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Mitteilung vom 01.06.06

Presse-Infos | Der LWL

Fußball unterm Förderturm
Wanderausstellung zur WM erreicht das Finale auf Zollern

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Dortmund (lwl). Eine Woche vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft pfeift der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Freitag, 2. Juni, in seinem Westfälischen Industriemuseum Zeche Zollern II/IV die Ausstellung "Fußballregion Ruhrgebiet" an. Sie erreicht damit gleichzeitig das Finale, denn die WM-Stadt Dortmund ist der letzte von insgesamt 15 Spielorten der Schau, die der Deutsche Fußball-Bund und der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen im April letzten Jahres auf Wanderschaft schickten.

Die Ausstellung im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) bietet den Besuchern vielfältige Einblicke in über 100 Jahre Geschichte des runden Leders im Revier - der größten Fußballlandschaft des Kontinents. 300 historische Bilddokumente halten dramatische Momente fest, Thementafeln erläutern Hintergründe, besondere Exponate erzählen von Niederlagen und Siegen. Historische Fußball-Reportagen, Filmausschnitte und aktuelle Videospiele runden das Spektrum ab.

LWL-Museumsleiterin Dr. Ulrike Gilhaus erklärt, was der Fußball unterm Förderturm zu suchen hat: "Seit 1926 war Sport Pflichtfach bei der Ausbildung junger Bergleute, die Thema unserer Dauerausstellung ist. Die Zechengesellschaften versprachen sich von der körperlichen Ertüchtigung bessere Arbeiter, die sich durch Disziplin, Leistungsbereitschaft und Teamgeist auszeichneten." Aus den Fußballmannschaften der Zechen, die untereinander auch Turniere austrugen, ging zum Beispiel auch der jüngst verstorbene Fußball-Altstar Erich Schanko hervor, der vom Bergmann auf Zollern zum BVB-Profi avancierte und mit seinem Team Deutscher Meister wurde.

Begleitend zur "Fußballregion Ruhrgebiet" präsentiert das LWL-Industriemuseum unter dem Titel "Fußball, Tennis, Pferderennen" rund 150 historische Ansichtskarten zum Thema Reviersport aus der eigenen Sammlung. Im Zentrum steht auch hier das runde Leder. Nicht nur die prominenten Mannschaften mit ihren weltberühmten Fußballhelden werden vorgestellt, sondern gerade auch die unbekannten Vorortmannschaften der Malocher - von Wattenscheid bis Eving-Lindenhorst. Postkarten vom Schwimmen, Boxen, Geräteturnen und Tennis ergänzen das Spektrum. Besonders traditionsreich im Revier ist der Pferdesport, den der irische Bergingenieur Thomas Mulvany im 19. Jahrhundert in Erinnerung an sein Herkunftsland in Castrop heimisch werden ließ.

Fußballregion Ruhrgebiet

Mit einem Gesamtüberblick über die großen Erfolge beginnt der Rundgang durch die Ausstellung "Fußballregion Ruhrgebiet": Zeitungsausschnitte, Fotos und Texte erzählen in 15 Kapiteln die wechselvolle Entwicklung von den Anfängen im 19. Jahrhundert, als Fußball noch ein bürgerlicher Freizeitspaß war, bis heute. Mutige Sportpioniere stellt die Ausstellung ebenso vor wie große Spielerpersönlichkeiten, legendäre Derbys und die schwierigen gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen Fußball im Schatten der Fördertürme zu einer "Macht" aufstieg. Neben dem Spitzensport werden auch die Leistungen der zahllosen kleinen Vereine einschließlich des Frauen-, Jugend- und Freizeitfußballs eingebunden.

Stadion, Kabine und Kneipe

Um die Entwicklung der Stadionlandschaft Ruhrgebiet geht es in einer Inszenierung, die die Teilung der Erlebniswelt Fußball in große Arenen und kleine Stadien veranschaulicht. Die Besucher können zum Beispiel die besondere Atmosphäre einer Kabine erleben. Auf einer alten Umkleidebank - Trikots der Reviervereine und ein Kabinen-Großfoto vor Augen - lädt hier Fußball-Literatur zum Stöbern ein. Der Film "Das Wunder von Bern" stand Pate für eine Kneipenszenerie der 1950er Jahre. Wimpel von Reviervereinen, der "Lumpenball" aus dem Film sowie Erinnerungsstücke aus der Fußballhistorie gehören zur Ausstattung. "Es ging uns bei diesen Inszenierungen um zentrale Zugangsbereiche zum Fußball", erläutert Projektleiter Uwe Wick vom Willibald Gebhardt Institut - Forschungsinstitut für Sport und Gesellschaft - in Essen.

Fußball und Medien

Wissenswertes zur Geschichte der Fußballreportage - sowohl in Zeitungen und Sport-Illustrierten als auch in Film, Rundfunk und Fernsehen - vermittelt eine weitere Inszenierung. Ein Computer zeigt die heutigen Möglichkeiten auf, sich im Internet über Fußball zu informieren. Aktuelle Videospiele laden zum Mitmachen ein, und ein mit Bildern unterlegtes Feature von WDR 5 erzählt die Entwicklung des Fußballs in Deutschland.

Fußball in 15 Städten
Im Rahmen der Abschluss-Ausstellung wird im LWL-Industriemuseum auch lokale Fußballgeschichte lebendig. Erstmals werden alle "Stadt-Tafeln", die die Schau an den jeweiligen Spielorten ergänzten, gemeinsam präsentiert. Sie dokumentieren überwiegend die Ergebnisse von Unterrichtsprojekten zur Fußballgeschichte des jeweiligen Ortes. So gibt die Schau auch viele Informationen über die Geschichte des Dortmunder Fußballs - auch jenseits des BVB. Denn von den mehr als 130 Vereinen, in denen heute Fußball gespielt wird, können einige auf eine große Tradition zurückblicken. So ist der Dortmunder FC 95 (heute im TSC Eintracht aufgegangen) der zweitältestes Fußballklub des Reviers. Der 1908 gegründete SV Arminia Marten schaffte 1939 den Aufstieg in die Gauliga Westfalen und hielt sich dort vier Spielzeiten lang. Und im organisierten Arbeiterfußball der Weimarer Republik besaß der ATSV Eving-Lindenhorst einen ausgezeichneten Namen.

Fußballregion Ruhrgebiet
3. Juni bis 9. Juli 2006 (Eröffnung Fr, 2.6., 19 Uhr)
Westfälisches Industriemuseum Zeche Zollern II/IV
Grubenweg 5, 44388 Dortmund
Geöffnet Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, letzter Einlass 17.30 Uhr

Öffentliche Führungen: 4. und 5. Juni, je 14 Uhr; 11., 15., 18. und 25. Juni, je 16 Uhr; 2. Juli, 15 Uhr; 9. Juli 14 Uhr. Gruppenführungen nach Vereinbarung. Tel. Anmeldung unter 0201 1837611

Fußball, Tennis, Pferderennen
Reviersport im Spiegel der Ansichtskarten
3. Juni bis 3. September 2006

Öffentliche Themenführung: 2. Juli, 11 Uhr



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127 und Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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