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Mitteilung vom 15.02.06

Presse-Infos | Der LWL

Per Mausklick in die Nachkriegszeit
Landschaftsverband stellt DVD "Aufbau West" vor

Bewertung:

Dortmund (lwl). Die meisten Schüler finden Geschichte eher uncool. Bücher mit historischem Stoff sorgen oft für müdes Gähnen in den Klassenzimmern. Eine neue DVD des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) könnte auch Computerkids jetzt neu zum Lernen motivieren: 60 Jahre nach Kriegsende hat das Landesmedienzentrum des LWL gemeinsam mit dem Westfälischen Industriemuseum historisches Filmmaterial, Zeitzeugeninterviews, Dokumente und Fotos zum Thema Wiederaufbau zusammengestellt - unter anderem aus Dortmund, der Flüchtlingsstand Espelkamp im Kreis Minden-Lübbecke und Nordwalde im Kreis Steinfurt. Texte und ein Quiz ergänzen das Angebot.

"Für den Geschichtsunterricht in der Mittel- und Oberstufe steht mit der DVD erstmals in dieser komplexen Form interaktives Lehrmaterial zur Verfügung", erklärt Dr. Hermann-Josef Höper vom Landesmedienzentrum am Mittwoch (15.02.) beim Testlauf der interaktiven Scheibe auf der Zeche Zollern II/IV. Dort zeigt der LWL noch bis zum 26. März die Ausstellung "Aufbau West. Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder", die Anlass für die Produktion war.

Im Mittelpunkt steht die Geschichte der über zehn Millionen Flüchtlinge und Vertriebenen, die zwischen 1945 und 1961 nach Westdeutschland kamen. Ebenso wie die Ausstellung erzählt die DVD, wie diese Menschen gemeinsam mit den Einheimischen den schwierigen Neuanfang in Nordrhein-Westfalen bewältigten und in Betrieben und Siedlungen zueinander fanden.

In ihrem 99-minütigen Videoteil bietet die DVD eine einführende Filmcollage und drei historische Filmdokumente: "Asylrecht - Report on the Refugee Situation" (1949), "Stadt in Schutt und Asche - Dortmund" (1951) und "Denn wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg" (1945).

Der DVD-ROM-Teil lehnt sich eng an die Ausstellung an. Sechs Kapitel - Osten, Flucht und Vertreibung, Ankommen, Einrichten, Aufbau und Integration und Spuren heute - ermöglichen einen thematischen Zugang zu Sachtexten, Filmclips und historischen Dokumenten wie Karten, Flüchtlingsausweisen und Fotos. Wie ein roter Faden ziehen sich Zeitzeugeninterviews durch diese sechs Kapitel. "Stellvertretend für die Millionen haben uns vier Menschen ihre Geschichte von Flucht, Aufbau und Integration zwischen Kriegsende und Mauerbau erzählt und lassen die sonst so nüchternen Zahlen und Fakten lebendig werden", ergänzt Anja Kuhn vom LWL-Industriemuseum.

Das Anliegen der DVD ist es, die historische Entwicklung von Flucht und Vertreibung über Ankommen und Neuanfang bis zur Integration der Zuwanderer zu zeigen. "Diese Integration vollzog sich in Nordrhein-Westfalen auf Grundlage einer neuen, gemeinsamen Identität, in die auch Traditionen der Flüchtlinge und Vertriebenen eingeflossen sind", so Höper. Die DVD rege damit Fragen an, die auch für die heutige Diskussion um Migration und Integration bedeutsam seien.

Das Medium ist so strukturiert, dass es für den Geschichtsunterricht der Mittel- und Oberstufe genutzt werden kann. Ein Quiz ermöglicht zum Schluss, auf spielerische Weise das erworbene Wissen zu überprüfen. Auf der Zeche Zollern hat die DVD am Mittwoch ihren Testlauf erfolgreich bestanden: Schüler der 8. und 10. Klasse der Droste-Hülshoff-Realschule in Dortmund-Kirchlinde und ihre Geschichtslehrer Heinz Höne und Volker Simon zeigten sich angetan vom Angebot.

Aufbau West. Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder, DVD

19,90 € zzgl. Versandkosten 2,60 € (ohne das Recht zur öffentlichen Vorführung)

Kontakt für Bestellungen:
Westfälisches Landesmedienzentrum
Fürstenbergstraße 14, 48133 Münster
E-Mail: medienzentrum@lwl.org
www.westfaelisches-landesmedienzentrum.de



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127 und Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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