LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 27.04.06

Foto zur MitteilungErnst Ludwig Kirchner, Tänzerin, 1909/10, Bleistift, farbige Ölkreide, 19,3 x 9,8 cm, aus ei-nem Skizzenalbum, Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin.
Foto Jörg P. Anders, © Ingeborg & Dr. Wolfgang Henze-Ketterer, Wichtrach/Bern


Foto zur MitteilungErnst Ludwig Kirchner, Strand auf Fehmarn, 1913, Aquarell, 45,9 x 58,5 cm, Kupferstichka-binett, Staatliche Museen zu Berlin.
Foto Jörg P. Anders, © Ingeborg & Dr. Wolfgang Henze-Ketterer, Wichtrach/Bern


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Presse-Infos | Der LWL

Westfälisches Landesmuseum zeigt Kirchner

Bewertung:

Münster (lwl). Das Westfälische Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster zeigt ab Sonntag (30.4.) 280 Werke des Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938), Mitglied der Künstlervereinigung "Die Brücke", aus dem Berliner Kupferstichkabinett (bis 9. Juli). "In farbigen Aquarellen, markanten Zeichnungen, bildhaften Holzschnitten und rasanten Lithographien zeigt sich Kirchners gestalterische Sicherheit, die sich stets mit einer ruhelosen und unmittelbaren Momenthaftigkeit verbindet", so Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold. Der Berliner Bestand ist der älteste der öffentlichen Kirchner-Sammlungen.

Arnhold: "Die Kirchner-Ausstellung unterstreicht einen unserer wichtigsten Arbeitsschwerpunkte, die Moderne, und flankiert hervorragend die eigene "Brücke"-Sammlung des Westfälisches Landesmuseums",. Die Schau sei auch ein neuerliches Zeichen für die guten Kontakte zwischen den Berliner Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und dem Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Einen Schwerpunkt der Ausstellung bildet eine umfangreiche Auswahl aus den gut 200 Skizzen, die zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert werden. Fast alle entstanden vor 1916, also in Kirchners früher Schaffenszeit in Dresden und Berlin. Der Künstler stellte sie im Jahre 1923 in einem Klebealbum zusammen, das ihm als Form- und Ideenspeicher aus seiner expressionistischen Aufbruchphase diente. Mit der Zusammenstellung seiner Skizzen ließ Kirchner die Form- und Themenwelt seiner "Brücke"-Zeit von 1905 bis1913 wieder aufleben.

Arnhold weiter: ""Stets ging es Kirchner um Momente flüchtiger Bewegung, die er im Zirkus und Varieté, in Tanzcafés und auf den Straßen der Großstadt, in Porträts der Menschen seiner Umgebung und in bewegten Aktfiguren im Atelier und draußen beim Baden studierte. Kirchners kleinformatige Skizzen bilden mit ihrer vitalen Spontaneität und mit der Meisterschaft ihrer formalen Knappheit geradezu den Schlüssel zum gesamten Werk des Künstlers. Auch in seinen großen Gemälden, Holzschnitten und Skulpturen wollte er immer diese 'Ekstase des ersten Sehens' bewahren, die seine Skizzen aus dem Moment heraus so unnachahmlich gestalteten."

"Wie dumm und oberflächlich die Menschen urteilen, sie sehen nicht, dass gerade das Flüchtige in meiner Zeichnung das Wichtigste ist, weil ich dadurch die feinste erste Empfindung einfange. Würde ich langsam so eine Zeichnung machen wollen, so ginge dieses erste feine Gefühl verloren", notierte Kirchner 1925 in sein Davoser Tagebuch.

Die Ausstellung beleuchtet mit 160 Skizzen und 120 meist großformatigen Zeichnungen, Aquarellen und Druckgrafiken die Hauptschaffensperioden Kirchners, die sich vornehmlich im Zusammenhang mit seinen drei Hauptwohnsitzen herausgebildet haben. Die Lebens- und Kunstauffassung der frühen "Brücke"-Zeit in Dresden wird durch kurvig bewegte Atelierszenen, Tanz- und Varietészenen und Straßenbilder geprägt. Die zweite Phase seit 1911 war vom Großstadterlebnis Berlin bestimmt. In den Holzschnitten und Lithos der "Straßenbilder" treffen nervöse Gespanntheit und hintergründige Erstarrung zusammen. Dagegen strahlen die Bilder von den Sommeraufenthalten auf Fehmarn eine lockere Gelöstheit aus.

Seit 1918 bestimmt das Motivfeld der Bergwelt und der Bauern in der Schweiz Kirchners Schaffen. Eindrucksvolle Bildnisstudien zeugen von Kirchners Streben nach innerer Bewegung, die alle Einzelheiten durchdringt. In seinen letzten Jahren, vor seinem Freitod im Jahr 1938, werden Kirchners Darstellungen von einer fast abstrakt verlaufenden "letzten einfachsten Linienführung" bestimmt.

Der Katalog hat 312 Seiten und kostest 35 Euro

Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
Domplatz 10
48143 Münster
Telefon: 0251 5907-01
www.landesmuseum-muenster.de

Eintrittspreise
Erwachsene: 3,50 Euro
Gruppen ab 16 Personen: 3,00 Euro
Kinder/Jugendliche von
6 bis einschl. 17 Jahren, Schüler: 2,00 Euro
Familientageskarte: 8,00 Euro
Schüler im museumspädagogischen -Programm: 1,60 Euro
Ermäßigte: 2,10 Euro



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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