LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 08.09.06

Foto zur MitteilungPorzellan-Schleiferinnen, Selb, um 1955.
Foto: Europäisches Industriemusem für Porzellan


Zum Herunterladen bitte mit der linken Maustaste auf das Foto klicken. Nachdem sich das neue Fenster geöffnet hat, bitte das Foto mit der rechten Maustaste speichern.

Die zum Download angebotenen Fotos dürfen nur mit Fotonachweis und gemeinsam mit der Pressemitteilung oder dem Thema verwendet werden, in deren Zusammenhang sie veröffentlicht wurden. Eine gesonderte Verwendung der Fotos ist nicht gestattet. Bei Ausstellungen ist die Reproduktion nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung zur Ausstellung erlaubt. Bei einer anderweitigen Nutzung sind Sie verpflichtet, selbständig die Fragen des Nutzungsrechts zu klären.

Presse-Infos | Der LWL

Weißes Gold auf Zeche Zollern
Ausstellung zeigt Fotos aus der Porzellanindustrie und Festtagsgeschirr

Bewertung:

Dortmund (lwl). Vor langer Zeit schmückte es die Tafeln der Könige, deshalb wurde es auch weißes Gold genannt. Heute hat es jeder im Schrank: Porzellan. Im Rahmen der Reihe "Galerie Industriearbeit" präsentiert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) eine Foto- und Porzellansusstellung aus dem Europäischen Industriemuseum für Porzellan ab Sonntag, 10. September, in seinem Westfälischen Industriemuseum Zeche Zollern II/IV. Die Ausstellung gibt die Einblicke in eine Arbeitswelt, die (fast) schon wieder Vergangenheit ist.

Beginnend mit Meissen, wird seit fast 300 Jahren in Deutschland Porzellan hergestellt. Die Zentren lagen traditionell in Thüringen, Schlesien und Nordbayern. So bekannte Namen wie Rosenthal, Hutschenreuther, Heinrich, Seltmann und andere sind dort beheimatet. Das Europäische Industriemuseum für Porzellan ist in Selb und somit im Zentrum der mitteleuropäischen Porzellanindustrie angesiedelt. Es befindet sich in einer ehemaligen Porzellanfabrik und zeigt am authentischen Ort die Entwicklung der Technik, die Arbeit und die Menschen, die damit zu tun hatten.

Die Bezeichnung "weißes Gold" stammt noch aus dem 18. Jahrhundert, als Porzellan selten und kostbar war. Die Herstellung der Porzellanmasse aus Kaolin, Feldspat und Quarz, das Drehen der Teller und Tassen, das Gießen der Kannen und Vasen, das mindestens zweimalige Brennen, die Dekoration durch Stahldruck, Buntdruck oder die hochwertige Handmalerei. All dies sind Schritte der Porzellanherstellung, die in der Ausstellung anhand alter Fotos gezeigt werden. Sie spannt einen Bogen von den Anfängen des 19. Jahrhunderts bis 1960 und konzentriert sich auf die alte und keineswegs nur gute Zeit der Porzellanproduktion: Konzentrierte Arbeit spiegelt sich in den Gesichtern, aber auch die körperlichen und gesundheitlichen Belastungen werden deutlich. Silikose war auch in der Porzellanindustrie verbreitet.

Um 1900 wuchsen die Porzellanfabriken auf teilweise über 1000 Beschäftigte an. Was früher dem Adel und Bürgertum vorbehalten war, wurde nun für jedermann erschwinglich. Massenproduktion hielt Einzug - gut zu erkennen an den vielen nebeneinander im Akkord arbeitenden Drehern und Gießern. Preisgünstige Dekorationen wie der Bunt- oder Stahldruck ergänzten die teure Malerei. Deutschland wurde zum wichtigsten europäischen Porzellanproduzenten mit einem hohen Exportanteil.

Angereichert wird die Fotoausstellung im LWL-Museum durch eine Auswahl an Porzellangeschirren aus der Sammlung des Deutschen Porzellanmuseums in Hohenberg. Festtagsporzellan vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts - ein Eindruck von dem, was sich unsere Eltern und Großeltern zu den besonderen Gelegenheiten auf den Tisch stellten und ansonsten sorgfältig verwahrten. Historismus, Jugendstil, Art Deko, Funktionalismus sind Stilformen, die von allen Herstellern umgesetzt wurden. Sorgfältig bemalte Ragouts und Schüsseln, üppige Ätzgoldkanten, klassische Stahldruckdekore: Die Ausstellung zeigt, was über zwei Generationen gängig oder auch der letzte Schrei war.

Weißes Gold
Arbeiterfotos und Festtagsporzellan.

Gastausstellung des Europäischen Industriemuseums für Porzellan, Selb.
10.9.-26.11.2006, Westfälisches Industriemuseum Zeche Zollern II/IV
Grubenweg 5, in Dortmund-Bövinghausen. Geöffnet Di - So 10-18 Uhr
Ausstellungseröffnung: 10.9., 11 Uhr



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, Westf. Industriemuseum, Tel. 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


Der LWL auf Facebook:
http://www.facebook.com/LWL2.0







Ihr Kommentar




zu den aktuellen Presse-Infos