LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 01.06.06

Foto zur Mitteilung4,5 Meter misst die Teilkrone des Schuppenbaumes (Lepidodendron aculeatum). Fundort: Hagen-Vorhalle. Foto: LWL/Thomas

Foto zur MitteilungEine Flügelspannweite von 14 cm erreichte dieser versteinerte Urnetzflügler (Lithomantis varius). Fundort: Hagen-Vorhalle. Foto: LWL/Thomas

Foto zur MitteilungBeachtliche 32 cm lang ist die Flügelspannweite dieser Großlibelle (Namurotypus sippeli). Fundort: Hagen-Vorhalle. Foto: LWL/Thomas

Foto zur MitteilungDas Teilstück eines Tausendfüßers aus der Gruppe der Archipolypoda mit einer Länge von 2,4 cm ist eines der kleineren Ausstellungsstücke. Fundort: Marl-Sinsen. Foto: LWL/Thomas

Foto zur MitteilungAuch der Unterkiefer eines Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea) ist in der Ausstellung zu sehen. Fundort: Warstein. Foto: LWL/Thomas

Foto zur MitteilungMit sagenhaften 1,80 m Durchmesser ist er der größte Ammonit (Parapuzosia seppenradensis) der Welt. Er wurde zum Wahrzeichen des Westfälischen Museums für Naturkunde. Fundort: Seppenrade. Foto: LWL/Thomas

Foto zur MitteilungÜber 400 versteinerte Seelilien (Encrinus liliiformes) befinden sich auf der 6 qm großen Gesteinsplatte. Fundort: Bad Drieburg. Foto: LWL/Knoche

Foto zur MitteilungJagd auf einen Pflanzenfressenden Dinosaurier macht dieser Raubsaurier Allosaurus fragilis im Gemälde von Gerhard Boeg-gemann aus Recke. Es ist als 3 x 4 Meter großes Foto in der neuen Sonderausstellung zu sehen.

Foto zur MitteilungSo könnte die Landschaft bei Ibbenbüren vor 360 - 290 Millionen Jahren ausgesehen haben. Ölgemälde von Wolfgang Sippel, Ennepetal.

Foto zur MitteilungSeitenplatte des Riesentausendfüßers Arthropleura, Breite der Platte 8,5 cm. Fundort: Ibbenbüren.

Foto zur MitteilungRund 318 Millionen Jahre alt ist dieser Einhornhai (Hagenoselache sippeli) und rund ein Meter lang. Fundort: Hagen-Vorhalle. Foto: LWL/Thomas

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Presse-Infos | Der LWL

Versteinerte Schätze Westfalens -
Fossilien aus 450 Millionen Jahren im LWL-Museum für Naturkunde

Bewertung:

Münster (lwl). Ab dem 2. Juni präsentiert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Westfälischen Museum für Naturkunde in Münster 500 versteinerte Schätze auf über 500 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Zahlreiche Versteinerungen lagern in den Magazinen des LWL-Naturkundemuseums und wurden bisher noch nie öffentlich ausgestellt. Die neue Ausstellung zeigt die Überreste tierischen und pflanzlichen Lebens aus 450 Millionen Jahren Erdgeschichte.

Seit 1980 können in Nordrhein-Westfalen nach dem Denkmalschutzgesetz Fossilien als Bodendenkmäler geschützt werden. Die LWL-Forscher konnten viele Funde bei Ausgrabungen in allen Teilen Westfalen-Lippes vor der Zerstörung retten. Die Versteinerungen geben eine Übersicht über die Entwicklung der Landschaft Westfalens und des Lebens in der Region.

Zu den Exponaten der Sonderausstellung "verSTEINerte SCHÄTZE Westfalens" gehören zum Beispiel die jüngsten Dinosaurier-Funde aus Westfalen (Kreis Minden-Lübbecke und Märkischer Kreis) und die weltweit einzigartigen Insekten-Funde aus Hagen-Vorhalle, die als die ältesten Flug-insekten der Welt gelten. Internationales Aufsehen erregte etwa Namurotypus sippeli. Mit 32 Zentimetern Flügelspannweite ist sie die größte Libelle des Namur (vor zirka 319 Millionen Jahren).

Bei vielen Urnetzflüglern, wie etwa den Lithomantis varius, hat sich die Farbfleckung der Flügel erhalten. Sie gehörten zu den Urnetzflüglern und konnten, im Gegensatz zu den meisten heute lebenden Insekten, die Flügel nicht auf den Hinterleib zusammenlegen.

Aus dem Steinkohlebergwerk in Ibbenbüren (Kreis Steinfurt) zeigt das LWL-Museum Platten des Tausendfüßers Arthropleura, des größten Gliederfüßers der Erdgeschichte. Diese Tiere konnten eine Länge von über zwei Metern erreichen. Pfeilschwanzkrebse,
deren Nachfahren heute nur noch an der Atlantikküste
Nordamerikas und an den 'Küsten Südostasiens vorkommen, lebten vor rund 310 Millionen Jahren auch in Ibbenbüren.

Auf einer Halde des Steinkohlebergwerks Auguste-Viktoria/Blumenthal in Marl-Sinsen (Kreis Recklinghausen) wurde ein Fragment eines Tausendfüßer gefunden. Auch dieses Fragment wird in der neuen Sonderausstellung zu sehen sein. Vertreter dieser Tiergruppe gehören im deutschen Karbon zu den
großen Seltenheiten. Lediglich fünf Exemplare wurden bisher in den letzten 150 Jahren gefunden, davon zwei in Hagen-Vorhalle und das jüngste Exemplar in Marl-Sinsen. Dieser Tausendfüßer gehört zu der im Erdaltertum ausgestorbenen Gruppe der Archipolypoda, deren Kennzeichen Stacheln auf der Körperoberfläche sind. Aufgrund der langen Stacheln war diesen Tausendfüßern ein Leben im Boden nicht möglich. Diese Tiere haben vielmehr auf dem Boden oder kletternd an Pflanzen gelebt.

In einem Massenkalksteinbruch in Warstein (Kreis Soest) entdeckten 1999 Forscher eine fossilführende Spaltenfüllung und bargen die Funde mit einem Hubwagen aus der 14 Meter hohen Steilwand. Zu den herausragenden Funden zählen Knochen von Höhlenlöwen und Nashorn. Bereits im Foyer des LWL-Museums finden die Besucher den größten Riesenammoniten (Kopffüßer) der Welt. Dieser versteinerte Kopffüßer hat einen Durchmesser von 1,80 Meter, wiegt zirka 3,5 Tonnen und wurde zum Wahrzeichen des Museums. Abgüße des Riesenammoniten sind in fast allen großen Naturkundemuseen der Welt zu sehen. Der Ammonit aus einem Steinbruch bei Seppenrade im südlichen Münsterland ist bereits seit 1895 im Eigentum des Museums.

Eine über sechs Quadratmeter große Platte mit versteinerten Seelilien aus Bad Driburg (Kreis Höxter) zählt zu den
Besonderheiten der neuen Ausstellung. Seelilien sind keine Pflanzen sondern Tiere und gehören zu den Stachelhäutern. Sie sind Verwandte der Seeigel und Seesterne.

Die größten Objekte der Ausstellung sind die 6,5 Meter große Rekonstruktion eines Allosaurus-Dinosauriers und eine über neun Quadratmeter große Gesteinsplatte mit Belemniten, die in Westerkappeln-Velpe (Kreis Steinfurt) geborgen wurde. Belemniten sind genau wie Ammoniten ebenfalls Kopffüßer und somit Verwandte der Tintenfische. Erhalten sind die keilförmigen Rostren der Belemniten, eine Art Innenskelett. Die gezeigten Exemplare stammen aus der Jura-Zeit.

Die kleinsten Objekte der Ausstellung sind auch die ältesten Fossilien Westfalens. Die Trilobiten (Dreilapperkrebse, Gliederfüßer) stammen aus dem Ordovizium des Sauerlandes und sind über 440 Millionen Jahre alt.

Bei einem Gang durch die Erdgeschichte - vom Ältesten zum Jüngsten, vom Erdaltertum bis zur Erdneuzeit - ergänzen Rekonstruktionen von ausgestorbenen Tieren und Abbildungen von Lebensräumen in der erdgeschichtlichen Vergangenheit die Sonderausstellung.

Zur Sonderausstellung wird eine Führung für Erwachsene sowie museumspädagogische Programme für alle Altersgruppen, vom Kindergarten bis zur Jahrgangsstufe 13, angeboten.

Die Ausstellung läuft vom 02.06.2006 bis zum
01.07.2007 im Westfälischen Museum für Naturkunde,
Sentruper Str. 285, 48161 Münster. Informationen zur
Ausstellung, Führung und Museumspädagogik
unter Telefon (0251) 591-05. Das Begleitbuch (132 Seiten) zur Ausstellung kostet 14,80 Euro.

Das Museum ist dienstags bis sonntags von
9 bis 18 Uhr geöffnet.
Eintritt: Kinder/Jugendliche 2,00 Euro,
Erwachsene 3,50 Euro, Familientageskarte 8,00 Euro.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, Telefon: 0251 591-235 und Bianca Knoche, LWL-Naturkundemuseum, Telefon: 0251 591-6066
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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