LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 29.05.06

Foto zur MitteilungDrei Skelette von einem Steppenelefant und zwei Mammuts zeigen die Entwicklung der größten Landsäugetiere, die hervorragend an unterschiedliche Klimate angepasst waren.
Foto: LWL/Freigang.


Foto zur MitteilungUnterschiedliches Aussehen, gleiche Werkzeuge: Neandertaler (rechts) und moderner Mensch.
Foto: LWL/Egbert.


Foto zur Mitteilung"Patient Erde": Mit Infusionsbeuteln werden die aktuellen Bemühungen zum Thema Klima und Umwelt thematisiert.
Foto: LWL/Egbert.


Foto zur MitteilungLeuchtende Globen des New Yorker Künstlers Ingo Günther erläutern, was Klima eigentlich ist und durch welche Faktoren es beeinflusst wird.
Foto: LWL/Egbert.


Foto zur MitteilungMuseumsleiterin Dr. Barbara Rüschoff-Thale mit verbrannten Tierknochen aus dem ältesten Feuer der Welt, das vor ca. 1,6 Millionen Jahren im afrikanischen Swartkraans brannte.
Foto: LWL/Kuhn


Foto zur MitteilungStar der Klima-Ausstellung ist das Mammutbaby "Dima", das vor rund 35.000 Jahren in Sibirien starb.
Foto: LWL/Egbert.


Foto zur MitteilungDie Venus von Kostienki (Russland) gehört zu den bekanntesten Venusfiguren der Welt, geschaffen zwischen 22.500 und 19.500 v. Chr. Sie war noch nie außerhalb von Russland zu sehen.
Foto: LWL/Egbert.


Foto zur MitteilungIn Jericho pflegten die Menschen vor 12 000 Jahren einen besonderen Umgang mit den Toten: Sie modellierten die entfleischten Schädel mit Gips und gaben den Verstorbenen so ihr Gesicht zurück.
Foto: LWL/Egbert.


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Presse-Infos | Der LWL

Seit sechs Millionen Jahre Motor der Evolution
Die Klima-Ausstellung in Herne

Bewertung:

Herne (lwl). Im Westfälischen Museum für Archäologie beginnt am 30. Mai 2006 die bisher größte deutsche Ausstellung über den Motor der Evolution - das Klima. Aber nicht nur die entscheidenden Wetter-Extreme als Wendepunkte der vergangenen sechs Millionen Jahre Klimageschichte will die Ausstellung in Herne erlebbar machen, sondern auch die Frage nach dem Einfluss des Klimas auf die Zukunft der Menschen stellen ("Klima und Mensch", bis 30. Mai 2007).

Über 800 Funde
Wie haben es Tiere, Pflanzen und Menschen über Jahrtausende geschafft, sowohl Eiszeiten als auch Hochwasserkatastrophen zu überleben? Das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) präsentiert das "Leben in Extremen" in der knapp 1,7 Millionen Euro teuren Ausstellung auf 900 Quadratmetern mit über 800 Funden aus allen Kontinenten.

Die Exponate - vom zwei Millionen Jahre alten Steinwerkzeug aus Afrika bis zur aktuellen UV-Schutzkleidung aus Australien - spannen einen Bogen, der bis in die nächsten Jahrtausende reicht. Spektakuläre Funde wie das Mammutbaby "Dima" verdeutlichen, wie stark sich Säugetiere und schließlich die Menschen - zum Beispiel während den langen Eiszeiten - ihrer Umgebung und dem herrschenden Klima angepasst haben.

"Wendepunkte der Klimageschichte"
Museumsleiterin Dr. Barbara Rüschoff-Thale: "Es hat immer große Klimaschwankungen und Naturkatastrophen gegeben - auch ohne die Menschen. Aber erst seit 150 Jahren beeinflussen wir Menschen unser Klima massiv. Besonders diese großen Naturkatastrophen als Wendepunkte der Klimageschichte interessieren uns - bis hinein in die ungewisse Zukunft, denn nach neuesten Forschungen stehen wir wieder kurz vor einem extremen Klimawandel."

Was ist Wetter, was ist Klima?
Auf der ersten Station der Ausstellung wird es grundsätzlich: Was ist eigentlich Klima und was ist dagegen das Wetter? Das tägliche Wetter mit Wolken, Sonnenschein oder Schnee nämlich, so lernt der Besucher, bedeutet für das Klima nur so viel wie ein einziger Ballkontakt in einem Fußballspiel für die gesamte Bundesligageschichte. Rüschoff-Thale: "Vorhersagen sind beim Wetter wie beim Fußball nur vage möglich. Einen Spielzug kann man voraussehen, das Ergebnis des nächsten Spiels abschätzen, aber den Ausgang der Liga erkennen wir meist erst einige Tage vor Saisonende."

Das Klima als treibende Kraft der Evolution begleitet den Museumsbesucher als "Klimakurve" auf seinem Gang durch die vergangenen sechs Millionen Jahre. Auf dem Boden aufgebracht sagt ihm die Klimakurve jeweils, welche Umwälzungen ("6 Millionen Jahre vor Chr.: Das Mittelmeer läuft voll", "1400 bis 1850: Kleine Eiszeit in Europa - Hungersnöte") oder Katastrophen

("365 n. Chr.: Ein Tsunami verwüstet Alexandria in Ägypten") das Leben auf der Erde beeinflusst haben. Die Besucher laufen zum Beispiel an versteinertem Laub vorüber, das in einem Herbst vor 220.000 Jahren gefallen ist. Oder sie sehen, wie die ersten aufrecht gehenden Menschen die sich ausbreitenden Savannen bevölkern.

Es geht vorbei an einer der wichtigsten Anpassungsleistungen der Menschen: Das LWL-Museum präsentiert verbrannte Tiernknochen aus der ältesten Feuerstelle der Welt (Südafrika), an der sich Frühmenschen vor 1,6 Millionen Jahren wärmten und das erbeutete Aas brieten. Die Überlebenskünstler Neandertaler und moderner Mensch haben in der Ausstellungsinszenierung zwei Hauptrollen, weil sie es besonders gut verstanden, sich an die extremen Klimaschwankungen während des Eiszeitalters anzupassen.

Das Mammutbaby "Dima"
Was beim Neandertaler auf den Tisch kam ist ebenso Thema wie die Entwicklung seiner größten Beutetiere, der Mammuts. Das vielleicht am meisten ergreifende (und teuerste) Exponat ist das mit Haut und einigen Haaren erhaltene Mammutbaby "Dima" - vor 35.000 Jahren war es im sibirischen Sumpf stecken geblieben. 1977 fanden Goldsucher die Mumie des 115 Kilogramm schweren Tieres, das der Dauerfrostboden als natürliche Gefriertruhe konserviert hatte. Auch Mammuts waren den Klimaschwankungen der Erde hervorragend angepasst, warum sie dennoch ausstarben, erklärt die Ausstellung.

Die Jagd und die Kunst der frühen Menschen veranschaulichen seltene Funde wie der älteste Bogen der Welt (aus Dänemark) oder die Venus von Kostenki (Russland) , eine der berühmtesten Venusfiguren der Welt, über 20.000 Jahre alt.

Tsunamis und Hurrikane - die Zukunft?
In der Neuzeit löst sich die Abhängigkeit des Menschen von Klima und Umwelt scheinbar auf und kehrt sich um:


Der Mensch nimmt seit etwa 300 Jahren selbst Einfluss durch Wirtschaft und Städtebau auf Landschaften, ihren Wasser- und Wärmehaushalt. Der Mensch verbrennt Holz, Öl und Kohle in kaum vorstellbaren Mengen und greift in das komplizierte Klimasystem der Erde ein - mit nicht absehbaren Folgen. Das letzte Stück der Klimakurve führt den Besucher darum vorbei an den Tsunamis und Hurrikanen der Gegenwart bis in die Zukunft ("2010: Erderwärmung - in ganz Dänemark wird Weinanbau möglich sein?") und macht ihn
mit den drei wichtigsten Klimamodellen bekannt.

Sonderausstellung "Klima und Mensch. Leben in Extremen": 30.Mai 2006 bis 30.Mai 2007
Westfälisches Museum für Archäologie
Europaplatz 1
44623 Herne
Tel.: 02323 94628-0

www.klimaundmensch.de
www.museum-herne.de

Das Begleitbuch zur Ausstellung erscheint Anfang Juli und wird zirka 10 Euro kosten. Bestellung ist ab sofort im LWL-Museum möglich.

Öffnungszeiten:
Dienstag, Mittwoch, Freitag 9 Uhr bis 17 Uhr
Donnerstag 9 Uhr bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag 11 Uhr bis 18 Uhr
geschlossen 24. und 25. Dezember und am 1. Januar

Eintrittspreise:
Eintrittspreise Sonderausstellung "Klima und Mensch":
5,00 € Erwachsene
4,00 € Erwachsene in Gruppen ab 16 Personen
3,00 € Kinder und Jugendliche (6 bis 17 Jahre), Schülerinnen und Schüler
2,00 € Schülerinnen und Schüler bei Teilnahme an Führung oder Programm im Rahmen einer Lehrveranstaltung (2 Begleitpersonen frei)
3,00 € Ermäßigungsberechtigte*
11,00 € Familien

Kombiticket für Dauer- und Sonderausstellung
7,00 € Erwachsene
6,00 € Erwachsene in Gruppen ab 16 Personen
4,00 € Kinder und Jugendliche (6 bis 17 Jahre), Schülerinnen und Schüler
3,00 € Schülerinnen und Schüler bei Teilnahme an Führung oder Programm im Rahmen einer Lehrveranstaltung (2 Begleitpersonen frei)
4,00 € Ermäßigungsberechtigte*
15,00 € Familien

* Ermäßigungsberechtigt sind (mit Nachweis): Studierende (außer "Studium im Alter"), Auszubildende, Wehrpflichtige, Zivildienst-, Freiwilliges Soziales/Ökologisches Jahr-Leistende, Behinderte ab 80 Prozent Schwerbehinderung (eine Begleitperson frei), Empfängerinnen und Empfänger laufender Sozialhilfe



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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