LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 21.02.06

Foto zur MitteilungLucky Strike Cigarettes und Chesterfield Liggett & Myers Tobacco Co., um 1945.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungBlick in die Schubladen von Dorndorfs Sammlung.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Der LWL

Alte Schachteln erzählten von der Zeit der Tauschhandels
"Aufbau West" zeigt Zigaretten aus Essener Sammlung

Bewertung:

Essen/Dortmund (lwl). 1946 hungerte fast ganz Deutschland, und insbesondere in den Ruhrgebietsstädten gab es kaum noch Brot zu kaufen. Um den Versorgungsnotstand zu beheben, sammelten und tauschten die Menschen Nahrungsmittel, Uhren oder Schmuck. So gut wie bares Geld waren bei diesen Tausch- und Schwarzmarktgeschäften auch amerikanische Zigaretten. In der Ausstellung "Aufbau West", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) noch bis zum 26. März im Westfälischen Industriemuseum Zeche Zollern II/IV in Dortmund zeigt, erzählen zwei 60 Jahre alte Schachteln von dieser Zeit.

Im Mittelpunkt der Schau mit insgesamt mehr als 300 Objekten stehen die Leistungen und Erfahrungen der Flüchtlinge und Vertriebenen aus dem Osten, die mit Arbeitskraft, Know-how und Unternehmergeist zum Wiederaufbau im Westen beitrugen. Von den katastrophalen Versorgungsbedingungen und der Ernährungskrise nach 1945 waren auch sie betroffen. Für Flüchtlinge und Vertriebene und alle weiteren Bedürftigen galt: Wer etwas zum Tauschen hatte, konnte bei Hamsterfahrten oder auf den florierenden Schwarzmärkten seine schlechte Versorgungslage verbessern. Zu "barem Geld" wurden hier vor allem Zigaretten.

So auch die beiden ausgestellten Packungen "Chesterfield" und "Lucky Strike" aus den Jahren 1945/46. Sie stammen aus der Sammlung des Esseners Andreas Dorndorf, der zusammen mit seinem Kompagnon Theo Rütter die Historischen Zigaretten- und Tabak-Museen Xanten und Essen betreibt. Beide Sammlungen verfügen über rund 40.000 Stücke. Die Leidenschaft für die Zigarettenschachteln begann bei Andreas Dorndorf vor über 20 Jahren während eines Urlaubs auf Gran Canaria, wo die Schachteln damals besonders billig waren: "Sie kosteten dort nur etwa 30 Pfennig und die ausgefallenen Motive gefielen uns gut. Deshalb haben wir in diesem und allen folgenden Urlauben Packungen gekauft, um uns daraus zu Hause eine bunte Collage zu basteln", erinnert sich der begeisterte Zigaretten-Sammler.

Auf rund 1.500 Schachteln schätzt der Essener allein die Anzahl seiner Mitbringsel aus den Ferien. Dorndorfs Sammelleidenschaft ging darüber hinaus vor fünf bis sechs Jahren erst richtig los: "Ich habe angefangen, im Internet oder bei anderen Sammlern nach weiteren Packungen zu suchen oder war bei Archiv-Auflösungen von großen Firmen dabei", erzählt er.

Die Collage gibt es aber bis heute nicht. Stattdessen lagern seine Schätze nun im ausgebauten Kellerraum, fein und ordentlich sortiert in rund 300 flachen Schubladen, die in einer sieben Meter langen Schrankwand eingebaut sind - eine Spezialanfertigung beim Schreiner. Diese Schubladen fassen an die 18.000 Schachteln mit vielen bekannten, aber auch zahlreichen ausgefallenen und knalligen Motiven. Dorndorfs Kostbarkeiten stammen aus mindestens 100 Ländern. Dabei sind die Exponate aus der Ausstellung "Aufbau West" noch längst nicht die ältesten Schachteln. Rekordhalter der Sammlung ist eine Packung aus dem Jahr 1890.

Aufbau West - Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder
bis 26.03.2006
Westfälisches Industriemuseum Zeche Zollern II/IV
Grubenweg 5, Dortmund-Bövinghausen
Geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, Westf. Industriemuseum, Tel. 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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