckers, in Zusammenarbeit mit Jan Lenssens vom Ministerium für Soziales, Wasserverwaltung und Erziehung gegründet. Die tschechisch-belgische Glaskünstlerin Miloslava Svobodova (1936-2005) wurde als Dozentin mit dem Auftrag verpflichtet, den neuen Studiengang aufzubauen. Svobodovas pädagogischer Ansatz konzentrierte sich auf die Entwicklung des künstlerischen Potentials jedes einzelnen Studenten. Sie wollte, dass alle Disziplinen der Glasgestaltung gelehrt werden, d.h. nicht allein die Herstellung und Bearbeitung, wie das Glasblasen, Gießen, sondern auch die kalten Techniken wie Gravur, Polieren, Schleifen, Schneiden, Kleben und Sandstrahlen. Ihr Grundgedanke war, dass die Studenten durchaus verschiedene Techniken mischen und bei einem einzigen Objekt miteinander ver-binden sollten. Da die Studenten aus einem breiten Spektrum künstlerischer Fachrichtungen kamen oder manchmal auch gar keine künstlerische Vorbildung hatten, hielt Svobodova von jeher den direkten Einbezug der Studenten und deren kreativen Austausch untereinander für enorm bereichernd.

Über die Jahre lud sie zahlreiche anerkannte Gastdozenten ein, die über besondere Fähigkeiten und Erfahrungen verfügten, darunter Sybren Valkema, Edward Leibovitz, Giampaolo Amoruso, Willem und Bernhard Heesen. Sie sollten den Studenten so viele Aspekte wie eben möglich aus der Welt des Glases nahe bringen.

Das IKA ist eine Einrichtung, die Teilzeit-Ausbildung anbietet, die jedem über 18 Jahren offen steht, selbst wenn sie/er über keine Vorbildung verfügt. Nach fünf Jahren macht man einen Abschluss, dem noch zwei Jahre der Spezialisierung folgen. Die Ausbildung besteht aus praktischen, theoretischen, technischen und ästhetischen Elementen, die alle Bereiche des Themas Glas berühren. Unterricht findet nur am Abend oder an Samstagen statt.
Derzeit gibt es in der Glasabteilung rund siebzig Studenten, hauptsächlich aus den flämischen oder französischsprachigen Landesteilen Belgiens, aus Luxemburg, den Niederlanden und Deutschland. Die Auswahl der Studenten erfolgt auf der Grundlage einer schriftlichen Bewerbung, die Zahl der Plätze ist begrenzt.

In langfristiger Perspektive möchte sich das IKA zu dem Glaszentrum Belgiens mit internationaler Strahlkraft entwickeln. Betrachtet man das vorhandene Potential, so erscheint dieses Ziel keine eitle Hoffnung zu sein. Das Niveau der Absolventen wurde über Jahre hinaus als hoch bewertet, aber das Ansehen des Instituts, der Dozenten und der Künstler reicht noch darüber hinaus. "Das Fehlen einer hochentwickelten Glastradition oder einer Studioglas-Bewegung in Flandern erlaubte den Künstlern einen freieren und souveräneren Umgang mit Glas als künstlerischem Material", so der damalige Dozent Koen Vanderstukken anlässlich des zehnjährigen Jubiläums 1995.

Die Ausstellung des LWL-Museum, bei der 36 verschiedene Künstler vertreten sind, wird am Sonntag, 24.9.06, um 11 Uhr im LWL-Museum Glashütte Gernheim eröffnet.


20+1 Jahr Glaskunst aus Belgien
24.9.2006 bis 14.1.2007
Westfälisches Industriemuseum Glashütte Gernheim
Gernheim 12, 32469 Petershagen
www.glashuette-gernheim.de
Geöffnet dienstags bis Sonntags 10 bis 18 Uhr



Pressekontakt:
Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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