LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 31.07.06

Foto zur Mitteilung Frau mit Staubmaske. Foto: Dariusz Kantor

Foto zur MitteilungArbeiterinnen beim Stein klauben. Foto: Dariusz Kantor

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Presse-Infos | Der LWL

Frauen stehen ihren Mann
Fotoausstellung "Von Kohle gezeichnet" auf Zeche Hannover

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Bochum (lwl). Breite Schultern, aufgekrempelte Hemdsärmel und muskulöse Unterarme - kräftig und athletisch wirkt die Figur des Bergarbeiters an den Kohleförderbändern. Doch dieser Bergarbeiter ist eine Frau. Ihr Körper hat sich der jahrelangen harten Arbeit in den Kohlenaufbereitungsanlagen der Zeche angepasst. "Von Kohle gezeichnet" heißt entspre-chend die Fotoausstellung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am kommenden Sonntag (6.8.) in seinem Westfälischen Industriemuseum Zeche Hannover eröffnet.

Zwei Jahre lang hat der polnische Fotograf Dariusz Kantor im oberschlesischen Bergbaurevier Frauen an ihren Arbeitsplätzen in den Bergwerken fotografiert. Die eindringlichen Bilder lassen erkennen, wie sehr der harte Arbeitsalltag die Frauen geprägt und seine Spuren hinterlassen hat.

Bis heute arbeiten Hunderte von Frauen in den Bergwerken Oberschlesiens. Meist sind sie in der Kohlenwäsche oder Sieberei tätig, bedienen dort die Maschinen und sorgen für den einwandfreien Betrieb der Förderbänder. Hantieren mit schweren Brechstangen, Aufklauben von Steinbrocken und Freischaufeln der Förderbänder in der staubgesättigten Luft gehört zu ihrem Arbeitsalltag. Während in der sozialistischen Gesellschaft der 1960er Jahre die Frauen als angesehene Facharbeiterinnen für mechanische Kohlenaufbereitung angestellt waren, arbeiten sie heute meist als ungelernte Helferinnen für kaum mehr als 200 Euro im Monat. Der karge Lohn dient den Meisten als Zubrot zur Aufbesserung des geringen Familienein-kommens. Trotz der großen Härte der Arbeit sind viele der Frauen angesichts der hohen Arbeitslosigkeit in der Region froh über diese Verdienstmöglichkeit.

Der Fotograf Dariusz Kantor ist selbst ein Kind des oberschlesischen Bergbaureviers. In Zarbze geboren und Bytom aufgewachsen, hatte Kantor stets eine große Nähe zum Berg-bau. Nur zufällig erfuhr er 2001 von der Arbeit der Frauen in den polnischen Bergwerken. Trotz anfänglicher Widerstände der Bergwerksleitungen gelang es dem Fotografen in den Jahren 2002 bis 2004, in zwölf Zechen Frauen bei ihrer Arbeit zu dokumentieren. In einzelnen Gesprächen gaben die Arbeiterinnen weitere Einblicke in ihre Lebensumstände und ihren Alltag. So entstand eine einzigartige Dokumentation, die das Industriemuseum als zweiter Standort in Deutschland präsentiert. "Ich freue mich sehr, meine Bilder im Industriemuseum Zeche Hannover zeigen zu können. Der authentische Raum des Industriedenkmals gibt der Ausstellung eine einmalige Atmosphäre", meint der Fotograf Dariusz Kantor.

Museumsleiter Dietmar Osses freut sich besonders über die gelungene Kooperation seines Hauses mit dem Oberschlesischen Landesmuseums in Ratingen, die die Herausgabe eines Ausstellungskatalogs ermöglicht hat: "Die Beschäftigung mit Polen hat die beiden Museen in der Arbeit näher zusammen rücken lassen. Gleichzeitig ist die Ausstellung ein wichtiger Beitrag zum Themenschwerpunkt Polen, den sich das Westfälische Industriemuseum mit sei-nen acht Standorten bis 2007 gewählt hat." Zum Abschluss plant das Industriemuseum Zeche Hannover für den Juli 2007 eine Ausstellung über die polnische Zuwanderung ins Ruhrgebiet.

Zur Eröffnung der Ausstellung "Von Kohle gezeichnet" in Anwesenheit des Fotografen lädt das Industriemuseum Zeche Hannover alle Interessierten am Sonntag, 6. August um 11 Uhr herzlich ein. Eröffnet wird die Ausstellung von Rötger Belke-Grobe, stellvertretender Vorsitzender der Landschaftsversammlung. Musikalisch gestaltet wird der Vormittag von dem Bochumer Blues and Groove Quartett. Weitere Informationen unter www.zeche-hannover.de.

Katalog: Dariusz Kantor: Von Kohle gezeichnet / Węglem znaczone. Hg. vom Oberschlesi-schen Landesmuseum Ratingen, Ratingen 2006. 63 Seiten, zweisprachig dt./ pln., 29,- EUR.

Von Kohle gezeichnet. Dariusz Kantor
6. August bis 8. Oktober 2006
Westfälisches Industriemuseum Zeche Hannover,
Günnigfelder Straße 251, Bochum-Hordel
Geöffnet Sa 14-18 Uhr, So 11-18 Uhr



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127 und Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org



Links:
http://www.zeche-hannover.de.



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