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Mitteilung vom 13.06.06

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Denkmal aus Stahl und Glas
Ausstellung zur Jugendstil-Verglasung in der Maschinenhalle

Bewertung:

Dortmund (lwl). Als Mitarbeiter des Westfälischen Industriemuseums beim "Großreinemachen" in der Maschinenhalle im Februar vergangenen Jahres Reste von farbigem Glas fanden, war das eine kleine Sensation. Die Funde haben neue Forschungen angestoßen zur ursprünglichen Buntverglasung des Industriedenkmals, die weit über das berühmte Jugendstilportal hinausging. In einer kleinen Ausstellung mit dem Titel "Denkmal aus Stahl und Glas" (13.6.-27.8.06) vermittelt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) mit Fotos, Grafiken, historischem Bildmaterial und den gefundenen Glasresten jetzt Eindrücke vom früheren Aussehen der 1889 bis 1902 gebauten Maschinenhalle und ordnet sie in das Gesamtwerk des Architekten Bruno Möhring ein.

Für das LWL-Museum bilden die Ergebnisse eine wichtige Grundlage für die anstehende Restaurierung ab Frühjahr nächsten Jahres. "Im Zuge der Sanierung, die vor allem das rostige Stahlskelett der Halle betrifft, erwägen wir die farbige Verglasung wiederherzustellen", so Museumsdirektor Dirk Zache. Auch das Vordach des Portals soll rekonstruiert werden.
Wichtigeste Grundlage für die skizzierte Rekonstruktion sind neben den farbigen Glasresten historische Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Halle. Markus Kleine, Restaurator der Glasmalerei Peters in Paderborn, nahm eine sogenannte "Graustufenanalyse" vor, ordnete die farbigen Glasreste den Feldern auf den Fotografien zu und arbeitet derzeit an einer detaillierten Computergrafik, die die originalen Farben der braunen, gelben, blauen und grünen Ornamente zeigt. Die Ausstellung liefert auch neue Hintergründe zur Architekturgeschichte der Maschinenhalle, die das Westfälische Industriemuseum in der kleinen Ausstellung als modernes "Gesamtkunstwerk" vorstellt. Die Kombination von Stahlfachwerk und Kunstverglasungen war damals noch sehr ungewöhnlich. "Brücken, Bahnhofs- oder Industriehallen zählten um 1900 nicht zu den Baugattungen, mit denen sich üblicherweise ein künstlerisch ambitionierter Architekt befasste. Erst nach und nach entwickelten sich Funktionsbauten in dieser Hinsicht zum Experimentierfeld", erläutert Dr. Katrin Holthaus.

Die Kunsthistorikerin hat sich in den vergangenen Monaten im Auftrag des LWL-Industriemuseums intensiv auch mit anderen Arbeiten Möhrings beschäftigt und dabei deutliche Parallelen zur Architektur der Maschinenhalle entdeckt. Ob Schmiedearbeiten an der Swinemünder Brücke in der Berlin, ein verziertes Brückengeländer am Hochbahnhof Bülowstraße oder ein Jugendstil-Fenster im Hotel Clauss-Feist (heute Belvue) in Traben-Trarbach - die Parallelen zu Details in Dortmund sind verblüffend. Holthaus: "Bestimmte Ornamente dienten Möhring offenbar als Signatur, mit der er seine Bauten gewissermaßen unterzeichnete."
Denkmal aus Stahl und Glas.

Neue Forschungen zur Jugendstil-Verglasung in der Maschinenhalle
3.6.-27.8.2006, Westfälisches Industriemuseum Zeche Zollern II/IV
Grubenweg 5, in Dortmund-Bövinghausen. Geöffnet Di - So 10-18 Uhr.



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, Westf. Industriemuseum, Tel. 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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