LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 21.04.06

Foto zur MitteilungDas ehemalige Körnermagazin mit Heeresbäckerei am Martintkirchhof.
Foto: LWL/Nieland


Foto zur MitteilungPlan der Festung Minden aus dem Jahr 1837.
Repro: LWL


Foto zur MitteilungDenkmal des Großen Kurfürsten aus dem Jahr 1898. Das Foto entstand nach 1901.
Repro: LWL


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Presse-Infos | Der LWL

LWL gibt Band über Bau- und Kunstdenkmäler von Minden heraus - Einmaliges Projekt vor Abschluss

Bewertung:

Minden (lwl). Wohl kaum eine Stadt in Deutschland ist baugeschichtlich neuerdings so gut dokumentiert wie Minden: Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat jetzt den 9. Teilband des Inventarwerkes zu den Bau- und Kunstdenkmälern der Stadt Minden vorgelegt, der sich mit der älteren Stadtbefestigung, mit der Festung und mit den Militärgebäuden beschäftigt. Damit ist dieses in Deutschland einmalige Projekt fast abgeschlossen, das seit 1996 die Denkmäler der Stadt lückenlos erschließt. Dies war nur durch eine Gemeinschaftsleistung vieler und im Forschungsverbund möglich. Den neuen Teilband bearbeitete Ulf-Dietrich Korn. Jetzt fehlt nur noch der Registerband, der auch noch in diesem Jahr erscheinen wird.

Für den Festungsband haben die Experten des LWL-Amtes für Denkmalpflege das historische Planmaterial gesichtet. Dabei stießen sie auf eine Fülle bisher unbekannter Pläne. "Indem wir die spärliche Aktenüberlieferung, unbekannte Generalstabs-Denkschriften und die verstreute Literatur ausgewertet haben, entstand ein differenziertes, weitgehend neues Bild von Geschichte, Entstehung, Aussehen und dem Verschwinden der bis 1866 strategisch bedeutenden Festung am Weserübergang vor der Porta Westfalica", so Korn.

Das Buch stellt dar, wie zunächst die mittelalterliche Stadtbefestigung seit ca. 1230 entstanden ist, wie sie im 16. und 17. Jahrhundert zur Bastionärfestung ausgebaut und schließlich nach 1763 zerstört wurde. Nach 1813 entstand dann die preußische Neubefestigung, 1845 kam der Bahnhof hinzu. Das Buch beschreibt erstmals wie die Stadtbefestigung nach 1873 aufgegeben und in städtische Grünanlagen umgewandelt wurde und wie danach die Garnison sowie noch später die Neubauten der Wehrmacht entstanden. Der Blick reicht bis 1994 als die britischen Streitkräfte Minden verließen und die Militärbauten zivil genutzt wurden.

Den Autoren geht es nicht nur darum, Entstehung und Aussehen der Festung und ihrer Bauten darzustellen, genauso wichtig ist ihnen zu zeigen, was alles - zumal seit dem späteren 19. Jahrhundert - zum "Großbetrieb Garnison" gehörte. Dabei entkräften sie die Behauptung, Brandenburg-Preußen ha-be vor und nach 1700 Minden vernachlässigt: "Tatsächlich waren die großen Festungsbaumeister Cayart, de Bodt und Walrave hier tätig", stellt LWL-Denkmalpflegerin Dr. Ursula Quednau klar. Das Buch klärt die Planungsgeschichte für die bedeutenden klassizistischen Militärbauten soweit wie möglich und würdigt Schinkels prägenden Einfluss jenseits lokaler Legendenbildung.

Ergänzt wird der Band durch ein Verzeichnis der Mindener Denkmäler und Skulpturen im öffentlichen Raum, unter denen eine Reihe von Gefallenen-Denkmälern, nicht nur für die Angehörigen der ortsansässigen Garnison, einen wichtigen Platz einnimmt.

"Es gehört zu unseren wichtigsten Aufgaben, die baulichen Hinterlassenschaften in Westfalen-Lippe zu erfassen und wissenschaftlich zu bearbeiten. Damit vermitteln wir kulturelle Werte, denn nur was bekannt ist und im Gedächtnis der Menschen verankert ist, hat eine Chance erhalten und nicht achtlos bei Seite geschoben zu werden. Außerdem gibt die Erforschung der Bau- und Kunstdenkmäler Entscheidungshilfen im Umgang mit dem baulichen Erbe und schärft den Blick für die Unverwechselbarkeit der Stadt", erklärt LWL-Denkmalpflegerin Quednau den Sinn der Forschungen.

Festung und Denkmäler der Stadt Minden
Band 50, Teilband I.2 der Reihe Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen

Bearbeitet von Ulf-Dietrich Korn unter Mitarbeit von Thomas Tippach
Ganzleinen, 978 Seiten mit 629 Abbildungen und Plänen und 4 Kartenbeilagen
Klartext Essen 2005, ISBN 3-89861-519-7, 48Euro



Pressekontakt:
Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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